„Ein kleines bisschen Danke sagen“

Der Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart WUB wird nächstes Jahr 20 Jahre alt – Ein Gespräch mit den beiden Lernpaten Dr. Bernhard Scholtyssek und Kurt Schnaithmann

Der Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart WUB hat sich im Jahr 2000 gegründet, besteht also im nächsten Jahr seit 20 Jahren. Über Veränderungen in dieser Zeit und die aktuellen Herausforderungen  haben wir ein Interview mit zwei langjährigen ehrenamtlichen Paten geführt: Dr. Bernhard Scholtyssek und Kurt Schnaithmann.

Herr Schnaithmann, Herr Scholtyssek wenn Sie den Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart WUB in zwei Sätzen beschreiben, was macht er?
Wir sind eine Gruppe von Freiwilligen,  Frauen und Männer,  die sich an Weinheimer Schulen (DBS, HFS, HKS, JPRS) als Ehrenamtliche für einen gelingenden Berufsstart von Schülerinnen und Schülern engagieren. Wir  begleiten Schülerinnen und Schüler, meist in einem Eins-zuEins-Verhältnis, bis zum Abschluss ihrer Schulzeit.

Welche ehrenamtlichen Aufgaben müssen geleistet werden?
Wir arbeiten entsprechend dem geänderten Bedarf überwiegend als Lernpatinnen und Lernpaten in enger Zusammenarbeit mit den Schulen und Job Central. Wir unterstützen langfristig und individuell Jugendliche, mit Problemen, den Weg ins Berufsleben allein zu finden. Wir helfen bei der Verbesserung des Schulabschlusses mit einer Lernpatenschaft und bei der Berufsorientierung durch das Erkennen der eigenen Stärken als Hilfe bei der Berufswahl.

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe?
Die Begleitung von jungen Menschen bis zu ihrem Schulabschluss und die gemeinsame Freude über einen Abschluss.

Der WUB hat sich im Jahr 2000 gegründet und besteht im nächsten Jahr seit 20 Jahren. Was hat sich an der Aufgabenstellung wesentlich geändert?
Stand in den Gründerjahren die Nachfrage nach Berufspaten  im Vordergrund, so steht heute die Lernpatenschaft im Mittelpunkt. Das liegt daran, dass heute das Angebot an Ausbildungsstellen sehr viel größer geworden ist im Verhältnis zu den Bewerberzahlen und die Anzahl der Schüler, die nach ihrem Schulabschluss weiterführende Schulen besuchen, gewachsen ist.

Warum braucht man den WUB heute immer noch, vielleicht sogar mehr denn je?
Die Anforderungen an Auszubildende sind sehr viel komplexer geworden und der Zugang zu den Berufsfachschulen wurde einfacher.
 
Was ist einfacher geworden, was schwieriger?
Das Angebot an Unterstützern von Job Central, Bildungsbüro und anderen ist größer geworden. Schwieriger und zugleich hilfreich ist der Einsatz von Sozialen Medien bei unserer Arbeit. Eine neue Herausforderung sind die Deutschkenntnisse ausländischer Schüler.

Fachkräftemangel ist ein Hauptproblem unserer Wirtschaft, was kann der WUB dagegen tun?
Wie können helfen beim Schulabschluss, um so auch schwächeren Schülern  den Übergang in die Ausbildung zu ermöglichen.

Wie ist im Moment die Einstellung der Betriebe gegenüber den Schulabgängern?
Das Angebot an Ausbildungsplätzen hat sich gegenüber früher stark erhöht. Abhängig von der Sparte werden Mindestanforderungen in bestimmten Fächern  wie Mathe und  Deutsch gestellt.

Halten Sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für richtig, oder gibt es da aus Sicht der Basis Veränderungsbedarf?
Der Weg, der in Weinheim mit der Weinheimer Bildungskette eingeschlagen wurde, ist vorbildlich und könnte Modellcharakter bekommen.

Inwieweit hat das Thema Migration seit Herbst 2015 die Arbeit des WUB betroffen?
Nach dem Erwerb von Grundkenntnissen in Deutsch kommen zunehmen auch ausländische Schüler  an die von uns betreuten Schulen. Die für eine erfolgreiche Ausbildung und den damit verbunden Berufsschulunterricht erforderlichen Deutschkenntnisse stellen dabei eine neue Herausforderung dar.

Aktuell sucht der WUB so genannte Paten, die junge Menschen beim Lernen begleiten, wer kommt dafür in Frage?
Alle Menschen, die junge Leute einen definierten Zeitabschnitt unterstützen und begleiten wollen.

Wie sieht diese Aufgabe konkret aus?
Wir treffen uns als Lernpaten  in der Regel einmal die Woche mit unseren Schülern  nach dem Unterricht an der Schule nach dem Unterricht und handeln Unterrichtsthemen ab. Als Berufspaten helfen wir bei der Ausbildungssuche, und bei Bewerbungen.

Das ist alles Zeitaufwand, der ehrenamtlich geleistet werden muss – wo kann der Pate für sich dabei einen persönlichen Gewinn oder einen Ausgleich erwarten?
Bei der Begleitung von Jugendlichen auf ihrem Weg in den Beruf und bei der gemeinsamen Freude über einen erfolgreichen Abschluss, außerdem die Kooperation mit Gleichgesinnten im WUB. Als Rentner kann man häufig auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Hier bietet sich die Gelegenheit, der Gesellschaft ein bisschen Danke zu sagen. Unsere Jahrestreffen, zu denen wir mit unseren Kooperationspartnern jährlich von der Freudenberg-Stiftung eingeladen werden, helfen uns, persönliche Netzwerke zu gründen und den Horizont zu weiten.


Interessenten wenden sich bitte an Sabine Beckenbach Telefon  06201 / 37929 oder sabine.beckenbach@jobcentral.de.

(Erstellt am 08. Oktober 2019)

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