Kampagne für ein Miteinander in der Vorbergzone

Foto: Roland Robra

Verein Blühende Bergstraße gibt Denkanstöße am Blütenweg

Im Vorgebirge knirscht es des Öfteren. Nutzungskonflikte, rücksichtsloses Verhalten und Randale nehmen zu. Selten werden die Fälle so publik wie derjenige, bei dem eine Jungwinzerin in Dossenheim von einem aggressiven Mann tätlich angegangen wurde. Aber ihre Spuren hinterlassen sie dennoch: sowohl im gesellschaftlichen Miteinander als auch in der Landschaft. Dem will die „Blühende Bergstraße“ entlang des Blütenwegs entgegentreten. Es sind kleine Schilder, mit ganz unterschiedlichen Themen, die mit QR-Codes zu kurzen Informationen und Denkanstößen auf der Homepage der Blühenden Bergstraße führen. Die Botschaften sind klar und prägnant. „Der Wolf ist zurück …“ liest man beispielsweise auf einem der Schilder. Auf der Zielseite wird klargestellt, dass zwar sehr viel über Wölfe als Gefahr für Weidetiere und Wildtiere berichtet wird. Aber tatsächlich sind Hunde das viel größere Problem. Viele Hundebesitzer unterschätzen den Jagdinstinkt ihres Hundes und die Probleme, die ausbrechende Hunde auslösen. Wenige wissen, dass ihr Hund eine tödliche Gefahr sein kann. Erst im letzten Sommer hatte ein freilaufender Hund am Blütenweg bei Lützelsachsener eine Schafherde aufgemischt, die auf Flächen der „Blühenden Bergstraße“ weidete. Die traurige Bilanz: Ein Schaf wurde durch Bisswunden so stark verletzt, dass nur eine Notschlachtung in Betracht kam. Ein anderes Schaf wurde in den mobilen Weidezaun getrieben und hat sich dort derart verheddert, dass es sehr viel Mühe kostete, es wieder zu befreien. 

Das ist wohl nicht jedem Hundebesitzer bewusst, der seine eigenen Tiere liebt und daher sicher auch nicht anderen Tieren schaden will. Hinzu kommt der Materialschaden, denn der Weidezaun war nicht mehr zu gebrauchen. Letztlich trifft es die „Blühende Bergstraße“, wenn die Beweidung ihrer Flächen zum Risiko wird. Aus Tierschutzgründen geht daher die dringende Bitte an die Hundehalter, die Hunde anzuleinen.

Es sind noch viele andere Themen, die die Kampagne aufgreift. Ob rücksichtloses Verhalten bei der Begegnung verschiedener Verkehrsteilnehmer, das Hinterlassen von Müll oder Vandalismus bei aufgestellten Bänken, Tischen oder Infotafeln... die „Blühende Bergstraße“ bringt es auf den Punkt. Bewusst wurde bei der Kampagne auf große Texttafeln in der Landschaft verzichtet und auf Information über Smartphone oder I-Phone gesetzt. Denn egal ob beim Wandern oder Spazieren gehen, das Handy ist fast immer griffbereit und hilft so Landschaft zu achten und zu verstehen. Auch für die Landschaft ist es schöner, wenn die Tafeln klein gehalten werden.

(Erstellt am 13. September 2021)

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