„Völlig unerträgliche Entgleisung!“

Sprecherkreis von „Weinheim bleibt Bunt“ verurteilt einen Facebook-Eintrag von G. Deckert nach den Morden in Halle

Am Sonntag, 13. Oktober, berichtete der Sprecherkreis von „Weinheim bleibt Bunt“ im Rahmen der Gedenkfeier für die Opfer von Halle von Hass und Drohmails gegen das Bunte Weinheim und machte klar, dass die zunehmende Verrohung der Sprache in den letzten Jahren die Gewaltbereitschaft gefördert hat und längst zur Vorstufe von Gräueltaten geworden ist. Am gleichen Tag bezeichnete der wegen Volksverhetzung einschlägig verurteilte Günther Deckert, seit kurzem wieder Stadtrat, in einem Facebook-Beitrag den Täter von Halle „als ein(en) Idiot(en) und primitiver(n) Mörder“.

Aber nicht etwa, weil die Tat für sich schlimm ist, sondern „wer als Deutscher (?) wahllos richtige DEUTSCHE erschießt, kann auf keinen Fall ein NATIONALER, rechter Deutscher sein“! Die Tat wäre nämlich „Wasser auf die Mühlen der Anti-Deutschen“. Diese Entgleisung ist nach Ansicht des Sprecherkreises von „Weinheim bleibt bunt“ völlig unerträglich. In einer Presseerklärung des Bündnisses heißt es: „Unser Rechtsstaat bestraft zweifachen Mord mit lebenslanger Haftstrafe. In der Demokratie macht es keinen Unterschied, ob die Opfer Deutsche oder Ausländer waren, Weiß oder Nicht-Weiß, Christen oder Juden oder Muslime oder sonst einer Religion angehören, homo- oder heterosexuell sind oder sich sonst irgendwie unterscheiden. Es sind immer Menschen, die gleichzeitig Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn sind, die Opfer dieser Taten werden.“ Und weiter heißt es: „Der Sprecherkreis distanziert sich auf entschiedenste Weise von den unhaltbaren Aussagen dieses Rechtsextremisten. Wir sehen dringenden Anlass, dass die Strafverfolgungsbehörden den Vorgang überprüfen. Wir appellieren an die Bürgerschaft, sich deutlich und wahrnehmbar gegen derartige Hetze zur Wehr zu setzen. Immer und überall!“

Stellungnahme von OB Manuel Just

"Mit großem Befremden musste auch ich eine Facebook-Veröffentlichung des Weinheimer Stadtrates Günter Deckert zur Kenntnis nehmen. Herr Deckert äußert sich darin in verharmlosender und zynischer Weise zu dem Anschlag und den Morden von Halle. Es ist mir ein Anliegen zu betonen, dass ich als Oberbürgermeister und Vorsitzender des Gemeinderates diese Äußerung auf das Schärfste verurteile - auch wenn sie nicht in einer Sitzung getätigt wurden. Es ist mehr als befremdlich, dass solche Äußerungen in Zusammenhang mit einem gewählten Stadtrat unserer Stadt gebracht werden können. Ich stehe voll und ganz hinter den Äußerungen, die während der Mahnwache des Bündnisses "Weinheim bleibt bunt" gegen Antisemitismus am Sonntag getätigt worden sind. Gewalt beginnt mit Worten, und die Wortwahl von Herrn Deckert ist in meinen Augen eine nicht akzeptable Vorstufe von Gewalt.“

(Erstellt am 18. Oktober 2019)

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