Tage der alten „Kuhweid“ sind gezählt

Irgendwie hat er zur Weststadt und zur Konrad-Adenauer-Straße gepasst: Der Bungalowbau im Stil der 70-er Jahre. Aber es hilft alles nichts, in einigen Monaten wird das rund 50 Jahre alte Gebäude der kommunalen KiTa Kuhweid Geschichte sein. Die Gründungsprobleme, die das Gebäude – genau genommen – seit über 20 Jahren betreffen, sind nicht mehr dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Die aktuell wieder aufgetretenen Setzungen, die statische Schwierigkeiten bereiten, wären nur mit einem unverhältnismäßig hohen technischen und wirtschaftlichen Aufwand zu stoppen, eine nachhaltige Stabilisierung des Gebäudes könnte dennoch nicht gewährleistet werden. Das ist das Ergebnis von zahlreichen Untersuchungen in den zurückliegenden drei Monaten. Oberbürgermeister Manuel Just, Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner und Vertreter der Verwaltung teilten die Ergebnisse in dieser Woche zunächst den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KiTa mit.
Nun werden die Entscheidungsgrundlagen für den Gemeinderat vorbereitet. Eine erste Beratung im Gremium soll im Mai erfolgen. Letztendlich obliegt dem politischen Gremium die Entscheidung über einen Neubau, betonte der OB.
Frank Kinzel aus der Hochbauabteilung des Amtes für Immobilienwirtschaft stellte in der Stadthalle bei der Info-Veranstaltung die Ursachen der Setzungsprozesse dar. Die Kita wurde 1972 in Massivskelettbauweise gebaut, acht Jahre später folgte das benachbarte „Jugendzentrum“, das mittlerweile als Mehrgenerationenhaus genutzt wird.
Die Setzung des Gebäudes im weichen Untergrund der Weststadt hatten der Stadt schon vor 20 Jahren Probleme bereitet, schilderte Kinzel. Im Jahr 1999 musste es erstmals mit rund 260 Betoninjektionen abgefangen werden. Aber das wurde keine Lösung für die Ewigkeit. Im Herbst vergangenen Jahres wurden wieder deutliche Setzungen festgestellt. OB Just gab damals die neuen Erkenntnisse ganz aktuell im Kinder- und Jugendbeirat bekannt.
„Uns war von Anfang an das Wichtigste“, betonte OB Just gegenüber den Mitarbeiterinnen, „dass zu keiner Zeit eine Gefährdung für Sie oder die Kinder besteht“. Daher war in die Untersuchungen auch sofort ein Fachbüro für Statik und für Geotechnik eingebunden worden. „Sie können sich darauf verlassen, dass wir die Einrichtung sofort geschlossen hätten, wenn es Anzeichen einer Gefahr gegeben hätte.“ Diese war auszuschließen, allerdings waren im Betrieb der KiTa etliche Improvisationen erforderlich, um den Zustand des Gebäudes zu stabilisieren. Besonders betroffen waren ein Gruppenraum, ein Hausmeisterraum, eine WC-Anlage, ein Technikraum sowie Küchenbereiche und ein Lager. Die KiTa-Leitung und die Mitarbeiterinnen waren permanent informiert und eingebunden. Auch mit dem Elternbeirat ist die Verwaltung hierzu in Kontakt.
Im Januar fanden umfangreiche mess- und geotechnische Untersuchungen statt: Unter anderem Erdbohrungen bis zu fünfzehn Meter Tiefe und monatliche Höhenmessungen an 70 Messpunkten. Aber nach ausgiebigen geotechnischen Untersuchungen kamen die Bauexperten im März zu der Erkenntnis: Das Gebäude ist nicht dauerhaft zu halten, es muss abgerissen werden – demontiert könnte man bei der Bauweise auch sagen.
Die Stadt plant – vorbehaltlich der zu treffenden Beschlüsse des Gemeinderates – einen Neubau an gleicher Stelle; der selbstverständlich die statischen Herausforderungen des Areals berücksichtigt. Der Standort selbst sei für die Weststadt nach wie vor wichtig.
Aber bis zu einem Wiedereinzug in eine neu gebaute KiTa wird noch Zeit verstreichen, das ist allen Beteiligten klar. Daher hat die Stadt eine Interims-Lösung parat: eine Container-Anlage auf dem Hof der Albert-Schweitzer-Schule, also ebenfalls in der Weststadt. Die Schule wird im September ins neue Schulzentrum West, der „Zweiburgen-Schule“ einziehen; somit wird der Schulhof nicht mehr benötigt.
Die Stadt hat die Gelegenheit, zum Teil bereits in Gebrauch befindliche Mobilbauten anzumieten, die derzeit in Rimbach als Interims-Kindergarten genutzt werden. Sie sind nicht nur kindgerecht eingerichtet, sondern auch klimatisiert. Der Umzug an die Schweitzer-Schule soll während der Schließzeit im Zeitraum Ende August/Anfang September stattfinden. Zuvor werden die Container in Rimbach abgebaut und generalüberholt.
Andreas Haller, der im Bildungsamt für die KiTas verantwortlich ist, sprach von einer „Interimszeit“ von zwei bis drei Jahren. In dieser Zeit solle ein Neubau an gleicher Stelle und in der gleichen Größe geplant und gebaut werden. Andreas Haller machte den Fachkräften Mut: „Wir werden dann dort eine moderne Einrichtung haben, die für alle sogar eine Verbesserung bedeutet, es wird Ihnen gefallen.“ Auch bei der Konzeptentwicklung und Planung werde man auf die Expertise der pädagogischen Fachkräfte setzen.

(Erstellt am 02. April 2021)

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