Tauschen statt neu kaufen

Kleidertausch-Börse am Sonntag, 11. Oktober, in Hohensachsen – Faires Frühstück, Vortrag und Upcycling-Workshop

Der Kleiderschrank ist voll – und trotzdem scheint nichts zum Anziehen dabei zu sein? Dann könnte ein Tausch für frischen Wind sorgen. Am Sonntag, 11. Oktober, von 10 bis 14 Uhr lädt die Fair-Trade-Stadt Weinheim zu einer Kleidertausch-Börse in die Mehrzweckhalle Hohensachsen, Lessingstraße 27, ein. Neben dem eigentlichen Kleidertausch erwartet die Besucherinnen und Besucher ein faires Frühstück, ein Vortrag rund um nachhaltige Mode sowie ein Upcycling-Workshop. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Idee ist einfach: Gut erhaltene Kleidung bekommt ein zweites Leben, statt ungetragen im Schrank zu liegen oder entsorgt zu werden. Denn die Auswirkungen unseres Kleidungskonsums sind erheblich. Rund 40 Prozent der in Deutschland gekauften Kleidung werden nie oder nur selten getragen. Gleichzeitig wurden im Jahr 2023 bundesweit rund 175.000 Tonnen Bekleidungsabfälle gesammelt – etwa 55 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor. Zusätzlich wurden rund 452.000 Tonnen Altkleider ins Ausland exportiert. Weltweit entstehen jährlich schätzungsweise 92 Millionen Tonnen Textilabfälle, von denen ein großer Teil auf Deponien landet oder verbrannt wird.
Auch die Herstellung von Kleidung verbraucht erhebliche Ressourcen. So stammt ein großer Teil der weltweit produzierten Baumwolle von künstlich bewässerten Flächen. Umso wichtiger ist es, Kleidung möglichst lange zu nutzen, weiterzugeben und vorhandene Stücke neu zu entdecken.
Bei der Weinheimer Kleidertausch-Börse können Besucherinnen und Besucher bis zu zehn gut erhaltene und saubere Kleidungsstücke für Erwachsene mitbringen und an der Annahme abgeben. Anschließend darf nach Herzenslust gestöbert, anprobiert und mitgenommen werden, was gefällt. Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen klassischen Flohmarkt: Es gibt keine Preise und keine Verhandlungen – die Kleidung wird einfach weitergegeben und getauscht.
Angenommen wird Erwachsenenkleidung, die noch in einem Zustand ist, in dem man sie auch guten Freundinnen oder Freunden weitergeben würde. Auch Gürtel und Taschen dürfen mitgebracht werden. Nicht angenommen werden Kinderkleidung, Schuhe, Unterwäsche oder Bademode. Die Veranstalter bitten zudem darum, möglichst auf minderwertige Fast-Fashion-Kleidung zu verzichten. Kleidungsstücke, die am Ende der Veranstaltung übrig bleiben, werden an eine gemeinnützige Organisation in Weinheim gespendet.
Zum Kleidertausch gehört auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Beim fairen Frühstück gibt es fair produzierte Lebensmittel aus aller Welt sowie regionale Köstlichkeiten. Um 11 Uhr spricht Andreas Wenzel in seinem Vortrag „Fast Fashion oder Slow Fashion?“ über die Auswirkungen unseres Modekonsums und mögliche nachhaltigere Alternativen. Kreativ wird es beim Upcycling-Workshop mit Silke Schwarzbach: Hier wird gezeigt, wie aus alten T-Shirts etwas Neues entstehen kann.
Wer zur Kleidertausch-Börse kommt, ist eingeladen, möglichst mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, da rund um die Mehrzweckhalle nur begrenzt Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Aber auf dem nahegelegenen Anetplatz kann auch geparkt werden.
Die Veranstaltung wird von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.
Veranstalter ist die Stadt Weinheim. Weitere Informationen gibt es bei Ada Götz, E-Mail: a.goetz@weinheim.de, Telefon 06201 / 82-394.