„Neue Qualität der Zusammenarbeit“
Arbeitskreis Innenstadt bringt Handel, Gastronomie, Gewerbe und Stadtverwaltung zusammen – Oberbürgermeister setzt auf direkten Dialog und konkrete Lösungen
Da war etwas Neues zu spüren – eine gemeinsamer Strang, an dem alle ziehen wollen: Einzelhändler, Gewerbeverein, Gastronomen, die Stadt mit Oberbürgermeister Michael Möslang an der Spitze. Schon in seinem Wahlkampf im Frühjahr habe er gespürt, dass eine attraktive Innenstadt ein Hauptanliegen der Bürgerinnen und Bürger ist, erinnerte er auch jetzt wieder bei einem Treffen eines Arbeitskreises Innenstadt im Weinheimer Rathaus. „Wenn es da einmal ein Gegeneinander gegeben hat“, freute er sich bei seinem Fazit hinterher, „dann können wir jetzt von einem Neuanfang sprechen, ich habe einen großen gemeinsamen Willen und viel Zusammengehörigkeit gefühlt“.
Die Weinheimer Innenstadt soll lebendig, attraktiv und zukunftsfähig bleiben. Dafür will Oberbürgermeister Michael Möslang die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Einzelhandel, Gastronomie, Gewerbe und weiteren Innenstadtakteuren intensivieren. Mit einem Arbeitskreis Innenstadt hat er diesen Austausch jetzt gezielt angestoßen und die Beteiligten an einen Tisch gebracht. Sein Anliegen: Herausforderungen offen benennen, konkrete Lösungsansätze entwickeln und gemeinsam ins Handeln kommen. An seiner Seite in erster Linie Cornelia Eicher, die neue Leiterin des Amtes für Kultur, Stadtmarketing, Tourismus und Wirtschaft, sowie Eva Wohlgemuth und Ada Götz vom Stadtmarketing, Wirtschaftsförderer Jens Stuhrmann – aber auch die Vertreter jener Ämter, die im Rathaus Ermöglicher für Handel, Gastronomie und Gewerbe sein können: Stadtentwicklung, Baurechts- und Ordnungsamt. Eine solche Runde gab es noch nie.
„Die Belebung unserer Innenstadt und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität sind mir ein wichtiges Anliegen. Ich möchte, dass wir die Themen nicht nur diskutieren, sondern gemeinsam voranbringen“, betonte Möslang. Dazu gehöre vor allem, die Perspektiven derjenigen einzubeziehen, die tagtäglich in der Innenstadt arbeiten, Geschäfte betreiben, Gäste bewirten oder sich für Weinheim engagieren.
Deshalb setze er bewusst auf den direkten Austausch mit den Innenstadtakteuren und den zuständigen Fachämtern. Vertreter des Gewerbevereins, des Vereins Lebendiges Weinheim, der IG Marktplatz, des Centermanagements der Weinheim Galerie. Timo Cyriax, Innenstadtberater der IHK Rhein-Neckar, und Swen Rubel, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordbaden, brachten ihre Erfahrungen und Anliegen ein.
Möslang machte deutlich, dass es ihm um eine neue Qualität der Zusammenarbeit geht. „Wir müssen Möglichmacherinnen und Möglichmacher sein – pragmatisch denken, Lösungen suchen und auch bereit sein, Neues auszuprobieren.“ Dazu gehöre, genau hinzuhören, wo es im Alltag Schwierigkeiten gibt, und gemeinsam zu prüfen, welche Verbesserungen sich umsetzen lassen.
Weinheims Stärken nutzen
Für Möslang ist die Belebung der Innenstadt eine Aufgabe, die verschiedene Handlungsfelder miteinander verbinden muss. Weniger Leerstände, schneller wieder genutzte Flächen, zusätzliche Besuchsanlässe und eine höhere Aufenthaltsqualität seien wichtige Ziele. Dafür müsse Weinheim seine besonderen Stärken konsequent nutzen: die historische Altstadt, den Einzelhandel, die Gastronomie und die touristischen Angebote.
Der Oberbürgermeister setzt dabei auf eine Mischung aus bewährten Instrumenten und neuen Ideen. Der Zweiburgen-Gutschein helfe, Kaufkraft vor Ort zu halten, Veranstaltungen könnten zusätzliche Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt bringen, und ein aktives Leerstandsmanagement könne dazu beitragen, freie Flächen wieder zu beleben. Ebenso wichtig sei es, die Akteure miteinander zu vernetzen, gute Beispiele aus anderen Kommunen aufzugreifen und neue Formate wie den „Wochenmarkt Groove“ auszuprobieren.
Zu konkreten Verbesserungen
Beim Arbeitskreis ging es deshalb nicht allein um grundsätzliche Überlegungen. An Thementafeln konnten die Teilnehmenden ihre Wünsche, Probleme und Verbesserungsvorschläge direkt mit den zuständigen Fachämtern besprechen. Ob Parkmöglichkeiten, Lieferzonen, Sondernutzungen im Außenbereich oder andere Fragen des Innenstadtalltags: Ziel war es, konkrete Schnittstellen sichtbar zu machen und mögliche Lösungswege zu identifizieren. Der OB kündigte an, den begonnenen Dialog fortzusetzen. Regelmäßige Treffen – bei Bedarf auch in kleinerer Runde mit den jeweils betroffenen Akteuren – könnten dazu beitragen, aktuelle Themen gezielt zu bearbeiten und vereinbarte Schritte nachzuhalten.
„Wir können die Innenstadt nur gemeinsam stärken. Mir ist wichtig, dass wir im Gespräch bleiben, offen miteinander umgehen und an einem Strang ziehen“, sagte Möslang.
