Ein Kämpfer gegen Ungerechtigkeit

Am 28. Dezember wäre Wolfgang Daffinger 90 Jahre alt geworden. Die Stadt Weinheim gedachte aus diesem Anlass am Donnerstag ihrem Ehrenbürger, dem langjährigen Gemeinde- und Kreisrat, Bürgermeister und SPD-Politiker mit einer Gedenkstunde an seinem Grab auf dem Weinheimer Hauptfriedhof.

An der Feierstunde nahmen die Familie, Freunde und Wegbegleiter des im November 2013 verstorbenen Daffingers teil, neben Oberbürgermeister Heiner Bernhard sprachen am Grab auch die SPD-Vorsitzende Stella Kirgiane-Efremidou, sowie Daffingers Kinder Jochen und Sigrid.
OB Bernhard bezeichnete Wolfgang Daffinger als „außergewöhnlichen Menschen“. Er zeichnete den Lebensweg des Ehrenbürgers nach, der 1927 „in einem durchschnittlichen deutschen Arbeiterhaushalt begonnen hat“.
Die Tätigkeit als Maschinenschlosser und Werkzeugmacher bei der Firma Freudenberg führten den jungen Sozialdemokraten in die Jugendvertretung des Betriebsrats und damit in die nach dem Krieg im Wiederaufbau befindliche Gewerkschaftsbewegung. Die Verbindung dieser Gewerkschaftsarbeit und Politik, das waren fortan sein berufliches Betätigungsfeld, beiden Lebensbereiche, seine Berufung, schilderte Heiner Bernhard. Und er betonte: „Damit war er in seinem Element, der Politik, angekommen.“  
Mit knapp 26 Jahren wurde Wolfgang Daffinger in den Gemeinderat seiner Heimatstadt Weinheim gewählt, als jüngster Kandidat. Sein politisches Wirken sei stets ein Eintreten für die Rechte der arbeitenden Menschen gewesen. Bernhard bescheinigte: „Deren Bedürfnisse nahm er auf, setzte sich für sie ein, war und blieb allezeit einer die ihren.“  Parallel zur kommunalpolitischen Tätigkeit zog Wolfgang Daffinger schon 1962 in den baden-württembergischen Landtag ein und ist dort mit mehr als 34 Jahren Zugehörigkeit immer noch einer der dienstältesten Abgeordneten aller Zeiten.
Heiner Bernhard: „Wolfgang Daffinger war Ansprechpartner und Ratgeber Hilfe suchender Menschen nicht nur aus Weinheim, sondern aus der gesamten Region. Und das waren keineswegs nur Leute aus seinem eigenen politischen Lager oder Umfeld. Ich geh’ emol zum Daffinger“ – war ein bekannter Satz in Weinheim.“  Dies  habe verstärkt gegolten, als Daffinger im Jahr 1982 zum Ersten Bürgermeister gewählt wurde. Der OB erinnerte sich: „Sein Dienstzimmer wurde regelrecht zum Kummerkasten.“   
Von hier aus sandte er in vielfältiger Hinsicht Signale, gab Denkanstöße
und Nachhilfe zur Gründung von Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen. Bernhard: „Viele dieser Ansätze müssen heute im Blick auf die demographische Entwicklung als visionär angesehen werden.“
Mit beispiellosem Einsatz habe sich Wolfgang Daffinger um die Verbesserung der Lebenssituation von benachteiligten Menschen gekümmert. Konzepte zur Betreuung, Wohnung und Arbeitsstätten für psychisch kranke oder behinderte Menschen waren ihm wichtig.
Der Oberbürgermeister versicherte: „Wir werden Wolfgang Daffinger als Mann voller Verantwortung gegenüber den Schwachen in Erinnerung behalten. Wir sind dankbar für das, was er für unsere Stadt und ihre Menschen getan hat.“
Auch Stella Kirgiane-Efremidou erinnerte an das hohe Engagement Daffingers im sozialen Bereich. „Er redete nicht nur, er tat wirklich etwas“, bekräftigte sie. Und Sigrid Daffinger bezeichnete ihren Vater als „Kämpfer gegen alle Ungerechtigkeit.“
 

(Erstellt am 28. Dezember 2017)

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