Das Alter hat begonnen

Das Bild war beeindruckend: Von Claus Hofmann, dem Leiter des Amtes für Soziales, Jugend, Familien und Senioren, auf der einen Seite bis zu Dr. Cristina Ricca, der Leiterin der Volkshochschule Badische Bergstraße auf der anderen Seite reichte die Reihe an Menschen – eine Menschenkette des bürgerschaftlichen Engagements im „Netzwerk Mehrgenerationenhaus“. Gertrud Rettenmaier, die im Weinheimer Bildungsbüro das Netzwerk koordiniert, hatte alle ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter versammelt. Die rund 100 Besucher der Eröffnung der Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“ am Dienstagabend im Saal der Bücherei applaudierten sichtlich beeindruckt.
 

Das Netzwerk aus verschiedenen sozialen Einrichtungen und einigen mit dem Ziel der chancengleichen Bildung steht hinter der aktuellen Ausstellung, die in dieser Woche mit einem bewegenden Programm und unter enormer Resonanz eröffnet worden ist. Die Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“, großteils konzipiert an der Universität Heidelberg, wandert seit zwei Jahren durch die Republik. „Wir waren schon an vielen Stationen“, erklärte Dr. Franziska Polansi, die Kuratorin und Initiatorin der Ausstellung, „aber so viel Engagement wie in Weinheim haben wir selten gespürt“. Auch die Wissenschaftlerin war vom Netzwerk sichtlich begeistert. Die Medizinerin und Theaterwissenschaftlerin, die zu dem renommiertesten Altersforscherinnen der Republik zählt, führte unterhaltsam und mit vielen Anknüpfungspunkten in die Ausstellung ein, die Karikaturen darstellt, die in den vergangenen Jahren überwiegend in Zeitschriften erschienen sind – es sind berühmte Klassiker dabei; komisch, bisweilen von bittersüßem Humor.
Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner hatte die Besucher eingangs der Vernissage begrüßt und auf zahlreiche Netzwerke und Projekte hingewiesen, mit der die Stadt Weinheim dem demografischen Wandel begegnet. „In Weinheim werden die Menschen gerne älter“, beschwor er.
Musikalisch erfuhr die Eröffnung eine besondere Umrahmung: Herbert Burkhardt, Ur-Gestein der Weinheimer Kulturszene und vor wenigen Tagen 90 Jahre alt geworden,  spielte mit seinem Enkel Dr. Tobias Weber (der über 60 Jahre jünger ist) vierhändig am Klavier – die Besucher waren sichtlich gerührt von dieser persönlichen Demonstration generationsübergreifender Kultur.
Rund um die Wanderausstellung „Das Alter in der Karikatur“, die vom 23. Januar bis 23. März in der Stadtbibliothek gezeigt wird, bietet das Netzwerk Mehrgenerationenhaus Weinheim eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die alle Generationen ansprechen. Die interessierte Bevölkerung ist stets herzlich willkommen.  Die Ausstellung wird unterstützt von der  Hector-Stiftung, der Firma Freudenberg, der AOK Rhein-Neckar-Odenwald und Pro Weststadt e.V.  Bekannte zeitgenössische Karikaturisten und Meister der komischen Kunst wie Gerhard Haderer, Franziska Becker, Gerhard Glück, Greser & Lenz, Marie Marcks, BECK, Hans Traxler und viele andere beleuchten in den Bildern dieser Ausstellung das viel diskutierte Thema Alter. In ihren Karikaturen geht es um Golden Ager, Körperoptimierung und Antiaging ebenso wie um Demenz, Pflege und Gebrechlichkeit, um Generationenkonflikte und demografischen Wandel. Aber auch die klassischen Themen der Alterssatire kommen nicht zu kurz.
Die Veranstaltungsreihe dazu beginnt mit einer sonntäglichen Kinomatinee im Kino „Modernes Theater“ am Sonntag, 28. Januar. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Drei von Sinnen“, der  die Erfahrungen von drei Freunden schildert, die auf eine Reise zur Atlantikküste abwechselnd aufs Hören, Sehen und Sprechen verzichten und dabei außergewöhnliche Sinneserfahrungen machen. Nach dem Film sind die Zuschauer herzlich zum Gespräch bei Kaffee und Gebäck eingeladen. Neben Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks Mehrgenerationenhaus und des Runden Tisch Demografie werden mit Patrick Alberti, kommunaler Behindertenbeauftragter des RNK, und Anne-Kathrin Keuk, Zentrum für Inklusion, auch prominente Fachkundige anwesend sein.

