Sechs Tage der Vielfalt und des Dialogs

Interkulturelle Woche in Weinheim vom 24. bis 29. November als Veranstaltungsreihe mit renommierten Referenten und Experten

Elias Jammal

„Ihr müsst kein Kopftuch tragen.“ „Aufwachen in der Welt.“ Oder: „Der Geschmack von Zement.“ Das sind Sätze aus dem Programm der Interkulturellen Woche, die Ende November bundesweit und in Weinheim vom Samstag, 24. November, bis Donnerstag, 29. November stattfindet. Daraus wird schon klar, dass Ulrike Herrmann bei der Konzeption der Veranstaltungsreihe auch unbequeme und spannende Themen nicht ausgespart hat. Die kommunale Beauftragte für Flüchtlingshilfe und Integrationsmanagement hat kompetente Referenten und Interviewpartner für die insgesamt sechs Veranstaltungen verpflichten können; die Weinheimerinnen und Weinheimer werden echte Experten ihres Metiers kennenlernen. „In den letzten Jahren sind Menschen aus anderen Kontinenten nach Weinheim gekommen“, schreibt Ulrike Herrmann jetzt in einem Veranstaltungsfaltblatt zur Interkulturellen Woche, „jeder von ihnen hat seine eigene Kultur, diese gibt ihm Halt und Orientierung“. Und weiter: „Die Interkulturelle Woche soll allen Menschen die Möglichkeit bieten, sich über kulturelle Aspekte – insbesondere außerhalb von Europa – zu informieren, gemeinsam zu diskutieren und das Sich-Unterscheiden in dieser Welt vertrauter werden zu lassen.“ Sämtliche Veranstaltungen werden ohne Eintritt angeboten.

Das Programm startet am Samstag, 24. November, 16 Uhr, mit einer Filmvorführung im Kino „Modernes Theater“. Dort geht es um einen aktuellen Dokumentarfilm mit dem Titel „Taste of Cement“ – „Der Geschmack von Zement“. Der Film des syrischen Regisseurs Ziad Kalthoum beschäftigt sich mit dem Schicksal syrischer Flüchtlinge, die ihr kriegsgebeuteltes Land verlassen, um als Bauarbeiter beim Wiederaufbau des Nachbarlandes Libanon ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Arbeitsbedingungen sind fürchterlich. Nach dem Film geht es in einer Gesprächsrunde mit Roland Kern darum, wie syrische Flüchtlinge in den angrenzenden Ländern leben müssen: Seine Interviewpartner sind die im Raum Weinheim wohnende Soziologin und Flüchtlingsforscherin Dr. Renate Breithecker, der ehemalige Integrationshelfer  Laith Mitiy, der selbst als Flüchtling kam,   sowie der  in Weinheim lebende Syrien-Experte Jassin Fakhani. „The taste of Cement“ ist aktuell für den deutschen und arabischen Filmpreis nominiert.

Hakim Ourghi

Am Sonntag, 25. November, ist die Verschleierung von Frauen das große Thema einer Veranstaltung ab 16 Uhr im Alten Rathaus am Marktplatz. Zunächst werden dort Ausschnitte aus einem Theaterstück namens „Transit“ der Gruppe „SYNthesis“  gezeigt. Dann halten Impulsvorträge zum Thema: Integrationsbeauftragte Ulrike Herrmann („Freie Frauen in Deutschland haben ein Selbstverständnis“), die Berliner Frauenrechtlerin Naila Chikhi („Mein Weg über Algerien und Tunesien, Frankreich nach Deutschland“) sowie der Freiburger Islamwissenschaftler und Philosoph Dr. Abdel-Hakim Ourghi („Ihr müsst kein Kopftuch tragen – Aufklären statt Verschleiern.“) Im Anschluss an die Referate ist eine Diskussionsrunde vorgesehen, die vom Naturwissenschaftler und Kompetenz-Trainer Dr. Klaus Schenck moderiert wird.

Am Montag, 26. November, geht es um „Indien – der unbekannte Subkontinent“. An diesem Abend, den der AK Asyl ab 19.30 Uhr in seinen Räumen in der Zeppelinstraße anbietet, wird S. Nandagiri, die in Weinheim lebt, von ihrer südindischen Heimat erzählen, sie kann auch Fragen zur Politik und Gesellschaft in Indien beantworten. Dazu werden leckere Kostproben aus der indischen Küche gereicht (ebenfalls kostenlos), die Moderation übernimmt AK-Sprecherin Elfie Rentrop.

Afrika steht im Mittelpunkt der Dienstagveranstaltung, die am 27. November ab 19 Uhr in der Liebenzeller Gemeinde in der Nordstadt stattfindet. Dabei gibt es viele Informationen aus erster Hand von Fouiza Hammoud zu TANG – dem 2013 gegründeten  The African Network of Germany. Die Referentin berichtet unter anderem über ihre Erfahrungen als Nothilfekoordinatorin der Welthungerhilfe im Südsudan. Durch den Abend führt Jürgen Ripplinger.

Am Mittwoch, 28. November, liegt der Fokus ab 19 Uhr im Saal der Stadtbibliothek auf dem Nahost-Konflikt. Der 1954 in Beirut geborene Philosophieprofessor  und Historiker Elias Jammal liest und spricht über sein Buch „Aufwachen in der Welt“, einem autobiografischen Roman. Jammal war als Entwicklungshelfer tätig und gilt als großartiger Experte des Nahen Ostens. Den gemeinsamen Dialog nach der Lesung moderiert VHS-Chefin Dr. Cristina Ricca.

Der Abschluss der interkulturellen Woche am Donnerstag, 29. November, ab 19.30 Uhr, findet in der Weinheimer Moschee in der Nordstadt statt. Hasan Sarica, Vorsitzender des Moscheevereins, beleuchtet das „Weltkulturerbe in der Türkei“ vor dem Hintergrund, dass die türkische Architektur nicht nur im Osten sondern auf der ganzen Welt einen hohen Stellenwert besitzt. Der Vortrag ist eine interessante Verbindung zwischen Geschichte und Religion.

Weiterer Presseartikel: Zum Auftakt ein „Geschmack von Zement“

(Erstellt am 31. Oktober 2018)

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