Ein Bürgerbüro im Odenwald

Der Keller des alten Rathauses in Oberflockenbach ist feucht und unbewohnbar. Und doch ist es überliefert, dass sich Flüchtlinge dort nach dem Zweiten Weltkrieg eine vorübergehende Bleibe eingerichtet haben. Man hat sie damals dort aufgenommen. Mehr als 70 Jahre später werden wieder Menschen in das Rathaus einziehen, die vor Krieg und Lebensgefahr flüchten mussten.

Das Amt für Immobilienwirtschaft hat in dieser Woche mit dem Ausbau und der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes an der Steinklingener Straße begonnen. Es werden dabei mehrere „Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen: Denn die Sanierung des Hauses, das seit Jahren schlimme Setzrisse aufweist, war unumgänglich. Im Zuge der Gebäudeerhaltung wird neuer Verwaltungs- und Wohnraum geschaffen.
 
In der bisherigen Verwaltungsstelle wird es in Zukunft ein modernes Bürgerbüro geben. Im Erdgeschoss, das früher überwiegend als Garage (ehemalige Feuerwehrhalle) für das städtische Schneeräumfahrzeug verwendet wurde, entsteht ein offener und barrierfrei begehbarer Bürobereich, in dem die Ortsverwaltung ihre Bürgerinnen und Bürger bedienen kann; dazu gehört auch ein behindertengerechtes WC. Die ehemalige Feuerwehrhalle ist so groß, dass darin ebenso ein neuer Sitzungssaal für den Ortschaftsrat Platz findet – ebenfalls barrierefrei zugänglich. Beides zusammen hat eine Nutzfläche von rund 83 Quadratmeter.
Mit einer Fertigstellung und Einweihung rechnet das Fachamt nach einer Bauzeit von einem Jahr im Herbst 2018. Für das Schneeräumfahrzeug wird neben dem Rathaus eine neue Unterstellhalle gebaut.
Das Alte Rathaus, erbaut 1901, mit Uhr und Glockenturm ausgestattet, hatte noch nie einen leichten Stand. Erbaut wurde es am Zusammenfluss von zwei Odenwaldbächen; der Untergrund ist schon immer feucht. Seit Jahren bilden sich Risse; auch die Kellerdecke war schon einmal teilweise eingestürzt. Deshalb wird in einem ersten Bauabschnitt das Gebäude von außen aufgegraben und mit einer speziellen Bodenverdichtungstechnik vor weiterem Absenken gesichert, wie das Amt für Immobilienwirtschaft vor Ort erläutert. Allein in diese Gebäudesicherung fließen 320 000 Euro.
Erst danach kann man mit dem Innenausbau begonnen werden. In dessen Zuge entstehen im ersten Obergeschoss und dem neu ausgebauten bisherigen Speicher weitere rund 200 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen. Die Gesamtinvestition wird am Ende der Maßnahme rund 1,24 Millionen Euro betragen. Im Moment ist es vorgesehen, dort geflüchtete Menschen unterzubringen. Platz ist je nach Zuschnitt der vier Wohnungen für 19 bis 21 Personen. Mittelfristig können die vier Wohnungen aber auf den freien Mietwohnungsmarkt gebracht werden. Das Gebäude wird auch energetisch so weit saniert, wie es der Denkmalschutz zulässt. Das Haus wird von innen gedämmt, bekommt einige neue Fenster und eine neue umweltfreundliche Holzpellets-Heizung als Ersatz für die alten Elektronachspeicheröfen.
 

(Erstellt am 27. September 2017)

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