„Mit Selbstvertrauen, aber auch Demut“

Interview mit Manuel Just, dem neu gewählten Weinheimer Oberbürgermeister – „Bei der Zukunftswerkstatt vorankommen“
 

 
Herr Just, gewählt gleich im ersten Wahlgang, sind Sie selbst überrascht?
Das kann man wohl sagen! Bei einem aus insgesamt sieben Bewerbern und Bewerberinnen bestehenden Feld, war dies so in dieser Deutlichkeit sicherlich nicht zu erwarten.
 
Was denken Sie, was hat so besonders den Nerv der Wählerinnen und Wähler in Weinheim getroffen?
Ich glaube, dass es die Kombination aus einem guten Wahlprogramm, in dem der Bürger im Mittelpunkt stand, und der Kompetenz war, die ich immer wieder versucht habe herauszuarbeiten. Und letztendlich muss natürlich auch in gewissem Maße die Sympathie mitspielen. 
 
Überwiegt jetzt die Freude oder eher der Respekt vor der Aufgabe?
Beides! Ich gehe die vor mir liegende Aufgabe mit viel Selbstvertrauen an, aber natürlich auch mit einer Portion Demut.
 
Wie würden Sie im Nachhinein den Wahlkampf beschreiben?
Als anstrengend und intensiv, aber stets von allen Seiten fair geführten Wahlkampf. Ich glaube es sind zweierlei Dinge deutlich geworden. Weinheim ist eine attraktive Stadt, für die viele Bewerber sich hätten vorstellen können zu arbeiten. Und auch die Kandidaten haben Werbung dahingehend gemacht, dass es möglich ist, über politische Inhalte unterschiedlicher Meinung zu sein, aber dem Mitbewerber dennoch mit Wertschätzung zu begegnen.
 
Haben Sie eigentlich zwischenzeitlich einmal gezweifelt, ob die Kandidatur die richtige Entscheidung war?
Keine Sekunde!
 
Haben Sie Weinheim, seine Bürgerinnen und Bürger nochmal neu einzuschätzen gelernt?
Klar. Wenn man sich über 20 Wochen Tag für Tag in einer Stadt mit so vielen Ortsteilen und Einwohnern bewegt und immer und immer wieder mit den Menschen im Gespräch ist, lernt man natürlich eine Stadt, teilweise auch ihre Probleme, aber vor allem auch ihre Chancen nochmals besser kennen.
 
Wie sehen jetzt die nächsten Tätigkeiten aus? Ihr Amtsantritt ist ja erst in zwei Monaten, solange ist Heiner Bernhard noch im Amt - wie stellen Sie sich die Übergangszeit vor?
Zunächst muss ich natürlich auch in Hirschberg das ein oder andere noch zu Ende oder auf den Weg bringen. Ich habe den Anspruch meine bisherige Gemeinde "nicht hängen zu lassen". Dennoch werde ich parallel versuchen in die wichtigen Themen "hinein zu kommen". Hilfreich ist hier sicherlich das bereits seit Jahren gute und enge, man kann sagen freundschaftliche Verhältnis zu Heiner Bernhard. Ich denke wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und gemeinsam beraten wie wir uns den Übergang vorstellen, um für die Stadt die geringsten Übergangsverluste zu generieren.
 
Wie soll Ihre Amtseinführung aussehen, eher feierlich oder geschäftsmäßig - wonach ist Ihnen zumute?
Am Tag nach einem solchen Ergebnis sage ich natürlich: eher feierlich. Gleichwohl bin ich ein bodenständiger Mensch. Das sollte bei einem solchen Anlass meines Erachtens zum Ausdruck kommen.
 
Gibt es dann für die ersten Wochen und Monate eine Art "Fahrplan"?
Selbstverständlich habe ich eine grobe Vorstellung. Allerdings funktioniert das Rathaus ja heute schon sehr gut. Insoweit wird es in den ersten Wochen darum gehen meine Ideen mit den bereits laufenden oder in der Pipeline befindlichen Themen und Projekten abzustimmen. Wichtig wird mir sein, dass wir beim Herzstück meines Wahlkampfes, der Zukunftswerkstatt, schnell vorankommen.
 
Sie konnten im Wahlkampf auf breite Unterstützung auch unterschiedlicher politischer Lager bauen, wie kann es gelingen, dass Sie diese Unterstützung ins politische Geschäft mitnehmen?
Ich glaube, dass dies bei allen Unterschieden, die auch im Wahlkampf nicht über Bord geworfen wurden, dennoch gut gelingen wird. Ich verstehe mich als ruhigen, besonnenen, vielleicht sogar ausgleichenden Menschen. Dies möchte ich gerne beibehalten. Wenn mir dies gelingt, wird auch das Miteinander gelingen. Übrigens bin ich davon überzeugt, dass dies nicht nur mit Blick auf meine Unterstützer gelingen kann, sondern auch mit Blick auf die anderen Parteien. Der von allen Seiten fair geführte Wahlkampf ist da sicherlich eine hilfreiche Grundlage.

(Das Interview führte Pressesprecher Roland Kern)
 
 
 

(Erstellt am 11. Juni 2018)

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