„Ein Gewinn für unsere Stadt“

Das Jahr der Heimattage 2025 nimmt in Anbetracht dieser Zahl nochmal eine besondere Bedeutung an: 216 Menschen aus vielen Herren Ländern schafften in diesem Jahr in Weinheim die Voraussetzungen für eine deutsche Staatsbürgerschaft. In Weinheim hat es bereits Tradition, diese Menschen bei einer Einbürgerungsfeier im Rathaus zu begrüßen – wie jetzt am Samstag.

Stadträtin Christine Eitenmüller konnte die neuen Mitbürger mit persönlichen Worten und sogar einem Bonmot willkommen heißen: Als gebürtige Österreicherin musste sie einst selbst den deutschen Pass erst beantragen.
 
Die Zahl der Menschen, die in Weinheim eine deutsche Staatsbürgerschaft anstreben, wird immer höher – die Gründe sind individuell und vielfältig. Von den 219 Frauen und Männern stammen die meisten aus der Türkei und Syrien, dann folgen Albanien, Ägypten, Iran und Irak. „Weinheim ist eine weltoffene und tolerante Stadt mit einer großen kulturellen Vielfalt“, schilderte Christina Eitenmüller. Menschen anderer Nationen oder Herkunft, anderer Religion oder Kultur sehe man hier als Gewinn für die Stadt und die dazugehörige Stadtgesellschaft.
 
Das wurde auch diesmal wieder klar, als Pressesprecher Roland Kern als Moderator einige Bürgerinnen und Bürger interviewte. „Da kann man gut sehen, wie Zuwanderung unser Leben bereichert“, fasste er zusammen, nachdem beispielsweise ein Chemie-Ingenieur aus Simbabwe schilderte, dass er nun als Bekenntnis zur deutschen Heimat die Staatsbürgerschaft beantragt habe. Er kam schon vor 25 Jahren als Student nach Deutschland, lebt mit seiner Familie hier. Oder die Frau, die in Ägypten geboren ist und bei Verlag VCH arbeitet; sie schätzt in Deutschland die Verlässlichkeit des Berufslebens und der Behörden. Ein gebürtiger Kurde schilderte sein Leben als Physik- und Mathematiklehrer, der mittlerweile an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule unterrichtet – das Mathematikstudium hat er nachgeholt. Er musste seine alte Heimat wegen politischer Verfolgung verlassen.
„Bringen Sie sich in die Organisationen ein, die Ihren Hobbies und Neigungen am besten entsprechen“, rief Christina Eitenmüller den Frauen und Männern zu. Als leuchtendes Beispiel schilderte ein Entwicklungsingenieur, der ebenfalls aus Ägypten nach Weinheim kam, dass er Jugendtrainer bei der TSG Lützelsachsen ist; sein Sohn gehört dort zu den Stützen der Mannschaft.
„Und verteidigen Sie dabei stets die Demokratie!“, appellierte die Stadträtin. Im persönlichen Gespräch nach der Feier berichtete ein Mann, der mit türkischen Pass schon 30 Jahre in Weinheim lebt, warum er jetzt unbedingt deutscher Staatsbürger werden wollte: „Um zu wählen, die demokratischen Parteien zu stärken und rechtsextreme Politik in Deutschland zu verhindern.“
„Werden Sie selbst zum Gestalter unserer gemeinsamen Heimat“, wünschte sich Christina Eitenmüller in ihrer Begrüßung. Nach dem offiziellen Teil, der vom Klarinetten- und Saxofonensemble der Musikschule Badische Bergstraße unter der Leitung von Nicolai Pfisterer begleitet wurde, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch mit einem Gläschen Sekt auf die gemeinsame neue Heimat anstoßen.