Bundesweite Internetbefragung zur Messung der
Bürgerzufriedenheit mit den kommunalen Grünflächen

Die Stadt Weinheim hat sich unter der Federführung des Grünflächen- und Umweltamtes an der vierwöchigen Internetbefragung beteiligt.

Ausschlaggebend für unsere Teilnahme war, dass mit wenig eigenem Aufwand ein bundesweit zu vergleichendes Ergebnis erwartet werden durfte und dass der Fragenkatalog von der GALK (Ständige Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag) erarbeitet wurde.

Insgesamt waren 24 Fragen zu beantworten, davon konnten drei Fragen seitens der Stadt Weinheim formuliert werden. Bundesweit haben 113 Kommunen (neun Kommunen in vergleichbarer Größe wie Weinheim) und 22.561 Personen  teilgenommen. In Weinheim haben 197 Personen teilgenommen. Die Beteiligungsquote liegt bei allen Kommunen unter 1%.

Bei der Befragung per Internet wurden die Fragebögen dezentral in jeder Kommune in das Internet gestellt, wo sie auf der jeweiligen Homepage der Kommune für einen Zeitraum von vier Wochen abrufbar waren. Die Information der Öffentlichkeit erfolgte durch eine Presseerklärung, sodass die Bürgerbefragung in den lokalen Wochenzeitungen angekündigt wurde. Weiterhin wurden im Hermannshof und im Schlosspark Hinweistafeln angebracht.

Am 23. September 2004 haben wir die bundesweite Auswertung der Befragung erhalten. Die Fraktionen erhalten je ein Exemplar des 102-seitigen Heftes zur Kenntnis.

Da die Weinheimer Ergebnisse in dieser Auswertung fehlen, hat das Grünflächen- und Umweltamt die zurückliegende Zeit genutzt, um den bundesweiten Ergebnissen die Weinheimer Auswertung gegenüberzustellen. Wir haben die wichtigsten Ergebnisse in Tabellen aufgelistet und verschiedenen Themenbereichen zugeordnet, sodass eine individuelle Betrachtung der Resultate möglich ist.
 
1. Demografische Daten

Der Anteil von Männern und Frauen, die an der Befragung teilgenommen haben, liegt bundesweit bei 56% Männern. In Weinheim haben 100 Männer (51%) und
97 Frauen teilgenommen. Die Altersstruktur der Teilnehmer stellt sich wie folgt dar:

 Alter

 Bundesgebiet

 Weinheim

 unter 18 Jahre 

    3,0 %

    1,5 %

 18 - 40 Jahre 

 51,0 % 

 24,5 %

 41 - 64 Jahre 

 40,0 % 

 51,0 %

 älter als 64 Jahre 

   6,0 % 

 23,0 %




Interessant ist gegebenenfalls auch die Frage nach der Anzahl der Kinder, die im jeweiligen Haushalt leben.

Wie viele Kinder leben in Ihrem Haushalt ? 

 kein Kind 

 1 Kind 

 2 Kinder 

 mehr als 2 Kinder

Weinheim

 144 

 21 

 29 

 3

Anteil %  

 73 % 

 10,7 % 

 14,7 % 

 1,6 %

Bundesgebiet 

 13.438 

 4.062 

 3.742 

 1.266

Anteil %  

 59,7 %

 18,0 % 

 16,7 % 

 5,6 %




Die Beurteilung der Park- und Grünanlagen kann auch von dem Wohnumfeld beeinflusst werden. Für Weinheim haben wir deshalb eine Auswertung nach dem Wohnort (Ortsteil) und dem Vorhandensein eigener Gärten erstellt.
 

Tabelle 1

 Wie sieht das Wohnumfeld der Teilnehmer aus?


2. Bedeutung von Park- und Grünanlagen

Grünanlagen als Bestandteil des öffentlichen Raums sind ein wesentlicher Faktor für die Stadtentwicklung. Sie erfüllen nicht nur ökologische und ökonomische Funktionen, sondern sind auch in sozialer Hinsicht von besonderer Bedeutung.
 

Tabelle 2

  Wie oft besuchen Sie folgende Grünanlagen?

Tabelle 3

  Wie lange halten Sie sich durchschnittlich in den Grün- und Parkanlagen auf?

Tabelle 4

 Wie wichtig sind Ihnen .... ?

Tabelle 5

 War die Nähe zu Grünflächen und Landschaft von Bedeutung für die Wahl Ihres
 Wohnortes?

Tabelle 6

 Wie beurteilen Sie die folgenden Aussagen zur Landschaft am Ortsrand?


 
3. Funktion und Planung von Park- und Grünflächen

Innerhalb der Städte übernehmen die öffentlichen Grünflächen als Orte für Regeneration und körperlich-seelischen Ausgleich eine wichtige Funktion für die Erholung der Bevölkerung.

Grünanlagen sollen entsprechend den unterschiedlichen Erholungsbedürfnissen der Bevölkerung verschiedene Anforderungen hinsichtlich der Erreichbarkeit, Größe, Ausstattung und Gestaltung erfüllen.

