Hallenbad und Schloss-Aufzug auf der Tagesordnung

Kaum hat das Jahr begonnen und Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just seine Neujahrsansprache gehalten – ist die Kommunalpolitik in Weinheim schon in vollem Gange. 

Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung beschäftigt sich in seiner ersten Sitzung (ab 17 Uhr) im neuen Jahr gleich mit gewichtigen Themen, im Gemeinderat (ab 19.30 Uhr) dreht sich in der SPD-Fraktion das Personalkarussell: Der Weinheimer Architekt Constantin Goertz zieht sich aus der Kommunalpolitik zurück, ihm folgt ein echtes kommunalpolitisches Urgestein: Hans-Georg Junginger. Der 78-jährige Jurist und frühere Landtagsabgeordnete war schon vor 40 Jahren in den Gemeinderat gewählt worden.
Beide öffentlichen Sitzungen finden in der Stadthalle statt.

„Kraftakt für das Hallenbad Hohensachsen“
Mit Spannung wird eine Grundsatz-Entscheidung über das Hallenbad in Hohensachsen erwartet. Die Verwaltungsspitze hat sich bereits eindeutig für die Sanierung des Viktor-Dulger-Bades positioniert. Dass sich der Hohensachsener Ortschaftsrat und der vor 25 Jahren gegründete Verein „Aquafun“ für den Erhalt des 1970 eingeweihten Hallenbades einsetzen, ist ebenfalls bekannt. In der Sitzungsvorlage werden erstmals konkrete Kostenschätzungen genannt: Rund fünf Millionen Euro dürfte die Gesamtsanierung kosten, um einen Weiterbetrieb des Bades für die nächsten 30 Jahre sicherzustellen. „Das wird ein Kraftakt“, weiß auch Oberbürgermeister Manuel Just, der die Maßnahme deshalb in drei Bauabschnitte unterteilen möchte, um die Kosten auf mehrere Haushaltsjahre verteilen zu können.
Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts mit dem Austausch der Heizungsanlage und der Warmwasseraufbereitung soll 2023 erfolgen. Dazu müsste das Bad circa drei Monate geschlossen werden. Diese Maßnahme ist auch deshalb dringend erforderlich, weil die vor einigen Jahren aufwendig sanierte Mehrzweckhalle nebenan von einem Ausfall der Heizzentrale ebenfalls betroffen wäre. Geplant ist derzeit der Einbau eines Gas-Brennwertkessels und eines Blockheizkraftwerks mit Pufferspeicher. Beides sollte in Zukunft zu erheblich niedrigeren Energiekosten und zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes führen.
Im zweiten Bauabschnitt wäre dann die Sanierung des 25 mal acht Meter großen Schwimmbeckens an der Reihe. Nach Auffassung der Experten sollte das Becken eine Auskleidung aus Edelstahl (anstelle der jetzigen Fliesen) erhalten. Außerdem soll im zweiten Bauabschnitt, der eine Schließung des Bades für circa sechs Monate erfordert, der Umkleide- und Sanitärbereich barrierefrei ausgebaut werden.
Für den dritten Bauabschnitt schlägt die Verwaltung den Umbau der Umkleiden, Dusch- und Sanitärbereiche vor. Dadurch würde eine Fläche von 160 Quadratmetern frei, die fortan einer neuen Nutzung zugeführt werden könnte. Für diesen Bauabschnitt rechnet die Verwaltung allerdings damit, dass das Hallenbad für acht Monate geschlossen bleiben müsste.

Ein Innen-Lift fürs Schloss
Außerdem beraten die ATUS-Mitglieder über den Einbau eines Plattformliftes im Schloss, denn derzeit sind die oberen Räume des  altehrwürdige Schlosses, darunter auch der große Sitzungssaal und das Trauzimer  für gehbehinderte Menschen praktisch unerreichbar. Im Juni 2021 diskutierte der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung (ATUS) deshalb über die Errichtung eines Fahrstuhlturms mit Steg, doch die vorgeschlagenen Standorte und die optische Wirkung stießen bei den Stadträten auf wenig Gegenliebe.
Die Verwaltung schlägt nun vor, auf einen Fahrstuhlturm zu verzichten und stattdessen einen Plattformlift im Haupttreppenhaus (Eingang D) zu installieren. Die Montage wäre entlang der Innenseite des Geländers am „Treppenauge“ sowohl aus brandschutztechnischer als auch aus konstruktiver Sicht möglich. Allerdings hat der Vorschlag einen Haken. Das Landesamt für Denkmalschutz ist dagegen: „Das Treppenhaus ist mit dem Ziergeländer und den anderen architektonischen Details wie der Sandsteinornamentik, der Holzdecke und den Skulpturen ein solch ausgewogenes Gesamtkunstwerk, dass ein Plattformlift hier ein zu großes Störelement darstellt“, schreibt die Behörde in einer Stellungnahme. Die Stadtverwaltung hält dagegen: „Bei der Ausführung des Plattformliftes wird dieser gewissermaßen in das Haupttreppenhaus hineingestellt, bedarf keiner Abbrucharbeiten und ist jederzeit reversibel. Das reich verzierte Haupttreppenhaus bleibt komplett erhalten.“ In der Abwägung solle daher „im Sinne der Inklusion die Gleichstellung aller Menschen Vorrang haben“.

(Erstellt am 10. Januar 2022)

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