Gestalten und erhalten

Ausschuss soll sich intensiv mit dem Stadtbild der Weinheimer Innenstadt befassen – Zeitgemäße Satzungen  – Bürger einbinden

Einheimische und Besucher finden das Bild der Weinheimer Innenstadt besonders schön – nicht nur die Altstadt und das weithin bekannte Gerberbachviertel und den Marktplatz, sondern auch an die Altstadt grenzende Bezirke wie zum Beispiel den so genannten „Prankel“ unterhalb des Schlossparks. Jeder dieser Bezirke hat seinen eigenen Reiz und seine eigene Geschichte. Das Amt für Stadtentwicklung hat in den vergangenen Monaten mit viel Akribie mehrere Vorlagen für die politischen Gremien der Stadt vorbereitet, bei denen im Wesentlichen die Entwicklung und der Erhalt des Weinheimer Ortsbildes im Mittelpunkt steht. Die für weite Teile des Innenstadtbereichs geltende Erhaltungs- und Gestaltungssatzung aus den 90er-Jahren soll novelliert und in der Folge durch mehrere eigenständige Satzungen ersetzt werden. Die Überarbeitung umfasst im Wesentlichen den Geltungsbereich der rechtskräftigen Satzung. Neu hinzukommen soll darüber hinaus eine Erhaltungssatzung im Sinne des Baugesetzbuches für das südliche Innenstadtquartier „Prankel“.
 
Für eine Überarbeitung der bislang geltenden Erhaltungs- und Gestaltungssatzung führen die Stadtplaner mehrere Gründe an: Nach 25 Jahren seien einzelne planerische und gesellschaftliche Vorstellungen zumindest in Teilen überholt, in einigen Arealen des derzeit gültigen Geltungsbereichs seien andere Gestaltungen mittlerweile etabliert und ein flächendeckender Geltungsbereich sei unter dem Aspekt der Erhaltungssatzung nicht mehr sach- und zeitgemäß. Hintergrund der geplanten Anpassung ist weiterhin die bevorstehende Aufhebung des „Sanierungsgebietes Innenstadt“ zum Ende des Jahres, das die Erhaltungs- und Gestaltungssatzung Mitte der 90er-Jahre mit sich zog. Ohne dieses Sanierungsgebiet sind städtebauliche Satzungen wie etwa eine Gestaltungs- oder Erhaltungssatzung umso wichtiger, um das attraktive Weinheimer Ortsbild weiterhin qualitätsvoll zu gestalten und zu erhalten.

In Bezug auf die inhaltlichen Veränderungen hinsichtlich der Gestaltung stehen Themen wie,  „Werbeanlagen“, Details der „Dachgestaltung“ sowie „Solar- und Photovoltaikanlagen“ im Fokus der Überarbeitung. Bei durchaus umfangreicher inhaltlicher Übereinstimmung mit der bisherigen Satzung möchte die Stadt mit der Anpassung der Vorschriften an die heutigen Ansprüche angepasste Rahmenbedingungen für ein zeitgemäßes und umweltbewusstes Bauen im historischen Umfeld schaffen. Zusätzlich zu den gestalterischen Vorgaben soll ein zusätzlicher Genehmigungsvorbehalt bei der Veränderung städtebaulicher Strukturen in Form einer Erhaltungssatzung in der Innenstadt künftig nicht mehr großflächig gelten, sondern auf die Bereiche fokussiert werden, die eine ganz besondere Charakteristik aufweisen. Neu hinzukommen soll dabei das Gebiet nördlich der Prankelstraße. Der „Prankel“, das äußerst stilvolle Wohngebiet mit freistehenden Häusern unterhalb des Schlossparks, entstand als erste große „südliche Erweiterung“ der Innenstadt in den 1920er- und 1930er-Jahren und hat sich sein besonders charakteristisches Ortsbild bis heute erhalten. Hinter dem Anliegen der Stadtplaner steht insbesondere die Sorge, dass der „Prankel“ durch unbedachte Um- und Neubauten sein typisches Gesicht verlieren könnte. „Das Prankelgebiet ist kein gewöhnliches Wohngebiet, wie es das überall gibt, sondern etwas ganz Besonderes. Wir wollen ihm denselben Schutz zuteil werden lassen wie heute schon anderen ähnlich attraktiven Bereichen der Kernstadt, sodass auch dort das besondere Erscheinungsbild langfristig erhalten bleiben kann“, so Sven-Patrick Marx, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung.
 
Die Stadt Weinheim will in diesem Jahr in die Verfahren zur Novellierung der Satzung einsteigen und sowohl die Zielstellungen als auch mögliche Inhalte mit der Politik und der Bürgerschaft diskutieren oder wie es Oberbürgermeister Manuel Just beschrieb: „Wir stehen sportlich formuliert an der Startlinie und sind längst nicht am Ziel.“ Den Satzungsbeschlüssen, die die Rechtskraft der einzelnen Satzungen mit sich bringen, wird nach Vorstellung der Verwaltung ein mehrstufiges Verfahren zur Einbeziehung der Öffentlichkeit vorangehen.

(Erstellt am 12. Februar 2021)

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