Brauchen Kinder Märchen?

Fortbildungsveranstaltung „Märchen spannend erzählen“ für ehrenamtliche Lern- und Lesepatinnen und Paten des Bildungsbüros

Märchen - die „wunderlichen Erzählungen“ aus aller Welt - faszinieren Kinder. Die Geschichten spiegeln das pralle Leben, zeigen, dass sich Beharrlichkeit lohnt und vermitteln Erkenntnisse über Gut und Böse, die den kindlichen Denkschemen entsprechen. Ausgehend von Bruno Bettelheims These „Kinder brauchen Märchen“ vermittelte die diesjährige Fortbildungsveranstaltung des Weinheimer Bildungsbüros für seine ehrenamtlichen Lern- und Lesepatinnen und - paten sowohl die zeitlose Bedeutung als auch die interkulturellen Aspekte von Märchen.

Michaela Urbitsch, Fachstellenleiterin im Bereich Ehrenamt im Bildungsbüro, erhielt über die Stiftung Lesen den Zuschlag für diese lebendige Teamqualifizierung und  Barbara Knieling engagieren; die Lese- und Literaturpädagogin nahm  die ehrenamtlichen Damen und einen Herrn auf eine spannende Reise ins Märchenland mit und veranschaulichte praxisnah die zeitlose Bedeutung von Märchen. In Märchen erkennt der Leser oder Zuhörer bewusste oder unbewusste Botschaften zu den Themen, die ihn je nach Lebensphase beschäftigen. Damit wird sehr schnell die Fantasie angeregt und Vorlesern fällt es leicht, in einen Dialog mit den Zuhörern einzusteigen. So ist die Aufmerksamkeit  gefesselt und – wie die Lern- und Lesepaten aus ihrer Praxis berichteten – entstehen oft unmittelbar Rollenspiele auf Seiten der Kinder. Spannende Erkenntnis dabei ist im Übrigen, dass gerade die Darstellung von Gut und Böse, Einsamkeit, Armut und Nichtgeliebtwerden immens wichtig ist. Denn das Kind identifiziert sich mit seinem Helden, möchte Spannungen aushalten und wird den Helden dabei begleiten, wie er Schwierigkeiten meistert. Besonders interessant für die Arbeit im Schulalltag war der Ausblick auf die interkulturellen Aspekte des Märchenerzählens. So finden die Pädagogen in den Märchen eines Kulturkreises immer vielfältige Botschaften, Bilder und Geschichten.  Als anschauliches Beispiel diente hierbei das Märchen Rotkäppchen, das  in vielen Ländern mit gleicher Handlung und identischem Ablauf, aber durchaus mit kleinen Abweichungen in der Symbolik erzählt wird. Auch ausprobieren durften sich die Lern- und Lesepaten. Zum Einsatz kamen hier als Erzählkniffe die sogenannte Schatzkiste mit Utensilien aus dem Märchen zum dialogischen Erzählen an einer Schnur entlang oder auch das japanische Erzähltheater Kamishibai, das immer auf eine Interaktion der Kinder ausgerichtet werden kann. Die ehrenamtlich engagierten Lern- und Lesepaten schätzen die regelmäßigen Fortbildungen sehr und sind nun gewappnet, wieder verstärkt Märchen innerhalb ihrer Lesezeit an den Grundschulen einzubringen, was zudem der ausdrückliche Wunsch der Schulleitungen war.

(Erstellt am 04. Dezember 2018)

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