„Er hat sein Leben anderen geschenkt“

Weinheims Feuerwehr nahm Abschied vom ehemaligen Kommandanten Reinhold Albrecht

Hunderte von Feuerwehrleuten aus Weinheim und der ganzen Region, dazu viele Vertreter des öffentlichen Lebens in Weinheim, Bekennte, seine Freunde und seine Familie nahmen am Dienstag Abschied von Reinhold Albrecht, dem ehemaligen und hochverdienten Feuerwehrkommandanten und Stadtbrandmeister der Weinheimer Feuerwehr. Albrecht war am 31. Dezember überraschend im Alter von erst 60 Jahren verstorben, ein gutes halbes Jahr nach seinem Eintritt in den Ruhestand. Die Trauerfeier in der Stadtkirche war von der Unfassbarkeit über diesen plötzlichen Tod geprägt.
 
Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner würdigte Reinhold Albrecht in seinem Nachruf als Kommandant, der die Weinheimer Feuerwehr in den letzten 20 Jahren geprägt hat, aber auch als humorvollen, offenen und heimatverbundenen Menschen mit vielen Interessen. Fetzner bescheinigte: „In den 20 Jahren seiner Kommandantschaft hat sich das Feuerwehrwesen in Weinheim enorm entwickelt. Das neue Feuerwehrzentrum wurde gebaut, ein hauptamtliches Team gebildet, die medizinische Notfallversorgung über First Responder aufgebaut und eine der ersten Kinderfeuerwehren in Baden-Württemberg gegründet. Auch der erste Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Weinheim trug deutlich die Handschrift von Reinhold Albrecht.“

Dabei sei er nie ein Hardliner gewesen, sondern offen, ehrlich und fähig, die eigene Meinung zu reflektieren oder auch zu ändern, wenn es gute Argumente dafür gab. Fetzner zitierte den früheren Landesbranddirektor Professor Hermann Schröder aus Dossenheim, der an der Trauerfeier teilnahm,und ein langjähriger Wegbegleiter Albrechts war. Schröder hatte Albrecht bei dessen Verabschiedung aus dem Dienst  als „einen Menschen mit extremem Rückgrat“ und als die „Sicherheitskompetenz der Stadt Weinheim“ bezeichnet. Am Sarg, der mit der weiß-blauen Weineimer Flagge bedeckt war, verlas Fetzner auch einen Nachruf aus der Weinheimer Partnerstadt Eisleben; auch die Lutherstadt war mit einer Delegation zur Trauerfeier angereist. „Die Lutherstadt Eisleben trauert um eine Person, die im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Weinheim und der Lutherstadt Eisleben, besonders im Brandschutz, tiefe Spuren hinterlassen hat“, zitierte der Bürgermeister. Albrecht sei in der Partnerschaft die treibende Kraft und somit auch verantwortlich gewesen, dass die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr in Eisleben nach der Wende optimiert werden konnte. Durch seine hilfsbereite und kollegiale Art sei er besonders für die jungen Mitglieder ein Vorbild und Freund gewesen.

Fetzner überbrachte stellvertretend auch Beileidsbekundungen der „Weinheimer Blüten“, deren Ehrensenator Reinhold Albrecht war. Dort schätzte man ihn als lebensfrohen und humorvollen Menschen. Und auch die Theatergruppe „Holzwurm“ hat einen Darsteller und guten Freund verloren. Von dort hieß es: „Uns, seinen Mitspielerinnen und Mitspielern, berührte Reinhold mit seiner unglaublich präsenten, warmherzigen, hilfsbereiten und zuversichtlichen Persönlichkeit. Er begegnete uns stets mit Gelassenheit und Ruhe, gleichzeitig aber auch mit großer Lebenslust und einer nicht versiegenden Freude daran, Neues zu entdecken, sich auszuprobieren und immer weiterzuentwickeln. Umso fassungsloser müssen wir nun von Reinhold Abschied nehmen. Wir verlieren einen besonderen Freund und werden ihn von ganzem Herzen vermissen.“ Der Bürgermeister fasste zusammen: „Immer wenn Hilfe benötigt wurde, war er da. Wer ihn als Freund hatte, konnte sich umsorgt und behütet fühlen.“ Vor dem Nachruf hatte Pfarrer Dr. Stefan Royar in der Stadtkirche den Hinterbliebenen Trost und Segen gespendet. Auch der Geistliche betonte immer wieder die hilfsbereite, selbstlose aber auch lebensfrohe und zupackende Art des Verstorbenen sowie seine verantwortungsvolle Rolle in der Stadt. Royars Worte werden lange haften bleiben: „Reinhold Albrecht hat sein Leben anderen geschenkt, vielen hat er sogar das Leben gerettet.“

(Erstellt am 08. Januar 2019)

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