Am Postknoten muss es schneller gehen

"Alle Beteiligten müssen wissen, dass es sich hier um die zentrale Zufahrt zur Innenstadt handelt, da erwarte ich mehr Engagement und Kreativität.“ Mit diesen Worten hat Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just jetzt deutlich gemacht, dass seine Geduld bei der Baumaßnahme am Postknoten am Ende ist. „Weitere Verzögerungen werden wir nicht dulden“, stellte der OB vor allem in Richtung der Mannheimer Verkehrsgesellschaft rnv klar.

Die rnv ist im Auftrag der Stadt Bauträger der Maßnahme und Auftraggeber der Baufirmen. Diese Konstellation wurde schon vorletztes Jahr so gewählt, weil die Erneuerung der OEG-Gleise das größte Modul innerhalb der Maßnahme Mannheimer Straße/Postknoten mit Verlegung der Haltestelle war. Die Übertragung der Bauträgertätigkeit bei Großbaustellen auf einen Akteur ist ein übliches Vorgehen.
Im Weinheim Fall sind OB Just und Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner aber mittlerweile verärgert, weil ihrem Eindruck nach die rnv während der Bauzeit zu stark auf ihre ÖPNV-Investition und zu wenig auf den Straßenbau fokussiert gewesen sei. Daher war das im Vorjahr noch anvisierte Baustellenende im September zuletzt nicht mehr zu halten.
„Wir sind aber unseren Bewohnern, insbesondere dem Einzelhandel in der Stadt einen sehr zügigen Ablauf und ein baldiges Ende schuldig“, so der OB, „das haben wir auch immer so betont“.
Für die Weinheimer Verwaltungsspitze ist eine weitere Verzögerung „inakzeptabel“, wie Just betont. Er fordert die rnv auf, jetzt alle Maßnahmen einzusetzen, um noch im Oktober, also vor dem Anlaufen des Weihnachtsgeschäftes, die Bauarbeiten am Postknoten abzuschließen. Dabei sollten auch notwendige Maßnahmen wie Nacht- und Wochenendarbeiten in Erwägung gezogen werden. Gleichzeitig betont er aber auch: „Die Mehrkosten dürfen nicht an der Stadt hängen bleiben, sondern an den wahren Verursachern der Verzögerung.“
In dieser Woche verhandeln Vertreter der Stadt Weinheim mit der rnv und den Baufirmen, um einen Endspurt der Baustelle zu regeln. Sollte das nicht von Erfolg gekrönt sein, will der OB selbst bei der rnv-Geschäftsführung die Fristeinhaltungen einfordern. „Wir stehen da ganz an der Seite unserer Einzelhändler“, betont Just. Weinheims Wirtschaftsförderer Jens Stuhrmann nahm in dieser Woche auch an einer Vorstandssitzung des Vereins „Lebendiges Weinheim“ teil, um die Einzelhändler von den erneuten Initiativen des OB zu berichten und das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Geschäftsleute bestärkten die Stadt bei ihrer Haltung und betonten, dass sie an der Seite des OB auch zu weiteren Aktionen bereit sind, um ein baldiges Ende des Straßenbaus zu erreichen.

(Erstellt am 25. September 2019)

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