Beispielsweise wird die akzeptierte Entfernung zur Grünanlage (Einzugsbereich) im Wesentlichen durch die freie Zeit bestimmt, die dem Einzelnen für die freiraumbezogene Erholung zur Verfügung steht. Bleibt nur wenig Zeit, darf die Grünanlage nicht weit entfernt sein. Die gute Erreichbarkeit einer Grünanlage ist für weniger mobile Bevölkerungsgruppen, z.B. ältere Menschen, ein wichtiges Kriterium für den Freiraumaufenthalt.
  

Tabelle 7

 Weshalb besuchen Sie öffentliche Grün- und Parkanlagen?

Tabelle 8

 Angenommen, ein neuer Park würde geplant, welche Elemente wären Ihnen persönlich
 besonders wichtig?

Tabelle 9

 Wie sicher fühlen Sie sich in dem von Ihnen am wichtigsten eingestuften Park?

Tabelle 10

 Ist die fußläufige Verbindung zwischen den verschiedenen Grün- und Parkflächen für
 Sie gut gelöst bzw. was ist zu verbessern?


4. Pflege/Unterhaltung von Park- und Grünanlagen

Das kommunale Grünflächenwesen wird von folgenden Entwicklungen geprägt:
· Mittelkürzungen gehen einher mit einer Erhöhung des Bestandes kommunaler Grünflächen
· Wachsende Sensibilisierung für ökologische Belange
· Verknappung finanzieller und personeller Ressourcen
· Erhöhung der Ansprüche an die Grünflächenverwaltung/-unterhaltung
Kurzum: Von allen Bürger/innen freudig akzeptierte, zeit- und kostengünstig mit höchstem Standard gepflegte Flächen sind das allseits gewünschte Maß für die Arbeit der Bau-/Betriebshöfe und Grünflächenämter.
  

Tabelle 11

 Wie wichtig ist Ihnen generell ein gepflegter Park?
 Beurteilen Sie den Zustand Ihrer Grünanlage anhand ...?

Tabelle 12

 Die Nutzung der Park- und Grünanlagen hat sich in den letzten Jahren gewandelt.
 Was sollte aus Ihrer Sicht strenger kontrolliert werden?

Tabelle 13

 Wären Sie bereit, die Patenschaft für eine Grünfläche, eine Baumscheibe,
 einen  Spielplatz oder sonstige Einrichtungen zu übernehmen?


5. Medienarbeit der Grünflächenämter

Durch Information der Bürger/innen können Projekte und die Arbeit der Grünflächenämter dargestellt werden. Es kommt darauf an, zum einen die Bürger/innen mit der Information zu erreichen (Aufmachung, Informationsgehalt u.ä.) und zum anderen das richtige Informationsmedium zu finden.

Tabelle 14


 Wodurch bekommen Sie hauptsächlich Informationen über das Grünflächenamt?
 Finden Sie, dass Sie ausreichend über die Arbeit des Grünflächenamtes informiert 
 werden?
 Finden Sie für Ihre Probleme einen kompetenten Ansprechpartner im Grünflächenamt?



6. Lob und Kritik

Einige Umfrageteilnehmer/innen haben die Gelegenheit genutzt, auf verschiedene persönliche Anliegen aufmerksam zu machen. Sofern es sich um kurze Bemerkungen handelt, sind diese bei den Tabellen wiedergegeben. Umfangreichere Textpassagen haben wir in einer eigenen Tabelle zusammengestellt.
  

Tabelle 15

 Lob und Kritik



7. Fazit

Die Auswertung der Ergebnisse gibt interessante Antworten auf die jeweilige Fragestellung. Leider ist die Beteiligungsquote mit unter einem Prozent sehr gering. Auch für Weinheim ist festzustellen, dass nur 197 Personen an der Befragung teilgenommen haben. Über die Gründe kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Weiterhin fällt auf, dass in Weinheim die Teilnehmer in der Altersgruppe 41-64 Jahre mit 51% vertreten sind, während die Jugendlichen unter 18 Jahre nur 1,5% ausmachen.

Diese demografischen Daten sind bei der Betrachtung der Tabellen zu berücksichtigen, z.B. wenn in Tabelle 2 über die Hälfte der Befragten (55,8%) Kinderspielplätze gar nicht besuchen.

Einer gepflegten Grün- bzw. Parkanlage wird ein hoher Stellenwert beigemessen, wie aus Tabelle 10 deutlich wird. Dass die Weinheimer Grünanlagen die Note 1,6 für den gärtnerischen Zustand erhalten haben und für die Sauberkeit eine 2,0 freut uns und ist gleichzeitig Verpflichtung für unser zukünftiges Agieren. Leider sehen 50% der Befragten diese Unterhaltungsaufgaben als alleinige Aufgabe der Stadtverwaltung an.

Neben gepflegten Grünanlagen ist den meisten Befragten auch die Ausstattung mit "schönen Bäumen", "blühenden Sträuchern" und "Parkbänken" bei der Planung von Grünanlagen sehr wichtig (Tabelle 8).

November 2004

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