Die darauf folgenden Veranstaltungen finden im Ausstellungsraum, dem Saal der Stadtbibliothek, statt und sind sämtlich kostenfrei. Am Dienstag, 30. Januar, 18.30 Uhr erläutern Vertreter der Psychologischen Familien- und Erziehungsberatungsstelle Weinheim, wie bereichernd Kontakte mit der älteren Generation für das Leben von Kindern und Jugendlichen sind, und geben Anregungen für die Gestaltung der Beziehung zwischen Großeltern und Enkelkindern. Am Donnerstag, 15. Februar, 18.30 Uhr findet eine hochkarätig besetzte Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt, die gemeinsam vom Pflegstützpunkt Rhein-Neckar, der Stadt Weinheim und dem Bildungsbüro veranstaltet wird. Sie befasst sich mit der Frage: „Können wir heute das Fundament legen, um gute Wege für die alternde Gesellschaft zu bauen? Welche Menschen und welche Hilfen brauchen wir?
Es folgt am Mittwoch, 21.Februar um 17 Uhr eine Informationsveranstaltung über die Möglichkeiten der selbstbestimmten Vorsorge in Form einer Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung oder Patientenverfügung. Am Mittwoch, 7. März, laden das Zentrum für Inklusion und die Inklusionsberater des Pilgerhauses Weinheim von 11 bis 16 Uhr insbesondere junge Menschen dazu ein, mit Rollstuhl, Alterssimulationsanzug oder Simulationsbrillen Handicaps selbst zu erleben. Schulklassen und Gruppen werden um vorherige Anmeldung gebeten. Einen Tag später, am internationalen Frauentag, lädt die Volkshochschule Badische Bergstraße um 17 Uhr Frauen zum Sektempfang. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob das Alter mehr Freiheit von den Rollenklischees bietet.

Die Ausstellung selbst kann während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek und bei den Veranstaltungen kostenfrei besucht werden. Während der Ausstellungszeit bietet das Netzwerk „Generationengespräche“ an, die von der Theaterpädagogin und Kulturwissenschaftlerin Anne Gorath moderiert werden. In kleinen Gruppen können sich junge und ältere Menschen über ihre Gedanken zu den Karikaturen austauschen. Gruppen von etwa fünf Personen können sich bei Gertrud Rettenmaier, Bildungsbüro Weinheim/Integration Central, melden. Es wird versucht, passende Gruppen aus einer anderen Generation zu finden.

Die Moderation der Gespräche - Terminüberblick:
So., 28.01.2018, 11 Uhr Kinomatinee „Drei von Sinnen“
Di., 30.01.2018, 18:30 Uhr „Kinder brauchen Oma und Opa“
Do., 15.02.2018, 18:30 Uhr „Im Alter gut und lange zuhause leben?!
Mi., 21.02.2018, 17 Uhr „Frühzeitig die Weichen stellen“
Mi., 07.03.2018, 11 – 16 Uhr „Handicap erleben“
Do, 08.03.2018, 17 Uhr Veranstaltung zum internationalen Frauentag
Do., 22.03.2018, 17 Uhr Rückschau auf die Ausstellung

Das Netzwerk Mehrgenerationenhaus hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam den Austausch und die Zusammenarbeit der Generationen und Kulturen in Weinheim zu stärken. Es wirken mit:
AK Asyl, Arbeiterwohlfahrt, Bildungsbüro / Integration Central, Caritas, Diakonisches Werk, Deutsches Rotes Kreuz, Evangelische KiTa Pusteblume, Jugendagentur Job  Central, KontaktPunkt  der Bürgerstiftung, Mevlana Moschee, Pilgerhaus, Pflegestützpunkt, Soziale Vielfalt, Stadt Weinheim, Stadtjugendring Weinheim, Stadtseniorenrat, Suchtberatung, Tauschring, Türkischer Elternverein, Pro Weststadt, VHS Badische Bergstraße.

(Erstellt am 24. Januar 2018)

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