Auch der Besuch lernte noch dazu

Staatssekretärin Dr. Ute Leidig lernte die Lern-Praxis-Werkstatt kennen – „Eine feste Größe“

Sichtlich begeistert blieb die Staatssekretärin an dem Gartentisch stehen und strich mit der Hand über das fein geschliffene und geölte Eschenholz. „Tolle Arbeit“, bescheinigte sie. Werkstattleiter Khalil Sepehrnia und Geschäftsführer Jürgen Ripplinger sahen sich stolz lächelnd an. „Ja, das ist es“, bestätigte Sephernia, der selbst Fachmann für Holzverarbeitung ist. Die Tische und Bänke und manche andere Arbeit, die Staatsekretärin Dr. Ute Leidig so gut gefiel, stammen aus den Händen von Menschen, die vor fünf Jahren noch keine Perspektive hatten. Heute sind einige von ihnen sogar in fester Arbeit, haben eine Ausbildung absolviert und ihren Platz im Leben gefunden – gerüstet durch eine Beschäftigung und den Aufenthalt in der Lern-Praxis-Werkstatt in Weinheim. Die gemeinsame Einrichtung des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Weinheim, getragen von der Weinheimer Jugendagentur Job Central, geht ins fünfte Jahr ihrer Arbeit. „Wir sind in Weinheim eine feste Größe“, konnte Jürgen Ripplinger berichten. Die Landespolitikerin aus dem Stuttgarter Sozialministerium kam gemeinsam mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Fadime Tuncer jetzt zu Besuch in die Einrichtung auf dem Naturin-Gelände am Käsackerweg. Jürgen Ripplinger, ausgebildeter Erziehungswissenschaftler und Chef von Job Central, erläuterte die Entstehungsgeschichte der Werkstatt. Als man im Nachklang der großen Zuwanderung nach 2015 merkte, dass es trotz aller Angebote der Agenturen, Kammern und des Jobcenters immer noch zu viele Menschen gab, die – nicht mehr schulpflichtig – ohne Betätigung und Chance waren, wollte man ein möglichst niedrigschwelliges Angebot für geflüchtete Menschen mit geringer Qualifikation schaffen; sie wären ansonsten durch alle Raster gefallen. 

So entstand die Lern-Praxis-Werkstatt mit beachtlicher Unterstützung der Weinheimer Firmen Naturin und Freudenberg sowie einer Reihe von Stiftungen und Förderern. Die Beschäftigten bekamen eine Aufgabe und eine Tagesstruktur, berichtete Ripplinger. Sie konnten gemeinnützige Arbeiten verrichten und bekamen dadurch ein Selbstwertgefühl und die Motivation, sich weiter in die Gesellschaft einzubringen. Nach dem Geschenk einer Werkstatteinrichtung 2019 konnte man so richtig loslegen. Immer wieder sei es auch gelungen, vom Land, vom Bund und der EU geförderte Projekte zu holen – auch für Frauen mit Kindern. Ute Leidig zeigte sich interessiert und begeistert von der Idee und der Umsetzung des Projektes, inspizierte mit fachkundigem Blick auch die Fahrrad- und die Nähwerkstatt. Ripplinger und Sepehrnia betonten, dass es ein gutes Zusammenspiel von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Akteuren gebe, die an der Schnittmenge von Integration und Berufsorientierung arbeiten. Dies sei sicher ein Erfolgsrezept der „LPW“, in der auch die Besucher noch etwas vom Leben lernen.

(Erstellt am 14. September 2022)

Anschrift

Stadt Weinheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Obertorstraße 9
69469 Weinheim

Tel.: 06201 / 82 - 390
Fax: 06201 / 82 - 473
Mobil: 0171 / 33 444 27
e-mail

Hier finden Sie uns:
Rathaus Schloss
Eingang A, 1. OG
Zimmer 202 A

Anfahrtsplan (511 KB)

Öffnungszeiten und Termine nach Vereinbarung.

Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Sprechzeiten der einzelnen Ämter und Dienststellen.
Wir haben gleitende Arbeitszeit. Sie erreichen uns telefonisch:

Mo. - Fr. 08.00 - 12.00 Uhr
Mo. - Mi. 14.00 - 16.00 Uhr
Do. 14.00 - 18:00 Uhr