Zwischen Rosen ein Ruf nach Frieden

Die Bürgerstiftung Weinheim kommt bei der Planung eines Friedensdenkmals und Schülerprojekten gut voran – Weitere Spenden benötigt
Den Namen gibt es schon. „Calling für Peace“ soll das Kunstwerk heißen, das als Friedensdenkmal in der Weinheimer Rosenanlage entstehen soll, bestenfalls schon im Sommer und eingeweiht werden im Herbst. Ein Kunstwerk, hinter dem viel mehr steckt als das Material, aus dem es entsteht. „Calling for Peace“ soll das Resultat eines Schülerprojektes werden, in dem sich viele Menschen dieser Stadt mit Fragen wie diesen beschäftigen sollen. Die Bürgerstiftung Weinheim hat schon im vergangenen Jahr mit einem Spendenbrief an die Bürgerschaft und an Vertreter von Politik und Wirtschaft gewandt, um durch Spenden zunächst eine wirtschaftliche Grundlage des Kunstwerks zu schaffen. Denn auch die Finanzierung soll schon ein bürgerschaftliches Gemeinschaftsprojekt sein. Etwa 30 000 Euro werden benötigt.Ein knappes halbes Jahr danach sieht es gut aus. Rund die Hälfte der Spenden sind zusammengekommen, so dass sich die Stiftung nun mit einem Aufruf nochmals direkt an die Bürgerinnen und Bürger wendet.Im Rathaus-Gespräch mit Oberbürgermeister Manuel Just erklärten jetzt Jürgen Osuchwoski und Gudrun Aisenbrey nochmals, wie die Projektidee auf zwei Säulen gewachsen ist: Erstens dem 20-jährigen Bestehen der Bürgerstiftung in 2025 und dem daraus entstandenen Bedürfnis, „der Stadt und ihren Menschen ein besonderes Geschenk zu machen“. Und zweitens aus dem Gedanken im Jahr der Heimattage Baden-Württemberg, dass ohne Frieden eine Heimat nicht denkbar ist. „Frieden und Demokratie gehören zusammen“, so der Vorstand der Stiftung.OB Just begrüßte das Engagement der Bürgerstiftung außerordentlich. So werde bürgerschaftliches Engagement gefördert und der Sinn für Demokratie und Frieden gestiftet.Voraussetzungen sind schon geschaffen: Die Karlsruher Künstlerin Stefanie Welk, die im Auftrag der Bürgerstiftung auch die Skulptur „Sphera“ am Alten Friedhof erschaffen hat, wurde von einer Jury bereits ausgesucht, die aus Vertretern des Kunstvereins, des Gemeinderats, den Anwohnern und der Bürgerstiftung bestand. Die geplante Plastik hat die Form einer Kugel als Symbol für die Einheit und Verletzlichkeit des Friedens. Ihren Platz soll sie auf dem Rasen der Rosenanlage an der Freudenbergstraße unterhalb der Lubbert-Bauten bekommen. Aber sie soll auch in einen größeren Zusammenhang gehören.Eine Gruppe von etwa 20 politisch und künstlerisch engagierten Jugendlichen soll die Entstehung der Skulptur mit Gesprächen, die aufgezeichnet werden, Schreibwerkstätten und einem Poetry Slam begleiten. Ausgewählte Aussagen werden dann als Edelstahl-Schriftbänder die offene Kugel bilden, die einen Durchmesser von etwa 2,5 Meter haben wird. Die Kugel soll auf einem flachen Sockel stehen und von einem Kreis aus Rosen umgeben sein. Ein Kick-Off-Workshop mit Jugendlichen aus Schulen und Organisationen wird schon am 5. März in der Stadthalle stattfinden. In einem nächsten Schritt soll das Kunstwerk zwischen den Rosen dann Start und Ziel eines ausgewiesenen „Pfades der Erinnerung“ werden, der zu geschichtlichen Orten in der Stadt führt, die auf Kriege und deren Folgen verweisen, wie zum Beispiel das Mahnmal im Stadtgarten oder auch das Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße. Insgesamt soll das Projekt, so der Wortlaut des Spendenbriefs, „ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass Weinheim für Frieden, Miteinander und Verantwortung steht. Spenden sind herzlich willkommen auf dem Spendenkonto der Bürgerstiftung WeinheimIBAN: DE64 6709 2300 0003 7770 06. BIC: GENODE61WNM. Verwendungszweck: Friedensplastik
