"Gemeinsam geht eben vieles leichter"
Christian Mayer, Vorsitzender des Vereins „Lebendiges Weinheim" im Gespräch zum Weinheimer Herbst am 12. und 13. September
Der Weinheimer Herbst geht am letzten Wochenende der baden-württembergischen Sommerferien über die Bühne. Der Verein "Lebendiges Weinheim" – die Interessensvertretung des Weinheimer Einzelhandels – zeichnet maßgeblich für die Organisation des Programms verantwortlich. Der Vorsitzende, Christian Mayer, gibt im Gespräch einen Blick hinter die Kulissen des Erlebniswochendes in der Zweiburgenstadt.
Herr Mayer, der Weinheimer Herbst steht vor der Tür, wie hoch ist der Stresspegel bei Ihnen und dem Organisationsteam?
Mayer: Er könnte höher sein (lacht). Nein Spaß beiseite, natürlich ist die Organisation eines solchen Großevents für unseren ehrenamtlichen Vorstand und auch für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung ein Kraftakt. Die Planungen und Arbeiten beginnen im Prinzip nach dem Weinheimer Herbst des Vorjahres und enden mit dem Verteilen der Mülltonnen am Morgen des verkaufsoffenen Sonntags (13. September). Aber, gemeinsam geht eben vieles leichter. Unsere Vereinsprämisse bewahrheitet sich hier wiedermal. Und so wird viel Arbeit auf viele starke Schultern verteilt. Wobei ich hier nochmals explizit unseren Partnern bei der Stadtverwaltung für die stets reibungslose Zusammenarbeit danken möchte.
Was erwartet denn die Besucher der Stadt in diesem Jahr?
Mayer: Wir haben in diesem Jahr ein wirklich großes Programm auf die Beine gestellt. Angefangen vom Dürreplatzfest mit einem großen Musikprogramm, bei dem am Samstag der Startschuss zum Weinheimer Herbst fällt. Samstags und Sonntags bieten Standbeschicker ihre Waren in der Hauptstraße an. Sonntags öffnen dann die aktiven Einzelhändler von 13 bis 18 Uhr ihre Geschäfte. Die gesperrte Bahnhofstraße bietet neben Hüpfburg und Bewegungsparcours jede Menge weitere Highlights. Auf dem Amtshausplatz findet eine Autoschau statt. Die Marktplatzgastronomie lädt zum Genießen ein und – das freut mich ganz persönlich riesig – unsere Freunde aus unserer Partnerstadt Cavaillon beschicken den Provencemarkt auf dem Hutplatz.
Warum lohnt es sich, nicht nur am verkaufsoffenen Sonntag in Weinheim zu shoppen?
Mayer: Das Einkaufen in Weinheim lohnt sich aus verschiedenen Gründen. Zunächst, weil das Einkaufserlebnis an sich ein anderes als in den großen Malls oder Fußgängerzonen ist. Das liegt alleine schon an der hohen Dichte an inhabergeführten Geschäften. Und Offline-Shopping bedeutet halt auch immer zwischenmenschliche Interaktion. Liebevoll dekorierte Läden mit besonderem Charme, die persönliche, ehrliche Beratung, das nette Gespräch am Ladentresen: Immer wieder bekommen Weinheimer Einzelhändler das Feedback, dass unsere Stadt ein herrliches Einkaufsziel sei.
Ein aktiver und attraktiver Einzelhandel trägt also Ihrer Meinung nach auch zur Steigerung der Lebensqualität in einer Stadt bei?
Mayer: Auf jeden Fall. Klar, kann man auch nicht wegdiskutieren, dass es gerade im Einzelhandel extrem herausfordernde Zeiten sind. Trotzdem glaube ich, dass ein aktiver Einzelhandel Leben in eine Stadt bringt – und ich glaube, dass viele Menschen sich genau diese Tatsache bei Kaufentscheidungen wieder stärker bewusst machen. Denn jeder Einkauf im lokalen Einzelhandel verhindert, dass eine Stadt zur "Schlafstadt" wird. Abgesehen davon, dass das Onlineshopping meiner Meinung nach, vor dem Hintergrund des Klimawandels wirklich mehr als kritisch zu hinterfragen ist.