Zeit der Zeder an der Schule ist vorbei
Jetzt geht es der alten Zeder vor der Hans-Joachim-Gelberg in Lützelsachsen so wie ihrer Artgenossin vor der Sulzbacher Grundschule vor ein paar Wochen: Sie wurde vom Atlaszeder-Sterben dahingerafft, war nicht mehr zu retten, wie Weinheims Baum-Experte Raphael Schleweis bedauert.
Da sich Totholz im Baum befindet, das herunterfallen und Personen verletzten könnte, wird die Zeder jetzt entfernt. Das Amt für Straßenbau und Grünflächen nutzt die Ferienzeit und nimmt die Maßnahme am Mittwoch vor dem Feiertag vor, wenn sich keine Schülerinnen und Schüler auf dem Schulgelände aufhalten. Nur die Bushaltestelle muss für einen Tag verlegt werden. Der Busbetreiber hat eine entsprechende Fahrgastinformation herausgegeben. Der Verkehr kann an der Arbeitsstelle einspurig vorbei fließen.
Aus Weinheimer Sicht birgt die Art des Atlaszedersterbens wenigstens einen Vorteil: Nicht alle Zedernarten sind davon befallen. Und erfreulicherweise Libanonen-Zedern wie die berühmte alte Zeder am Schloss eben nicht. Die alte Dame mit den historischen Wurzeln ist gesund.
Das Atlaszeder-Sterben ist eine Pilzerkrankung, die aus der Schweiz und dem Norden Frankreichs nach Deutschland übergeschwappt ist. Vor etwas über einem Jahr musste eine alte Zeder im Heidelberger Providenzgarten aus demselben Grund gefällt werden. Das Trügerische, so der Baumexperte Schleweis: „Von außen sieht der Baum noch ganz gut aus, wenn man sich aber unter die Zweige stellt, sieht man, dass die Nadeln schon vertrocknet sind.“ Die Maßnahme ist eng mit dem Lützelsachsener Ortsvorsteher Christian Lehmann abgestimmt, der als Forstwirt ebenfalls ein Experte für Bäume ist.
Eine Nachpflanzung ist an dieser Stelle, die so nahe am Gebäude ohnehin kein guter Baumstandort ist, nicht vorgesehen.
