„Positive Entwicklung zur sozialen Stadt“

Es war die erste und höchstwahrscheinlich einzige Neujahrsansprache, die aus dem Mund des Ersten Bürgermeisters Dr. Torsten Fetzner zu hören war am Sonntag beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Weinheim.

Dennoch wird man an diese Rede noch lange denken; der Interims-OB sprach durchaus strittige kommunalpolitische Themen an wie die Gewerbeentwicklung oder auch den Erhalt des Hallenbades in Hohensachsen sowie generell das Verhältnis zu den Ortsteilen. Ein Schwerpunkt seiner Ansprache war die weitere Entwicklung Weinheims hin zu einer sozialen Stadt. Dies habe er, so Fetzner, im vergangenen Jahr „sehr positiv wahrgenommen“. Er bezog sich bei dieser Einschätzung auf Aktivitäten und Projekte wie die Praxis-Lernwerkstatt und das Projekt „Quartier 2020“, in dessen Rahmen im Baugebiet „Allmendäcker“ ein generationsübergreifendes Wohnquartier für alle Gesellschaftsschichten geschaffen werden soll. Sehr konsequent, so der Bürgermeister, habe der Gemeinderat dort eine Quote von 20 Prozent für sozial orientierten Wohnungsbau gefordert und beschlossen. Diese Festlegung gelte jetzt nicht nur für die „Allmendäcker“ sondern für alle größeren neuen Baugebiete wie das große Sanierungsgebiet „Westlich Hauptbahnhof“. Fetzner: „Dieser Ansatz ist der Richtige, denn Weinheim ist eine Stadt mit einem überdurchschnittlich hohen Altersdurchschnitt. Ich sehe das aber nicht als Makel an. Gerne nehmen wir alle die Herausforderung an, für alle Menschen, die auch im Alter gerne bei uns wohnen möchten, eine seniorenfreundliche Stadt zu schaffen.“ In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die erste Weinheimer Pflegekonferenz, an der rund 40 Akteure aus dem Bereich Pflege und Gesundheitswesen teilgenommen haben.

Im Jahr 2019 werde die Verwaltung mit dem Gemeinderat über die zukünftige Wohnbau- und Gewerbeentwicklung diskutieren. Fetzner: „Sie haben sicherlich gehört oder gelesen, dass ich kein Freund eines neuen Flächennutzungsplans bin.“ Er würde es vielmehr als ein wichtiges Signal ansehen, „wenn wir unsere Flächenausweisungen aus dem Jahr 2004 auf den damaligen Stand einfrieren“. Der Bürgermeister: „Damit wären wir das einzig mir bekannte Mittelzentrum in Baden-Württemberg, das aktuell von der Ausweisung von neuen Bauflächen in Flächennutzungsplänen absieht und damit einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit Flächenressourcen ernst nimmt.“ Konkret äußerte er sich auch zu einer Ausweisung von Gewerbeflächen in den Breitwiesen an der Autobahn: „Für mich hat das Ergebnis des Bürgerentscheids gegen die Breitwiesen auch weiterhin Bestand und ich hoffe, dass die Politik das genauso sieht.“ Im Umgang mit den Ortsteilen sei „in den letzten Jahren einiges schiefgelaufen“, bekannte er. Konkret: „Sehr gerne würde ich das Thema Hallenbad Hohensachsen in Angriff nehmen.“ Für ihn als Bauingenieur und Verantwortlicher der Stadt für den Immobilienbereich sei es „fast unerträglich zuzusehen, wie eine städtische Immobile zusehends verkommt“. Nach Abschluss des Schulzentrums im Jahr 2021 gebe es sicherlich wieder mehr personelle Kapazitäten und finanzielle Möglichkeiten.

Auch sollte man nach den gescheiterten Hallenprojekten dafür sorgen, dass das soziale Leben in den Ortschaften weiter geht und dort wieder bürgerlicher Frieden einkehrt. Sein Vorschlag: „Es wäre sinnvoll darüber nachzudenken, ob wir in Oberflockenbach und auch in Lützelsachsen jeweils ein Gemeindezentrum errichten könnten.“ Anfangs seiner Neujahrsansprache hatte Dr. Torsten Fetzner dem vor wenigen Tagen verstorbenen ehemaligen Feuerwehrkommandanten Reinhold Albrecht gedacht. Der traditionelle Neujahrsempfang war mit den Böllerschüssen der Bürgerwehr unter der alten Zeder im Kleinen Schlosspark eröffnet worden. Blütenpräsidentin Helga Eibel und Blütenprinzessin Saskia I. begrüßten die Besucher ebenso wie Lina I., die Lützelsachsener Weinkönigin. Dr. Torsten Fetzner überreichte der Blütenprinzessin symbolisch einen Rathausschlüssel. Schreinermeister Helge Eidt überreichte dem Bürgermeister stellvertretend für die Handwerksinnungen am Ort die Gaben und wünschte allen ein erfolgreiches neues Jahr. Er erinnerte an die Aufgaben des Handwerks insbesondere im Bereich der Ausbildung und der Integration. Die Stadtkapelle Weinheim begleitete den Neujahrsempfang wie immer musikalisch.

Zur Neujahrsansprache im Wortlaut:

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(Erstellt am 06. Januar 2019)

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