Eine Stadt für Kinder und Jugendliche

Seit Jahren legt die Weinheimer Kommunalpolitik großen Wert auf sorgfältige und professionelle Kinder- und Jugendarbeit. Was in den Ämtern und Einrichtungen, wie dem Stadtjugendring, dem Bildungsbüro und der Jugendagentur Job Central für die Kinder und Jugendlichen in der Stadt und der Region geleistet wird, ist enorm – und füllte am Mittwoch einen ganzen Abend der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates.

Dabei zeigten die Akteure der Einrichtungen die komplette Bandbreite der Kinder- und Jugendarbeit auf: Von der frühkindlichen Förderung über ein großes Beteiligungsprogramm für Kinder und Jugendliche zur Demokratiestärkung, das Projekt „Läuft“ für „entkoppelte“ Jugendliche sowie Modelle für die Gestaltung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben. Die Fachleute aus den Organisationen gaben Einblicke in ihre Arbeit und ernteten viel Beifall bei den Mitgliedern des Beirates.
 
Im Programm „KiTa-Einstieg“ widmen sich „KiTa-Lotsinnen“, die teilweise über das Förderprogramm und teilweise von der Stadt bezahlt werden, Kindern mit Migrationshintergrund in Weinheimer KiTas. Geboten werden Aufklärung und Information, niedrigschwellige Angebote und Qualfizierungen für pädagogische Fachkräfte. Die Stadt wird seit August 2017 im Programm gefördert. Zum Jahresende läuft es aber aus. Der Beirat hat am Mittwoch dem Gemeinderat, der am 2. Dezember tagt, empfohlen, eine Weiterführung des Programms bis Ende 2022 anzustreben. Eine Teilnahme ist für die Stadt sogar verhältnismäßig günstig: Der städtische Anteil der Finanzierung beträgt knapp 40 000 Euro, der Bund zahlt dagegen für zwei Jahre rund 280 000 Euro.
 
Das Programm „A(ttra)ktives Weinheim“ wird beim Stadtjugendring Weinheim seit 2016 sehr engagiert umgesetzt. Mit dem Landesprogramm hat der Stadtjugendring seither einen markanten Schwerpunkt in der politischen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzt. Am deutlichsten wurde diese Arbeit bei der letzten Kommunalwahl und bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2018. Im Vorfeld der Wahlen fanden teilweise Aufsehen erregende Veranstaltungen statt. Da wurde die Messlatte hochgelegt. „Beteiligung wirkt Populismus entgegen“, erklärte Stadtjugendring-Vorsitzender Martin Wetzel in seinem Bericht, der im Beirat großen Anklang fand. Darin kommen Projekte zu wesentlichen Punkten der Stadtpolitik vor. Wetzel legte einen fast 70-seitigen Bericht der letzten vier Jahre vor. Ab dem nächsten Jahr stehen allerdings keine Fördermittel des Landes, genauer des Kommunalverbandes für Jugend- und Soziales in Baden-Württemberg, mehr zur Verfügung. Der Beirat empfahl dem Gemeinderat, für die Fortführung von Projekten im Jahr 2021 nun 10 000 Euro bereitzustellen.
 
Von dem Projekt „Läuft“ waren viele Beiratsmitglieder sogar überrascht, denn dabei helfen die beiden pädagogischen Fachkräfte Tina Haas und Felix Rothenbacher jungen Menschen, die von der Gesellschaft „entkoppelt“ sind, wie es hieß: also jungen Leuten in sehr schwierigen Lebenssituationen. Überrascht deshalb, weil man Lebensläufe wie diese eher in Großstädten vermuten würde und nicht in der offensichtlich beschaulichen Region Weinheim. Aber auch dort gibt es junge Leute, die aus verschiedenen Gründen verzweifelt und perspektivlos sind. Über 60 junge Menschen werden von den beiden Pädagogen, die bei der Regionalen Jugendagentur „Job Central“ beschäftigt sind, individuell betreut. „Wir müssen dranbleiben, bis es wieder läuft“, schilderten Haas und Rothenbacher im Ausschuss.
 
Der Übergang von der Schule ins Berufsleben wird in Weinheim von der Kommune koordiniert. Dafür gibt es im Bildungsbüro ein Koordinierungsbüro. Dort wird unter anderem auch die Weinheimer „Bildungskette“ geknüpft. Wie erfolgreich und landesweit anerkannt dieses Modell ist, erläuterte Jürgen Ripplinger vom kommunalen Koordinierungsbüro. Das Motto lautet: „Kein Jugendlicher darf verloren gehen“. Es gehe darum, Jugendlichen eine Perspektive zu geben.
Er berichtete auch von einigen erfolgreichen Projekten an den Schulen (wie AV Dual), einem Regionalen Übergangsmanagement oder dem landesweit einzigartigen lokalen Ausbildungsbündnis „Zweiburgentalente“ mit Dialog-Projekten wie „Dialog Schule-Wirtschaft“. Ripplinger und Oberbürgermeister Manuel Just verwiesen auch darauf, dass Weinheim landesweit eine Vorreiterrolle einnimmt. Die kommunale Koordinierung am Übergang Schule-Beruf wird zu einem Großteil vom Land und auch vom Landkreis finanziert. Pro Jahr entstehen Kosten – vor allem für qualifiziertes Personal – von rund 380 000 Euro, allerdings beträgt Weinheims kommunaler Anteil nur rund 100 000 Euro. Der Kinder- und Jugendbeirat empfahl am Mittwoch dem Gemeinderat, diese Finanzierung auch in den kommenden Haushaltsjahren zur Verfügung zu stellen.
 
Symbolisch legte das Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren auch den Jahresbericht über „Aktivitäten und Angebote der Netzwerkpartner 2019“ vor. Darin sind alle Aktivitäten der Weinheimer Kinder- und Jugendarbeit zusammengefasst, auch die ehrenamtlichen. Es ist in großes Werk. OB Just konnte dazu nur sagen: „Danke an alle.“
 

(Erstellt am 18. November 2020)

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