Lotsen im Medienschungel

Die  Mediennutzung an KiTas ist auch für die Fachkräfte ein wichtiges Thema – so richtete die Stadt Weinheim jetzt auch ihren Fachtag für die Erzieherinnen und Erzieher aus

Welche digitalen Angebote darf mein Kind nutzen? Wie lange sollte die Nutzung am Tag sein? Wer prüft im Vorfeld, ob die Inhalte auch kindgerecht sind? Das sind Fragen, die Eltern beschäftigen. Aber natürlich nicht nur sie. Das Medienverhalten der Kinder ist auch ein wichtiges Thema für die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen, der Erzieherinnen und Erzieher der Stadt Weinheim.

Die „Orientierung  im Mediendschungel“, so lautete entsprechend das Schwerpunktthema des diesjährigen Fachtages der pädagogischen Fachkräfte der kommunalen Weinheimer KiTas. Es hat Tradition, dass das Amt für Bildung und Sport für diesen wichtigen zentralen Fortbildungstag einen hochkarätigen Experten als Referent einlädt. Diesmal war es Prof. Dr. Norbert Neuss von der Universität Gießen. Der Pädagoge und Sozialwissenschaftler stellte seine Rede unter das Motto: „Orientierung im Mediendschungel - Medienpädagogik in der KiTa“. Neuss, der in Gießen das Institut für Schulpädagogik leitet, gilt in Fachkreisen als Befürworter des Medienkonsums auch für Kinder - allerdings unter Anwendung von konstruktiven medienpädagogischen Konzepten. Dafür ist allerdings eine Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften erforderlich. Das war die Intention des Fachtages. Dass die Stadt Weinheim auf diese Qualifizierung großen Wert legt, betonten Bildungsamtsleiterin Carmen Harmand und Oberbürgermeister Manuel Just. Der OB berichtete aus seinen Erfahrungen, dass in den Einrichtungen immer häufiger Kinder mit vielfältigen Medienerfahrungen Rat und Hilfe bei den Erzieherinnen suchen. Just: „Den Kindern dabei zu helfen, diese Erlebnisse zu verarbeiten, ist eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe.“ So tragen die pädagogischen Fachkräfte seiner Ansicht nach  wesentlich dazu bei, „dass Kinder sich in der Medienwelt gut zurechtfinden können und legen damit den Grundstein für einen kompetenten Umgang mit Medien“. Frühkindliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen habe somit eine zentrale und grundlegende Bedeutung für den weiteren Bildungserfolg der Kinder und für Chancengerechtigkeit in der Gesellschaft, betonte Just.

Die Erzieherinnen und Erzieher seien mit dafür verantwortlich, dass der Grundstein für eine gelingende Bildungsbiografie jedes einzelnen Kindes gelegt wird. Und der OB lobte: „Ich weiß, mit welchem Engagement Sie sich dieser wichtigen Aufgabe zuwenden.“  Er beschrieb, dass heutzutage ganz selbstverständlich schon kleine Kinder ein Video auf YouTube anschauen, die neuesten Fotos in der Familiengruppe auf WhatsApp, Lernspiele auf dem Tablet spielen und abends ein paar Schlaflieder vom Smartphone hören. Aber, so der OB, der selbst ein Kind im KiTa-Alter hat, sie spielen auch mit ihren Puppen, bauen mit Bauklötzen hohe Türme oder Häuser aus Legosteinen, spielen draußen Ball oder backen mit ihren Freunden einen Kuchen im Sandkasten. Die Folgerung: „Beides – das Digitale und das Analoge – verbinden sie häufig ganz selbstverständlich. Kinder wachsen heute von Anfang an mit digitalen Medien auf.“ Eltern seien gefordert, ihren Kindern hierbei Orientierung zu geben, Regeln festzulegen und deren Einhaltung einzufordern. Das sei  nicht immer leicht.

Kindertagesstätten sollen „die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern, die Erziehung und Bildung des Kindes in der Familie unterstützen und ergänzen“, so zitierte Just das baden-württembergische Kindertagesbetreuungsgesetz. Wie immer bot der pädagogische Fachtag des Weinheimer Bildungsamtes ein Fachreferat, aber auch einen Workshop-Block, der mit externen Experten, darunter von der Stadtbibliothek, den Weinheimer Jugendmedien und der Volkshochschule besetzt war. Dabei ging es unter anderem um die Mediennutzung von Kindern unter drei Jahren sowie die Einbeziehung der Eltern, eingeführt von den Medienpädagogen Eva Weiler und Tobias Gäckle-Brauchler. VHS-Leiterin Dr. Cristina Ricca gab einen Impuls zum mediengenstützten Arbeitsalltag, die Weinheimer Jugendmedien konnten zu medienrechtlichen Themen Auskunft geben. Bibliothekarinnen der Weinheimer Stadtbibliothek steuerten ihren Beitrag zum Stichwort „Digital trifft Analog“ bei. Dazwischen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem in der Mitmach-Ausstellung „Medienwelt entdecken“ informieren. Am Nachmittag moderierte Dr. Christina Ricca noch eine Diskussionsrunde von Experten, darunter auch Fachkräfte der Stadt Weinheim, zur Frage einer pädagogisch sinnvollen Mediennutzung.

(Erstellt am 08. November 2019)

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