Ein Stück Urlaub in der Stadt
Die Franzosen sagen garrique, die Spanier Garriga, die Italiener Gariga. Die deutschen beschreiben diese Art der Vegetation mit „Urlaubsgefühlen“. Und alle meinen dasselbe. Jene im Fachjargon so genannte „offene mediterrane Strauchheidenformation“, die meist aus Kräutern wie Lorbeer, Thymian, Salbei und Lavendel besteht, ist typisch für die mediterranen Landschaften.
Positiver Nebeneffekt im Zuge des Klimawandels: Diese Art von Bepflanzung kommt mit relativ wenig Wasser aus und verträgt die Hitze.
In Weinheim, mitten in der Stadt, wächst jetzt so ein Stück Urlaub heran. Es liegt gegenüber des Museums am Amtshausplatz an der Fassade der frisch sanierten „Zehntscheune“. Deren Außenwand ist tatsächlich ein Stück der historischen Stadtmauer aus dem Mittelalter.
Der Hausbesitzer Günther Annacker hat für den städtischen Grünstreifen drei Zierapfelbäume gespendet. Seitens der Stadt wurde die Maßnahme von Barbara Bechtold, der Leiterin der Grünflächenabteilung betreut, die bei der Pflanzung wiederum von der Weinheimer Landschaftsarchitektin und Gartenplanerin Bettina Jaugstetter beraten wurde.
In den zurückliegenden Tagen wurden noch Blumenzwiebeln gesetzt, Artischockenpflanzen und ein Lorbeerbäumchen, das Weinheims Kochlegende Alberto Ferrarese aus seinem Gemüsegarten beigesteuert hat.
Die Pflanzarbeiten an der Stadtmauer waren nicht ganz einfach. Bevor gepflanzt wurde, musste der mit Wurzelunkräutern und Götterbäumen durchsetzte Boden erst fast einen halben Meter tief ausgetauscht werden.
Jetzt haben die Gärtner eine große Bitte: Die Autofahrer sollen nicht rückwärts einparken, Denn die Garrique-Bepflanzung verträgt Sonne und Trockenheit, aber keine Abgase da sind die Pfänzchen sehr empfindlich. Auch Hunde sollten sich fernhalten.
Daher werden in den nächsten Wochen auch noch Anfahrschwellen eingebaut, die für einen Abstand zwischen den parkenden Autos und dem Grünstreifen sorgt.
