Männer in der Lebenskrise

Dann helfen Bücher aus der Weinheimer Stadtbibliothek – Das (weibliche) Team gibt Tipps

Männer sind eben auch nur Menschen. In den vergangenen Monaten sind auf dem Büchermarkt einige Stücke erschienen, in denen sich männliche Autoren mit den Sorgen und Nöten ihres vermeintlich starken Geschlechts beschäftigen. Spannend: Das Team der Stadtbibliothek Weinheim – es sind alles Frauen – gibt zu den Männerbüchern Literaturtipps für den Monat November.
Zum Beispiel: Ist die zweite Lebenshälfte Die bessere Hälfte oder geht es ab 40 nur noch bergab? Eckart von Hirschhausen und Tobias Esch gehen auf die Suche nach dem Glück, das durch Erfahrung, Weisheit und Reife wächst. Es lohnt sich mit auf die Reise zu gehen, schon durch die Tatsache, dass Alter heute eine längere Lebensphase bedeutet, als die Jugend einerseits und die oft hektische  Lebensmitte andererseits.  Die von den beiden Medizinern vorgestellten Modelle der Glücks-Typen und U-Kurve des Lebens sind sehr anschaulich und letztere liefert ein besonders positives Bild.
Nach einem Unfall  kann Howard Axelrod nicht mehr räumlich sehen und er gerät in eine schwere Lebenskrise. Um sich neu zu orientieren zieht er sich in ein abgelegenes Haus in der Wildnis von Vermont zurück. Abgeschieden von der Zivilisation verbringt er dort zwei Jahre seines Lebens auf der Suche nach einem neuen Verständnis der Realität und einer neuen Perspektive. Mit Allein in den Wäldern ist ihm eine authentische, gut geschriebene, intensive Selbstergründung gelungen.

Der Philosoph Jörg Bernardy reflektiert in seinem Buch Mann, Frau, Mensch über die  simple Einordnung in Mann und Frau in unserer Gesellschaft. Identität  ist ein umfassenderes Thema als gedacht: Wäre man eine andere Person, wenn man ein anderes Geschlecht hätte?  Die gut verständliche Sprache des Autors vermittelt einen  glaubwürdigen Respekt gegenüber dem Thema und er schafft es das Interesse an seinen Erläuterungen über "Identität", "Umfeld", "Körper", "Liebe", "Beruf" und "Zusammenleben" zu wecken. Dabei streut er kleine aufbereitete Fallgeschichten ein. Der Autor Garrard Conley  ist Sohn frommer Baptisteneltern.  Als Jugendlicher wird seine Homosexualität bekannt und er wird vor die Wahl gestellt:  Entweder „normal“ werden oder alles Bisherige verlieren. Er erzählt von seinen Erfahrungen als Opfer christlich fundamentalistischer Umerziehungsmaßnahmen, durch die seine Homosexualität "ausradiert" werden soll.  Literarisch gut verpackt, zeigt  Boy erased Unterdrückungsmechanismen auf und macht anderen Menschen Mut, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Der Psychoanalytiker und Vater Alexander Cherdron untersucht, wie  sich die Vater-Sohn-Beziehung im Verlauf der Geschichte verändert hat. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Gegenwart und die besondere Rolle der Väter für ihre Söhne wird dargestellt.  Fallbeispiele verdeutlichen klassische Konflikte zwischen Vätern und Söhnen. Der Autor legt mit Väter und Söhne eine anspruchsvolle und aufschlussreiche Analyse mit Zitaten aus unterschiedlichen Gebieten vor.

Philosophisch, psychologisch und praxisorientiert zeigt das Buch Du musst nicht von allen gemocht werden  von Ichiro Kishimi und Fumitake Koga wie man sich von den Fesseln vergangener Erfahrungen, Zweifeln und Erwartungen anderer lösen kann.  Die Erkenntnisse von Alfred Adler – dem Vorreiter der Achtsamkeitsbewegung -  liegen einer Unterhaltung zwischen einem  unglücklichen jungen  Mann und  einen Philosophen zugrunde.  Dabei wird klar, dass die Probleme immer einen zwischenmenschlichen Ursprung haben. Hannes Jaennicke plädiert dafür, Mut zum Anderssein zu entwickeln, keine Angst davor zu haben, sich dem Mainstream entgegenzustellen. Dabei steht die Frage im Raum: Wer ist ein Held, ein Vorbild, eine moralische Instanz?  Humorvoll und persönlich erzählt der Autor in seinem Werk Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche – Warum wir dringend Helden brauchen von seinen Helden und Vorbildern und ermuntert, sich mit Eigensinn für eine bessere Welt einzusetzen.

Hajo Schumacher will im "Geschlechterkrieg" versöhnen, da es nicht so große Unterschiede zwischen Mann und Frau gäbe, sondern zwischen Menschen generell. Mit seiner Frau erkundete er in einem Paarseminar die Rolle des jeweiligen anderen und es überraschte beide, wie sehr sie bisher in Stereotypen und Klischees gefangen waren. Ebenso ist er die ständige Bewertung der Männerrolle leid. Wie will er seinen Söhnen ein positives Männerbild erklären? Besser wäre es doch seine Söhne zu guten Menschen zu erziehen. In Männerspagat fordert er zu mehr Offenheit und Respekt auf. Ein kluges und Mut machendes Buch. Diese und weitere Bücher stehen zur Ausleihe in der Stadtbibliothek Weinheim zu den Öffnungszeiten dienstags, mittwochs und freitags 10 bis 18 Uhr, donnerstags 10 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr, zur Verfügung. Weitere E-Books unabhängig von den Öffnungszeiten unter www.metropolbib.de

(Erstellt am 11. November 2019)

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