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Verkehrsentwicklungsplan 2020
Verkehrsentwicklungsplan 2020
Vorwort des Oberbürgermeisters
Zusammenfassung
Vorwort des Oberbürgermeisters
Die Stadt Weinheim, Mittelzentrum in der Metropolregion Rhein-Neckar, verfügte bisher über keinen Verkehrsentwicklungs- oder – wie man früher sagte – „Generalverkehrsplan“. Schon bald nach dem 2. Weltkrieg hatte man sich über die mögliche Entwicklung der damals stark wachsenden Stadt Gedanken gemacht und diese 1968 in einem Stadtentwicklungsplan dargestellt. Aber dieser Plan wurde bald Makulatur. Seine Annahmen unterschätzten die tatsächliche Entwicklung der Bevölkerung, vor allem aber die der Motorisierung bei weitem.
In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts war man dann bemüht, mit der rasanten Verkehrsentwicklung Schritt zu halten. Die „autogerechten“ Planungen des Friedrich-Ebert-Rings oder des Multrings sind Beispiele hierfür. Letzterer sollte sogar über den „Prankel“ hinweg in die Innenstadt weitergeführt werden.
Eigentlich problematisch in Weinheim war aber weniger der Verkehr in den Wohngebieten, sondern die Verkehrsbelastung in der Innenstadt. Jahr für Jahr pendelten mehr Berufstätige aus dem Odenwald mit dem Auto nach und durch Weinheim zu den Arbeitsplätzen der Region. Es war jedoch auch in mehreren Anläufen 1979, 1986 und 1993 politisch nicht durchsetzbar, den immer stärker werdenden Verkehr in der Innenstadt zu begrenzen. Erst ab 1999 konnte der lang ersehnte „Saukopftunnel“ die verkehrliche Situation vor allem im Birkenauer Tal und in der Innenstadt etwas entlasten.
Heute, nach Beginn des 21. Jahrhunderts, ist absehbar, dass sich das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre in Deutschland schon bald in einen Bevölkerungsschwund umkehren und schon deshalb das Verkehrsaufkommen zurückgehen wird. Mit den sinkenden Bevölkerungszahlen werden jedoch Bund, Länder und auch die Kommunen in Zukunft wohl auch immer weniger Steuereinnahmen erhalten, so dass es noch schwieriger sein wird als bisher, die bestehenden Verkehrsinfrastrukturen zu erhalten oder gar weiterzuentwickeln.
Hinzu kommt die Erforderlichkeit, die durch den motorisierten Verkehr erzeugten Umweltbelastungen zu reduzieren und die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. Wir müssen versuchen, Wege zu finden, wie die Mobilität der Bevölkerung – auch für mobilitätsbehinderte Menschen – mit möglichst wenig Umwelt- und Umfeldbelastungen gewährleistet und wie die Erreichbarkeiten der verschiedenen Stadtfunktionen – Wohnen, Arbeiten, Bildung, Einkauf, Freizeit – angemessen gesichert werden können.
Die Stadt Weinheim hat all dies in einem „Verkehrsforum“ diskutiert. Das Verkehrsforum aus Vertreterinnen und Vertretern von Politik und Interessenverbänden war ein in der Stadt bislang einmaliges Instrument. Ich freue mich, dass der Gemeinderat den Mut hatte, diesen neuen politischen Entscheidungsweg zu beschreiten. Er hat die im Verkehrsforum erarbeiteten wichtigen Ziele und die Maßnahmen, mit denen man bis zum Jahr 2020 diese Ziele erreichen möchte, einstimmig beschlossen.
Der vorliegende Verkehrsentwicklungsplan stellt alle relevanten Verkehrsthemen erstmals für die Stadt Weinheim umfassend dar. Dieser Bericht soll nicht nur als Nachschlagewerk zur Verkehrsentwicklung in Weinheim dienen, sondern für Verwaltung und Gemeinderat diejenigen Maßnahmen benennen, die in den nächsten Jahren auch tatsächlich anzugehen sind.
Weinheim, Februar 2006

Heiner Bernhard
Zusammenfassung
Da Weinheim bisher über keinen Generalverkehrsplan verfügte, wurden im Verkehrsentwicklungsplan 2020 in einer Bestandsaufnahme das Verkehrsaufkommen (
161 KB), die Verkehrsinfrastruktur, die Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel und die Mobilität der Bevölkerung erstmals umfassend dargestellt. Die Analyse beschäftigt sich verkehrsmittelbezogen (Fußgängerverkehr, Fahrradverkehr, Motorisierter Individualverkehr (MIV) und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) detailliert mit den konkreten Mängeln im Stadtgebiet.

