weinheim.help macht einen guten Job

„Ukrains are survivor“, grinst Lara Yakovenko und hält zwei Finger hoch zum Victory-Zeichen. „Die Ukrainer werden überleben“, glaubt sie. Ihre Augenbrauen hat sie mit gelb und blau, den Landesfarben ihres Heimatlandes, nachgemalt, als Zeichen der großen Solidarität mit den Landsleuten, die fliehen mussten – und jenen, die geblieben sind, um zu kämpfen. Lara hat nicht viel Zeit für ein Gespräch, die Arbeit ruft.

Gleich setzt sie sich wieder an den Rechner mit den zwei großen Monitoren, wie es Graphik-Designer gerne mögen. Dann entwirft sie, entwickelt sie, bearbeitet sie grafische Elemente. Ihr Job wird in jeder guten Werbe- und Online-Agentur gebraucht, „Gute Leute muss man erst einmal finden“, sagt Rolf Zeitler, Internet-Unternehmer und Agenturchef von „WebQ“ ganz im Weinheimer Westen. Die beiden haben sich gesucht und gefunden. Und auf diese Weise hat Lara einen Arbeitsplatz gefunden; erst einmal in Teilzeit auf 450-Euro-Basis. Aber man wird sehen.
Rolf Zeitler hat eine neue Mitarbeiterin auf der Plattform www.weinheim.help gesucht, die in seiner Agentur im Auftrag der Stadt Weinheim entwickelt worden ist. Auf diesem Portal tauschen sich Menschen aus, die etwas anzubieten haben und solche, die etwas suchen. Möbel, Kleidung, Dienstleistungen – und eben auch Jobs.
Die ukrainische Grafik-Designerin Lara Yakovenko hat einen Hinweis auf weinheim.help bei einem Begrüßungscafé in der Weinheimer Stadtkirche bekommen und ist gleich mal losgesurft. Die 41-jährige Frau ist bestens qualifiziert, in ihrer ukrainischen Heimat gut ausgebildet und erfahren im Umgang mit internationalen Programmen und Anwendungen – und sie will unbedingt arbeiten. Dass sie erstens ausgesprochen kreativ ist und zweitens auch noch als Übersetzerin für die mehrsprachige Seite agieren kann, trifft sich besonders gut.
Lara gehörte im März zu den ersten Ukrainern, die sich zu einer Flucht entschlossen haben. Das liegt daran, dass eine Schwester von ihr schon lange in Deutschland lebt: zusammen mit ihrem Mann leitet sie eine Wäscherei in Weinheim. Lara machte sich, gemeinsam mit ihrer 81-jährigen Mutter und zwei Katzen auf den Weg in den Westen. In Weinheim wohnen sie seither zusammen in einem Zimmer. Die meisten ihrer Verwandten sind im Kriegsgebiet geblieben; Lara stammt aus der Nähe von Kiew. Dort ist es nicht ganz so schlimm wie anderswo im geschundenen Land.
Wenn sie von der Heimat erzählt, flackern manchmal ihre Augen unter den blau-gelben Lidern. Dann schaut sie schnell an die Decke. Sie ist angespannt. Ein Jahr wahrscheinlich will sie bleiben, dann weitersehen, wie die Lage zuhause ist. Der Job bei „WebQ“ gibt ihr Sicherheit und Selbstvertrauen, aber auch die finanzielle Möglichkeit, bald aus der Ein-Zimmer-Enge auszuziehen.
„Weinheim.help ist sehr gut angelaufen“, berichtet der Plattform-Erfinder Rolf Zeitler. Es gibt mittlerweile rund 130 regelmäßige Benutzer und über 200 Angebote. Auch die „Job-Spalte“ ist gut gefüllt, mit Suchenden und Bietenden. Am Weinheimer Marktplatz zum Beispiel ist man froh über das Internet-Angebot, erhofft sich sogar eine Lösung für das aktuell brennende Personalproblem in der Gastronomie. Gerald Haas, Diebsloch-Wirt und einer der IG-Marktplatz-Sprecher konnte mit einer Fachkraft aus der Ukraine schon eine volle Stelle besetzen.
Info: www.weinheim.help
 

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