Stadt tritt auf die Energiebremse

Weinheim setzt zahlreiche Einsparmaßnahmen um und bereitet für eine nächste Eskalationsstufe weitere vor


Es ist ein Katalog von mehreren Stufen – und er zeigt, dass die Einsparung von Strom und insbesondere Gas bei der Stadt Weinheim ein Thema ist, das auf den Nägeln brennt. Eine „AG Energiekrise“, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, sowie Vertretern der Feuerwehr und der Stadtwerke, hat schon im Verlauf der letzten Tage entsprechende Maßnahmenvorschläge der Spitzenverbände gesammelt und am Dienstag dieser Woche final ein „Konzept mit abgestimmten Energieeinsparmaßnahmen“ vorgelegt, das nun unmittelbar in verschiedenen Prioritätsstufen umgesetzt wird. Weinheims OB Manuel Just hat am Freitag auch den Gemeinderat dazu informiert. Einiges, betonte Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, werde auch – wie in den Vorjahren im Rahmen des kommunalen Energiemanagements – standardmäßig umgesetzt, wie zum Beispiel das Abschalten der Warmwasserbereitung in den Schulen und Sportstätten in den Ferien. 

Auch die Absenkung der Badewassertemperatur in den Hallenbädern sowie im Waldschwimmbad ist schon erfolgt, im Strandbad am Waidsee kann ab sofort nicht mehr warm geduscht werden. Jetzt geht die Stadt noch einen deutlichen Schritt weiter und nimmt in den nächsten Tagen auch die Warmwasserbereitung in den Sporthallen, Sportplatzgebäuden und weiteren öffentlichen Gebäuden trotz der fortlaufenden Nutzung außer Betrieb. Die diesbezüglich notwendigen Schritte werden aktuell angestoßen. Zudem sind hier natürlich vorab noch die Nutzer, wie zum Beispiel die Sportvereine, zu informieren. Gemeinsam mit den Stadtwerken prüft die Stadt, wo die Straßenbeleuchtung reduziert und gegebenenfalls sogar abgeschaltet werden kann – nur Sicherheitsgründe sollten hier die Ausnahme sein. Das gilt auch für die Außenbeleuchtung der öffentlichen Gebäude. In den nicht besiedelten Gebieten, in denen bereits eine Straßenbeleuchtung installiert ist, wie „Allmendäcker“ und „Gewerbegebiet Nord“ sind die Laternen bereits dunkel. Eine Reduzierung der Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet wird gerade unter den Aspekten der Effizienz und der Sicherheit geprüft. Die Stadt trifft auch eine Reihe von Vorbereitungen, die mit Beginn der Heizperiode greifen können, wenn sich die Energiekrise bis dahin nicht entschärft hat: Dazu zählt die Absenkung der Raumtemperatur in den Sporthallen sowie auf den Fluren und in den Treppenhäusern der Verwaltungsgebäude. In einigen öffentlichen Gebäuden soll es dann auch eine Überprüfung der Raumnutzung geben.

Der Maßnahmen-Katalog zur „Energieeinsparung“ sieht weitere Maßnahmen in einer Eskalationsstufe zwei vor: etwa das Absenken der Raumtemperaturen auch in Büros und – zunächst – auf den Fluren und in den Treppenhäusern von Schulen und Kindergärten. Eine Schulung der Hausmeister ist bereits erfolgt, die Nutzersensibilisierung (beispielsweise für Vereine und Schulleiter) soll ausgeweitet werden. Patrick Walter, der Referent des Ersten Bürgermeisters und Sprecher der AG Energiekrise verweist außerdem darauf, dass mittelfristig greifende Maßnahmen, wie der Austausch von Heizungspumpen und die Installation moderner Thermostate sowie beispielsweise die Umrüstung auf energiesparende Beleuchtung schon seit Jahren zum Tagesgeschäft gehören. 
Weitere Maßnahmen, die teilweise auch harte Einschnitte für die Nutzung der Gebäude betreffen, wurden ebenfalls bereits andiskutiert und entsprechend in die dritte Eskalationsstufe eingeordnet. „Es wird Einschnitte geben, die jeden einzelnen treffen“, erklärte Oberbürgermeister Manuel Just, „aber die Krise zwingt uns zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung“. Für ihn sei es wichtig, dass die Kommune mit gutem Beispiel vorangeht und dabei keine „Schaufensterpolitik“ betrieben wird. So war es der Arbeitsgruppe und der Verwaltungsspitze wichtig, dass nicht nur symbolische Maßnahmen, sondern insbesondere auch wirksame und zielführende Schritte beschlossen und umgesetzt werden. Darüber hinaus appellierte der OB, „dass jede und jeder in seinem Bereich individuell aber auch selbstkritisch genau hinschaut, wo er Ressourcen einsparen kann“. Just: „Mit dem Finger auf andere zeigen, wird der Aufgabe nicht gerecht.“ Für den OB ist es auch wichtig, dass sich die Kommunen im Land und in der Region mit ihren Maßnahmen absprechen, um damit mehr Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern zu erhalten. Insofern stehe die ein oder andere Maßnahme auch unter dem Vorbehalt der Abstimmungen, die in den kommenden Tagen zwischen dem Land und den Kommunen zu erwarten sind. Ebenfalls hält der OB eine groß angelegte überregionale Kampagne für zwingend erforderlich, um auch die Bereitschaft zum Energiesparen in den Privathaushalten weiter zu erhöhen.

(Erstellt am 22. Juli 2022)

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