Wenn Ingrid Noll vor der Richterin steht

Vom 11. bis 15. September findet das 2. Weinheimer Literaturfestival mit spannenden Lesungen an außergewöhnlichen Orten statt – Tickets schon im Vorverkauf

 
Weinheim. Die Szenerie ist außergewöhnlich. Ausgerechnet Ingrid Noll, die Weinheimer Ehrenbürgerin und große alte Dame der deutschsprachigen Krimiromane, steht in ihrer Heimatstadt Weinheim vor der Richterin. Echt jetzt. Im Rahmen des diesjährigen Weinheimer Literaturfestivals vom 11. bis 15. September liest Ingrid Noll nämlich aus ihrem neuesten Roman „Gruß aus der Küche“ – am Freitag, 13. September tatsächlich im Gerichtssaal des Weinheimer Amtsgerichtes. Amtsgerichtsdirektorin und Richterin Eva Lösche wurde schnell und begeistert zum Partner des Festivals, als sie von Weinheims Pressesprecher Roland Kern angesprochen wurde. Dass die Zusagen von besonderen Orten schnell und mitunter sogar euphorisch beantwortet wurden, verweise nochmals auf den Erfolg der Festivalpremiere im Oktober 2023, ist auch Wolfgang Orians, der Organisationschef und Vorsitzende des Vereins Literaturfestival Weinheim überzeugt. Zwischen 3500 und 4000 Besucherinnen und Besucher haben im vergangenen Jahr an den Veranstaltungen des Literaturfestivals teilgenommen, ob das die Lesungen an Orten wie dem Mausoleum oder der historischen Straßenbahn waren, die Buchmesse oder die vielen Aktionen an Kindertagesstätten und Schulen.
„Die Lesung unserer Ehrenbürgerin an diesem besonderen Ort ist 2024 ein Highlight, aber nicht das einzige“, wirft Kern einen Blick auf das Programm, das gerade in den finalen Zügen liegt. Nach der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch, 11. September, wird es am Donnerstag und am Freitag wieder Lesungen an außergewöhnlichen Orten und am Samstag und Sonntag eine Buchmesse in der Stadthalle geben. Neu ist: Das Weinheimer Festival ist Teil des Literatursommers Baden-Württemberg.“ Orians rechnet daher mit „noch mehr Resonanz aus dem ganzen Land“. Daher gibt es dieses Mal auch übergeordnetes Motto, das über dem ganzen Literatursommer Baden-Württemberg steht: „Der Freiheit eine Gasse – Literatur und Demokratie“.
Orians, im Hauptberuf Verleger und selbst Autor, hat sich in der Republik und darüber hinaus wieder um Autoren gekümmert, Roland Kern hat in seinem Netzwerk Ausschau nach besonderen Orten gehalten. Hinter den beiden steckt im Verein ein kleines engagiertes Team: Andreas Haller vom Bildungsamt der Stadt, Lukas Ansorge von der Stadtbibliothek, dazu Ines Polter sowie Marc und Maren Schüssler.
 
Grube Marie für die Fantasy
 
Eröffnet wird das Literaturfestival wieder mittwochs vor dem Wochenende, also am 11. Juni mit Ehrengästen in der Ulnerschen Kapelle am Marktplatz. Die Lyrikerin Ana Utler liest aus ihrem Buch „Es beginnt-  ein Trauerrefrain“ über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dabei auch: der Journalist Marcus Bensmann vom Autorencollektiv Correctiv, Autor des Buches: „Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst, die ungeheuerlichen Pläne der AfD.“ Sowie Michael Landgraf, der Generalsekretär des deutschen Autorenverbandes PEN. Das Thema des Abends: „Literatur und Demokratie.“
Um nur einige Besonderheiten zu nennen unter den mehr als einem Dutzend von Lesungen an zwei Abenden, Donnerstag, 12. und Freitag, 13. September:
Andrea Petkovic, ehemalige Tennis-Weltklasse-Spielerin und Journalistin, liest in der Volksbank Lounge aus ihrem Buch „Zeit, sich aus dem Staub zu machen.“ Michael Kobr, bekannt mit seinen Kluftinger-Krimis, liest ebenfalls im Amtsgericht aus „Nebel über Ronne“. Auch die Evangelische Stadtkirche ist erstmals als Leseort dabei: Ronja Othmann liest aus „Vierundsiebzig“, einem Buch über den Völkermord an den Jesiden.
 
Fußballgeschichten an Herbergers Grab
 
Die AG Altbergbau stellt ihre Grube Marie in der Kohlbach als schaurigen Ort für die Fantays-Lesung mit verschiedenen Autoren zur Verfügung. Auch in der fahrenden historischen OEG wird wieder gelesen. Neben Ingrid Noll schlägt am 13. September der Faröer-Krimiaitor Steintor Rasmussen die Seiten seines Buchs „Der siebzehnte Mann“ auf. Silke Ziegler, Weinheims zweite literarische Lokalmatadorin, liest im Feuerwehrzentrum in der Fahrzeughalle aus „Böse Stimmen“. Moritz Rinke hat ein Buch über Liebeserklärungen an den Fußball geschrieben. Diese Lesung findet statt in der Friedhofskapelle von Hohensachsen – in Sichtweite von Sepp Herbergers Grab.
 
Märchen bei Albert Ludwig Grimm
 
Romantische Geschichten hört man in der Brautmodenboutique in der Alten Löwenapotheke am Marktplatz. Und erstmals für eine Lesung öffnet der Vereine „Give“, der Schülerbegegnungen zwischen Deutschland und den USA organisiert, seine Büroräume am Marktplatz, das Fürstenzimmer oberhalb des Bistro Montmartre. Dort hat der Weinheimer Gelehrte Albert Ludwig Grimm gearbeitet. Dort liest Dr. Markus Weber aus seinem Woinemer Märchenbuch.
Und ganz besonders: Die aus Weinheim stammende israelische Übersetzerin Ruth Achlama wird im Saal der VHS gemeinsam mit der Weinheimer Schauspielerin Felicitas Vajna durch israelische Bücher blättern, deren deutsche Fassung aus ihrer Feder stammt.
Im Programm gibt es auch wieder Schreibwettbewerbe, ein Literaturprogramm speziell für Kinder sowie weitere Rahmenveranstaltungen. Zu den Sponsoren, die das Literaturfestival ermöglichen, zählen die Volksbank Kurpfalz, die Freudenberg Stiftung, die Bürgerstiftung, die Stadtwerke, die RNV und der Achter Verlag.
Weitere Infos und demnächst das komplette Programm auf www.literaturfestival-weinheim.de
 
Die Tickets für die Lesungen sind bereits über reservix.de und in den einschlägigen Vorverkaufsstellen erhältlich.

Zum weiteren Arttikel: Anmelden zu den Schreibwettbewerben >>>

(Erstellt am 25. Juni 2024)

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