Das „WAS“ ist entscheidend

Weinheimer Gemeinderat will Gewerbeentwicklung qualitativ steuern – Hausaufgaben mitgenommen

Gewerbe ist nicht gleich Gewerbe. Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Gewerbeflächen stellt sich daher die Frage, was ein Betrieb seiner Standortgemeinde bringt, etwa in Bezug auf die Arbeitsplatzdichte oder das Gewerbesteueraufkommen. Der Weinheimer Gemeinderat hat sich mit der Frage „Was für Gewerbe wollen wir?“ jetzt im Rahmen einer Klausurtagung auseinandergesetzt. „Erst wenn wir diese Frage beantwortet haben, wir also unsere qualitativen Anforderungen kennen, macht es Sinn, das WO für die zukünftige Gewerbeflächenentwicklung zu diskutieren“, führte zu Beginn der Veranstaltung Oberbürgermeister Bernhard dazu aus. Die Diskussionen um Standorte, die in den letzten Jahren die öffentliche Debatte bestimmten, sollten damit nach dem Willen von Verwaltung und Politik vorerst nicht im Vordergrund stehen. Zwei Tage lang haben der Gemeinderat sowie Vertreter der Verwaltung das Thema Gewerbeflächenentwicklung in verschiedenen Arbeitsschritten diskutiert. Begleitet wurde die Klausurtagung von dem Moderationsbüro suedlicht aus Freiburg und dem Fachbüro agiplan aus Mühlheim an der Ruhr, das Unternehmen und Kommunen in Fragen der Gewerbeentwicklung berät.

Zum Start in die Auseinandersetzung stellten Vertreter des Büros agiplan Ansiedlungsbeispiele und Standortkonzepte aus anderen Kommunen und Regionen vor. In zwei Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Kommunalpolitiker dann mit der Frage: Welche Gewerbeflächenentwicklung wollen wir? Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und in Form von Leitsätzen festgehalten. Darin wird unter anderem der Wille des Gemeinderats zur proaktiven Steuerung der Gewerbeentwicklung festgehalten sowie der Wunsch, Kriterien zur Bewertung von Gewerbeansiedlungen zu entwickeln und Nischen zu suchen, in denen sich Weinheim erfolgreich als Standort aufstellen kann. Aber auch die Maßgabe „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ kommt in den Leitsätzen vor sowie die Aufgabe, „Fakten-Checks“, etwa zum Thema Landwirtschaft durchzuführen.

Der zweite Tag begann mit einem Perspektivwechsel: „Standortfindung aus Unternehmersicht“, so lautete der Titel eines Impulsvortrages. Im Anschluss wurden Kriterien benannt, die für künftige Gewerbeansiedlungen gelten sollen. Bei Arbeitsplätzen soll neben deren Dichte unter anderem auch die Abbildung unterschiedlicher Qualifikationsniveaus eine Rolle spielen. Zudem soll auf Synergien der Unternehmen untereinander. Die zu erwartenden Einnahmen spielen naturgemäß ebenfalls eine große Rolle, wobei hier die positiven Effekte für die Stadt auf längere Sicht im Blick behalten werden sollen. Weitere Anforderungen stellt der Gemeinderat  im Blick auf die Ökologie und die soziale Verantwortung der Unternehmen.

In der abschließenden Replik wurde durch die Experten von agiplan festgestellt, dass Weinheim eine anspruchsvolle, aber nicht unlösbare Gewerbeflächenentwicklung anstrebt, die nur durch eine intensive Steuerung von Verwaltung und Politik erreicht werden kann. Die Stadtverwaltung hat ein ganzes Bündel an „Hausaufgaben“ von der Klausurtagung mitgenommen, die in den kommenden Wochen bearbeitet werden sollen. Dann werden die Ergebnisse der Klausurtagung und deren weitere Konkretisierung Gegenstand einer Beschlussvorlage an den Gemeinderat sein. Erst daran anschließend soll die Frage nach dem Wo auf der Agenda stehen.

Sven-Patrick Marx, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung: „Auch wenn zum Thema Gewerbeflächenentwicklung noch viel Arbeit bevorsteht, so lässt sich doch schon jetzt feststellen, dass man in der Klausurtagung auf eine sachliche, von Inhalten geprägte Ebene zurückgekehrt ist. So wurden die während der Veranstaltung entwickelten Leitsätze am Ende der Veranstaltung nochmals ergänzt und darüber ein Konsens erzielt.“

(Erstellt am 24. Juli 2017)

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