Ein Regal gegen die Verschwendung

„Foodsharing“-Gruppe wirkt jetzt auch in Weinheim – Erste Station wurde mit dem Ehrenamtsprojekt  „Männerschuppen“ umgesetzt

Die Vorstellung ist ebenso verblüffend wie erschreckend: Die Deutschen behandeln Nahrungsmittel oft wie Müll. Pro Jahr werden alleine in Deutschland rund 18,4 Millionen Kilo Nahrungsmittel weggeworfen, davon rund 40 Prozent in Privathaushalten. Jeder Deutsche wirft im Durchschnitt pro Jahr rund 85 Kilogramm Nahrungsmittel in den Abfall. Auch Supermärkte gehören – oft aus rechtlichen Zwängen heraus – zu den größten Nahrungsmittel-Vergeudern.

Gegen diese Verschwendung arbeiten bundesweit so genannte „Foodsharing“-Gruppen, die Nahrungsmittel „retten“, um sie der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. In Weinheim gibt es jetzt auch eine solche Gruppe. Mit der Umsetzung eines ersten Standortes, an dem Nahrungsmittel vorübergehend aufbewahrt und entnommen werden können, haben sie am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. Das erste Weinheimer „Foodsharing-Regal“ wurde an der hinteren Einfahrt des Stadthallen-Parkplatzes aufgestellt und von Oberbürgermeister Manuel Just und Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner eingeweiht. OB Just betonte, dass die Stadtgesellschaft  Weinheims gut aufgestellt ist, um Solidarität und Verantwortung zu beweisen. Das Foodsharing-Projekt sei hierfür ein gutes Beispiel.

Fetzner hatte vor einiger Zeit die Idee, dem Foodsharing-Projekt auch in Weinheim einen Wirkungsort zu geben. Damals fand ein erstes Gespräch zwischen Klaudia Freund und Kira Appelt von der „Foodsharing“ -Ortsgruppe Viernheim/Weinheim mit Dr. Torsten Fetzner und Pressesprecher Roland Kern statt. Nach diesem Erstkontakt wurde eines der besonderen Weinheimer Netzwerke aktiviert. So ist ein besonders hochwertiges Schrankregal entstanden als Ehrenamtsprojekt des „Männerschuppens“, der wiederum ein Projekt des Runden Tisch Demografie ist. Das Material wurde großzügig von Monika Springer gespendet, die Hohensachsener Ortsvorsteherin ist auch Mitglied am Runden Tisch Demografie. Der Männerschuppen hat  unter Leitung des Künstlers und gelernten Schreiners Bernd Mohr ehrenamtlich viele Arbeitsstunden geleistet. Die Arbeiten fanden zu der Zeit statt, als der Männerschuppen bei der Lern-Praxis-Werkstatt (LPW) die Räume auf dem Naturin-Gelände nutzen konnte. Also wurde auch ein Integrationsprojekt daraus. Die Arbeiter der LPW haben auch die Wand am Standort gestrichen, so dass sogar noch eine Verschönerung des Straßenbildes entstanden ist. Der Bauhof hat das Regal transportiert und befestigt.

Es wird nun jeden Tag gefüllt, zum Beispiel mit Konservendosen, deren Etiketten angerissen sind, Nudeln, deren Verpackung eine Delle hat oder Bananen mit kleinen brauen Stellen auf der Schale – um nur ein paar Beispiele zu nennen. „Wir retten Lebensmittel“, lautet der Slogan der Gruppe, die längst eine bundesweite Bewegung ist. Das erste Foodsharing-Regal in Weinheim soll nur ein Anfang sein. Der Bedarf, Nahrungsmittel, die ansonsten im Müll landen würden, zu teilen, ist noch viel höher. Also sind weitere Regale und Standorte geplant, dazu sind Ideengeber und Spender gesucht. „Die Foodsharing-Ortsgruppe ist um weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter dankbar“, betonte Kira Appelt bei der Einweihung. Wer Ideen und Tatkraft einbringen kann für weitere Foodsharing-Standorte in Weinheim kann sich wenden an weinheim@foodsharing.network oder direkt an
Kira Appelt, Mobil 0151 / 15 61 08 20.

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