Die Pelikane am Waidsee – eine echte Erfolgsgeschichte

Nachdem sie seit knapp 22 Jahren auf dem Waidsee fest verankert sind, haben sich die Weinheimer an ihren Anblick gewöhnt: die Pelikane.

. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die bekannten rosafarbenen Stelzenvögel, sondern um sogenannte Phosphat-Eliminations-Kompakt-Anlagen. Diese entziehen dem Waidsee systematisch den Nährstoff Phosphat, um eine starke Veralgung zu verhindern.
Anlass für die Installation der Pelikane waren in den 1990er Jahren zeitweise Eutrophierungserscheinungen wie Algenblüte an der Oberfläche und Sauerstoffmangel in der Tiefe des Sees. Um ein Umkippen des Gewässers zu verhindern waren dringend Maßnahmen erforderlich, die der weiteren Nährstoffanreicherung entgegenwirken konnten.
Gemeinsam mit dem Runden Tisch Waidsee, dem neben Vertretern der Stadtverwaltung alle Anrainer des Waidsees angehören, wurden Maßnahmen entwickelt, die die weitere Nährstoffanreicherung verhindern sollten. Hierzu gehörte die Installation von ufernahen Duschen und Toiletten und Hinweise auf das Fütterungsverbot von Wasservögeln und Fischen. Um den unvermeidbaren Eintrag aus Niederschlägen, Kot von Wasservögeln und Falllaub zu entfernen, wurden 2002 die Pelikane installiert, die pro Jahr bis zu 25 kg Gesamtphosphor aufnehmen können.
Die Pelikane bestehen aus einer schwimmenden Filteranlage, die mit je 900 kg eines Phosphatabsorbierenden Granulats befüllt sind. Pumpen befördern phosphatreiches Tiefenwasser in die Filteranlage. Dort wird es entphosphatet und anschließend in das Tiefenwasser des Sees zurückgeleitet. Dabei sind die Pelikane energieautark. Sie produzieren den benötigten Strom selbst durch einen Windgenerator und ein Solarmodul.
Das phosphatabsorbierende Granulat muss dann in unregelmäßigen Abständen ausgetauscht werden – je nachdem, wie nährstoffreich das gefilterte Wasser ist. Musste zu Beginn des Pelikan-Betriebes das Granulat noch etwa alle drei Jahre ausgetauscht werden, liegt das Austauschintervall mittlerweile bei sechs Jahren. Das Einbringen des Tonminerals Bentophos im Jahr 2016 hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Granulat Austausch hinausgezögert werden konnte.
Um die Pelikane vor Beschädigungen zu schützen bittet die Stadt alle Besucher des Waidsees, genügend Abstand von den Pelikanen zu halten. Beschädigungen jeder Art verursachen unnötige Kosten und verringern die Reinigungsleistung der Anlagen.
Die Stadt Weinheim kann also nicht ohne Stolz zu Beginn der Badesaison verkünden, dass die Wasserqualität des Waidsees dank der Pelikane hervorragend ist.
Detaillierte Informationen zu den Wasserwerten und der Funktionsweise der Pelikane erhalten Sie auf der Internetseite der Stadt Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/umweltschutz.html
 
 

(Erstellt am 01. Juli 2024)

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