Barrierefrei ins Weinheimer Schloss?

Kurfürst Ottheinrich wäre selig gewesen. Man sagt, der Kurfürst, der im 16. Jahrhundert einige Zeit in Weinheim lebte, habe über 200 Kilo gewogen. Treppensteigen war ihm eine Qual. Fast 600 Jahre später denkt die Stadt Weinheim über einen Aufzug am Schloss nach, um einen barriefreien Zugang zum altehrwürdigen Gebäude zu gewährleisten.

Das Weinheimer Schloss ist Sitz der Stadtverwaltung. Im Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert befinden sich unter anderem die Sitzungssäle und das viel frequentierte Trauzimmer. Aber auch lange nach den Kurfürsten ist es nicht leicht, ein historisch derart wertvolles Gebäude mit einem Anbau zu ergänzen.
Denn die Gesamtanlage Schloss Weinheim ist als Kulturdenkmal besonderer Bedeutung eingestuft ist und unterliegt somit dem Denkmalschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg -  alle in die historische Bausubstanz eingreifenden Maßnahmen haben in Abstimmung mit den Denkmalbehörden zu erfolgen.
Andererseits werde zurecht an ein Verwaltungsgebäude der Anspruch der Barrierefreiheit gestellt, um gehbehinderte Menschen nicht auszugrenzen, so die Vertreter der Stadtverwaltung.
Ein Spannungsfeld, dessen sich die Stadt durchaus bewusst ist, wie Oberbürgermeister Manuel Just bestätigte. Allerdings erklärte er auch: „Wir sollten das Denkmal nicht vor die Teilhabe der Menschen stellen.“
Er argumentierte, dass in den Sälen und Räumen rund 600 Veranstaltungen pro Jahr stattfinden, alleine rund 450 Trauungen und rund 40 Gremiensitzungen. Für eine Stadt wie Weinheim sei ein barrierefreier Zugang zu diesen Angeboten seiner Ansicht nach überfällig, so der OB.
Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung hat am Mittwoch das Thema intensiv diskutiert. Zuvor hatte Thomas Halder vom Karlsruher Büro für Baukonstruktion Ideen und Planungen im Fachausschuss vorgestellt.
Zwei Varianten wurden näher beleuchtet: Jeweils geht es um freistehende Aufzugbauten, die vor das historische Gebäude aufgestellt werden und bis zum ersten Stock reichen. Von dort wird das Schloss über einen Quersteg erreicht. Weil die Variante neben dem Haupteingang im Flur mündet, kein Raum wegfällt und alle drei Räume und Säle direkt erreicht, plädiert die Stadt für diesen Vorschlag. Dabei müsste relativ wenig ins Gebäude eingegriffen werden. Das Landesdenkmalamt hingegen bevorzugt die Variante am Sandsteinturm, dessen Steg im Trauzimmer enden würde, das dann zu einem Durchgangszimmer würde.
Grundsätzlich versprach die Verwaltung – neben OB Just vor allem Bürgermeister Dr. Fetzner – den Ausschuss-Mitgliedern aber auch, weitere Gedanken anzustrengen, die eine Alternative zu einer aufwändigen und teuren Aufzuglösung ergeben könnten. Möglicherweise könne man auch andere Räume der Verwaltung anbieten, die barrierefrei sein müssen, wie zum Beispiel das Schlosspark-Restaurant im Erdgeschoss für Trauungen oder die Stadthalle für Gemeinderatssitzungen oder den Neujahrsempfang.
Grundsätzlich legte sich Manuel Just fest, dass eine moderne Stadtverwaltung ein Angebot der Barrierefreiheit machen muss. Jetzt will die Stadt „zweigleisig“ fahren und bis zu einer entscheidenden Sitzung des Gemeinderats weitere Varianten für barrierefreie Lösungen prüfen.
 
 

(Erstellt am 09. Juni 2021)

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