Neue Wege mit neuer Technik
Kann dieses Jahr an der Weinheimer Kerwe am Samstagabend die berühmte Schlosspark-Illumination stattfinden, trotz der Trockenheit und der hohen Flächenbrandgefahr? Das war eine der meistgestellten Fragen der letzten Tage. Die Antwort lautet ja. Der Stadt und dem Heimat- und Kerweverein Alt Weinheim gelingt es, an der „Nacht der 1000 Lichter“ festzuhalten – trotz der denkbar schweren Rahmenbedingungen, ausgelöst von der aktuellen Hitzewelle und der langen Trockenheit.
Dies gelingt durch eine Umstellung auf LED-Leuchten; sie sollen die Hunderte Lampions auf der Schlossparkwiese zum Leuchten bringen. Dadurch wird eine Absage verhindert.
Oberbürgermeister Michael Möslang betont: „Es freut mich, dass die Kultur des Möglichmachens hier dank aller Beteiligten gleich so gut greift.“
Im Rathaus hatte es dazu anfangs der Woche ein Lösungsgespräch im Dienstzimmer des OB gegeben. „Der Wunsch der Menschen nach diesem besonderen Highlight der Kerwe ist groß, wir sollten es möglich machen, wenn es irgendwie geht“, erklärte der neue Rathauschef vor seiner ersten Kerwe als Oberbürgermeister.
Am Tisch saßen außerdem Vertreterinnen und Vertreter des Kerwevereins, der Feuerwehr, des Ordnungsamtes und des Kulturbüros, ebenso des Amtes für Verkehrs- und Grünflächen, das für den Schlosspark zuständig ist.
Gemeinsam entwickelten sie ein Veranstaltungskonzept: Es gibt kein offenes Feuer, die komplette Illumination wird mit LED-Leuchten erzeugt, die sich der Kerweverein mittlerweile von verschiedenen Anbietern gesichert hat. Möglicherweise sind die Lichter etwas dunkler als echte Kerzen – aber diese wären nicht zu verantworten. „In einer solchen Lage muss man Kompromisse eingehen können, und ich bin froh über die Flexibilität der Akteure, sie ist wichtig für die Sicherheit der Bürger“, erklärt Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach.
Für den Kerweverein erklärte Vorsitzender und „Kerwevadder“ Martin Schmitt, dass der Verein genügend Helfer hat und in der Lage ist, die Vorbereitungen im Laufe des Samstages zu treffen. Es sollen rund 3000 kleine Lichter glitzern. Die LEDs haben eine recht lange Laufzeit und sind mehrfach nutzbar. „Deshalb gilt unser Appell an die Besucher, bitte keine Leuchten mit nach Hause zu nehmen“, so Schmitt. Man müsste sie ja im nächsten Jahr wieder ersetzen.
Denn klar ist auch, dass die LED-Lösung auch nach 2026 eingesetzt werden soll. Hitzesommer wie diesen dürfte es in Zukunft öfter geben. Bislang war die Illumination bei Wald- und Flächenbrandgefahr in der Vergangenheit immer abgesagt worden. Das wird dann künftig nicht mehr nötig sein.
Disziplin der Besucher erforderlich
„Es wird aber in jedem Fall auch eine gewisse Disziplin der Besucher nötig sein“, so sind sich alle Beteiligten sicher. Mit großen Hinweisschildern wird die Stadt an dem Abend an die Vernunft der Besucher appellieren, unbedingt ein striktes Rauchverbot einzuhalten. „Jede brennende Zigarette, die ins trockene Gras fällt, ist ein Brandrisiko“, mahnt Ralf Mittelbach. Die Feuerwehr wird mit einer Brandwache vor Ort sein.
Nach den Vorfällen der letzten Tage auf Grünflächen und Parks der Region, auch in Weinheim, soll außerdem ein Verweilen unter großkronigen Bäumen unbedingt vermieden werden. Aufgrund der außergewöhnlichen Hitze kam es wiederholt zu Grünastabbrüchen an gesunden Bäumen. Die Stadt bittet daher alle Besucherinnen und Besucher, sich insbesondere auf Rasenflächen aufzuhalten und die Baumbereiche zu meiden. Aus diesem Grund wird auch die Illumination bewusst auf die offenen Wiesenflächen konzentriert. Auch auf diese Sicherheitsmaßnahme wird die Stadt mit entsprechenden Hinweisschildern aufmerksam machen. „Wenn alle mitmachen, Organisatoren, Helfer und die Gäste“, so OB Möslang, „dann werden wir sicher eine wunderschöne Illumination erleben“.
Die Schlosspark-Illumination findet am Kerwesamstag, 8. August, statt. Beginn ist mit dem Einbruch der Dunkelheit. Der Eintritt ist frei.