Der zu erwartende demographische Wandel (längere Lebenserwartung, mittelfristig sinkende Bevölkerungszahlen) hat Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten. Die aus der im Flächennutzungsplan 2004 dargestellten Siedlungsflächenentwicklung resultierende Mobilität wurde ermittelt und in einem Verkehrsmodell auf ihre Auswirkungen auf das Straßennetz untersucht. Aus Gründen der zunehmenden Umwelt- und Umfeldbelastungen wird von der Politik zunehmend stärkeres Gewicht gelegt auf die Förderung der Verkehrsmittel des „Umweltverbundes“ (Füße, Rad, ÖPNV).
Ein „Verkehrsforum“ – je 13 Vertreter aus Interessenverbänden und den im Gemeinderat vertretenen politischen Parteien – hat in insgesamt 4 Sitzungen unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Hartmut Topp über sämtliche Themen und Maßnahmen beraten, die in den kommunalpolitischen Diskussionen der Vergangenheit eine Rolle spielten. Dort wurden die Rahmenbedingungen diskutiert und hierauf aufbauend ein „Leitbild Verkehr“, vier Oberziele und jeweils sechs Einzelziele (
98 KB) formuliert, die vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurden.
Die Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse wurden einschließlich der Anregungen, die in einer zweimonatigen Bürgerbeteiligung eingebracht wurden, vom Verkehrsforum diskutiert und einige ausgeschieden. Die verbliebenen Maßnahmen wurden gegliedert nach erster Priorität (Umsetzung bis 2010), zweiter Priorität (Umsetzung bis 2020) und langfristige Maßnahmen, deren Realisierung in den nächsten fünfzehn Jahren unwahrscheinlich erscheint. Alle Entscheidungen im Gemeinderat (= Empfehlungen für den Gemeinderat) wurden im Konsens der Teilnehmer des Verkehrsforums getroffen.
Die vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmen wurden tabellarisch und in Übersichtskarten dargestellt:
Karte 1: Maßnahmen für den Motorisierten Individualverkehr (
254 KB)
Karte 2: Maßnahmen für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (
926 KB)
Karte 3: Maßnahmen für den Fußgänger- und Radverkehr (
243 KB)
Dem Paket „Hauptbahnhof und Bahnhofsumfeld" wurde oberste Priorität beigemessen. Aufgrund der Komplexität einzelner Maßnahmen und Ideen hat der Gemeinderat bereits eine Machbarkeitsuntersuchung beauftragt, deren konkrete Aufgabe es ist, auf der Grundlage der im VEP genannten Zielvorstellungen und Maßnahmevorschlägen deren verkehrliche Machbarkeit zu untersuchen, Realisierungskosten abzuschätzen, für Teilbereiche auch Alternativen zu entwickeln und zu prüfen sowie ein räumliches und zeitliches Gesamtkonzept zu entwickeln, auf dessen Grundlage die weitere Planung erfolgen kann.

Bild links: Einsteigerzahlen am Hauptbahnhof (2001)
Ebenso erste Priorität genießt das Paket „Verbesserungen des Busverkehrs". Die Bestandsanalyse und auch zahlreiche Bürgeranregungen haben verdeutlicht, dass es im Weinheimer ÖPNV noch einigen Verbesserungsbedarf gibt. Die Ermittlung der Kosten für einzelne Maßnahmenvorschläge wie z.B. für eine Taktverdichtung oder die Änderung einer Linienführung und die Einflüsse solcher Maßnahmen auf das Kundenaufkommen und damit auch die Schätzung der Einnahmen soll im Rahmen einer neuen Ausschreibung der Buslinien geschehen, wenn die Lizenzen für die Weinheimer Linien im Jahr 2009 auslaufen. Zusammen mit der Festlegung von Mindestkriterien und Zielvorstellungen für den Busverkehr kann dafür Sorge getragen werden, dass Standards eingehalten und Verbesserungen erreicht werden, aber auch keine Verschlechterungen gegenüber der Ausgangssituation eintreten können.
Weiterhin in erster Priorität sind alle jene Maßnahmen „zu einem Paket geschnürt", deren Umsetzung mit relativ geringem finanziellen Aufwand umsetzbar sind. Die teureren Maßnahmen wurden in Prioriäten ersten zweiten und dritten Ranges eingeteilt.
Von den größeren Maßnahmen (über 200.000 €) erster Priorität wären zu nennen:
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Größere Maßnahmen zweiter Priorität wären:
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Mit dem VEP 2020 ist es der Stadt Weinheim gelungen, ein Konzept zu erarbeiten, das den Entwicklungszielen dieser Stadt entspricht, das inhaltliche Prioritäten setzt und darüber hinaus einen zeitlichen Rahmen für die Umsetzung vorgibt, der die verkehrspolitischen Dringlichkeiten und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt.
Gesamttext - Internetversion (gekürzt um Abbildungen) (
816 KB)
Anhang 1 Stellplatzbilanz Innenstadt (
67 KB)
Anhang 2 Pendlerbilanz (
58 KB)
Anhang 3 Mängel im Fußwegenetz (Innenstadt) (
537 KB)
Anhang 4 Mängel Radwegenetz (
530 KB)
Anhang 5 Mängel ÖPNV (
586 KB)
Anhang 6 Mängel MIV (
540 KB)
Anhang 7 Unfallschwerpunkte (
290 KB)
Anhang 8 Ausstattung Bushaltestellen (
86 KB)
Anhang 9 Mobilität im Alter (
534 KB)
Der komplette Verkehrsentwicklungsplan ist gegen eine Schutzgebühr von 20 € (bzw. CD 10 € ) beim Amt für Stadtentwicklung erhältlich.