Für gute Startchancen an den Schulen

Mit dem Starchancen-Programm werden besondere schulische Projekte gefördert

Bessere Lernräume, mehr Schatten auf dem Schulhof, eine neue Schülerbibliothek und ein Frühstücksangebot: Möglich macht diese Verbesserungen das Startchancen-Programm von Bund und Land. Über die konkrete Umsetzung in Weinheim berät der Kinder- und Jugendbeirat in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 7. Oktober, die um 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses beginnt.

Das Programm richtet sich gezielt an Schulen, die aufgrund ihrer Rahmenbedingungen vor besonderen Herausforderungen stehen. Es soll Bildungschancen gerechter machen und vor allem die grundlegenden Fähigkeiten in Deutsch und Mathematik stärken. Bund und Land stellen dafür in Baden-Württemberg über zehn Jahre rund 2,6 Milliarden Euro bereit.
In Weinheim profitieren seit dem Schuljahr 2025/26 die Grundschule der Zweiburgenschule und die Werkrealschule der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Allein für Investitionen in eine bessere Lernumgebung steht den beiden Schulen ein Budget von gut zwei Millionen Euro zur Verfügung. Auf die Zweiburgenschule entfallen rund eine Millionen Euro, auf die Dietrich-Bonhoeffer-Schule rund 995 000 Euro. Von den förderfähigen Kosten übernimmt das Programm 70 Prozent, die Stadt trägt 30 Prozent. Daher müssen auch in Weinheim die politischen Gremien beraten.
Nach der Befassung des Beirats am Mittwoch entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am 21. Oktober über die Mittel.
 
Neue Räume und Hitzeschutz
 
Konkret: An der Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule soll ein Mehrzweckraum geteilt und neu gestaltet werden. So entstehen zwei flexibel nutzbare Räume für Unterricht und pädagogische Angebote. Hinzu kommt eine Versorgungsküche mit Ausgabe. Sie soll ein regelmäßiges Frühstücksangebot ermöglichen und zugleich einen neuen Treffpunkt für Schülerinnen und Schüler schaffen.
 
An der Zweiburgenschule spielt der Hitzeschutz eine wichtige Rolle. Außenjalousien sollen verhindern, dass sich das Gebäude während längerer Hitzeperioden zu stark aufheizt. Auch auf dem Schulhof sollen zusätzliche Schattenplätze entstehen.
Ein weiteres Projekt löst ein Platzproblem: Wegen gestiegener Schülerzahlen musste die bisherige Schülerbibliothek als Klassenzimmer genutzt werden. Gleichzeitig braucht die geplante Juniorklasse einen eigenen Raum. Mit zusätzlichen Raumkapazitäten von bis zu 50 Quadratmetern sollen deshalb wieder Platz für Bibliothek, Sprach- und Leseförderung sowie die Juniorklasse geschaffen werden. Mobiliar für offene Lernflächen im Wert von 7 .000 Euro ist bereits geliefert. Außerdem soll die Mensa zu einem ganztägig nutzbaren Kinderbistro weiterentwickelt werden.
Für die derzeit vorgesehenen förderfähigen Maßnahmen werden insgesamt rund 740 000 Euro veranschlagt. Davon soll die Stadt nach aktuellem Stand rund 223 000 Euro tragen. Erwartet werden Zuschüsse von rund 518 000 Euro.
 
„AVdual“ – eine Erfolgsgeschichte
 
Auch die evangelische Kita Sonne in der Albert-Ludwig-Grimm-Straße beschäftigt den Kinder- und Jugendbeirat. Dort tritt nach Angaben des Trägers in den Kita-Räumen an der Decke zu den Fenstern teilweise massiv Feuchtigkeit auf. Die Evangelische Kirchengemeinde will deshalb die Fensterfassade sanieren und hat bei der Stadt einen Baukostenzuschuss beantragt. Ein solcher steht den konfessionellen Einrichtungen laut Gemeinderatsbeschluss zu. Die Stadt soll davon 70 Prozent der Sanierungskosten von 96 000 Euro übernehmen, also rund 67 000 Euro. Bei der Evangelischen Kirchengemeinde verbleiben rund 29 000 Euro.
 
Der dritte größere Punkt schlägt den Bogen von der Schule ins Berufsleben. Die AVdual-Begleitung am Weinheimer Berufsschulzentrum soll auch in den Schuljahren 2027/28 und 2028/29 fortgesetzt werden. „AVdual“ ist Teil des Landesmodellversuchs zur Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf.
Voraussetzung für die Fortsetzung ist allerdings, dass auch die Finanzierung steht. Der Rhein-Neckar-Kreis muss seine Kofinanzierung verbindlich zusagen, außerdem muss das Land die weitere Förderung bewilligen. Die Stadt soll ebenfalls ihren Anteil tragen und dafür in den Haushaltsjahren 2027 bis 2029 die erforderlichen Mittel bereitstellen. Pro Schuljahr kostet die Umsetzung des Programms in Weinheim am Berufsschulzentrum des Kreises rund 490 000 Euro, rund 180 000 Euro kommen vom Land, den Rest – jeweils rund 153 000 Euro – sollen die Stadt und der Rhein-Neckar-Kreis tragen. So war das auch in den zurückliegenden Jahren geregelt.
Trotz der schwierigen, extrem heterogenen Schülerschaft zeigt das AVdual in Weinheim
große Erfolge, wird in der Vorlage erklärt. Rund 90 Prozent aller Jugendlichen verlassen es mit deutlich verbesserter Berufsorientierung und geklärtem Anschluss. Ohne das Programm, so die Fachleute, verfestigt sich ein Schulvermeidungsverhalten. Viele Schülerinnen und Schüler leiden unter psychischen Erkrankungen und weisen dadurch dadurch oft überdurchschnittliche Fehlzeiten auf. AVdual-Absolventen sammeln über Betriebspraktika wichtige Erkenntnisse und erste berufspraktische Erfahrungen. Etwa 20 Prozent schaffen es, danach direkt in Ausbildung zu gehen, oft im Praktikumsbetrieb.
 
Auch über die Fortsetzung des Programms entscheidet wegen des städtischen Finanzierungsanteil abschließend der Gemeinderat am 21. Oktober.
https://weinheim-sitzungsdienst.komm.one/bi/info.asp
 
 

(Erstellt am 06. Oktober 2026)

Anschrift

Stadt Weinheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Obertorstraße 9
69469 Weinheim

Tel.: 06201 / 82 - 390
Fax: 06201 / 82 - 473
Mobil: 0171 / 33 444 27
e-mail

Hier finden Sie uns:
Rathaus Schloss
Eingang A, 1. OG
Zimmer 202 A

Anfahrtsplan (511 KB)

Öffnungszeiten und Termine nach Vereinbarung.

Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Sprechzeiten der einzelnen Ämter und Dienststellen.
Wir haben gleitende Arbeitszeit. Sie erreichen uns telefonisch:

Mo. - Fr. 08.00 - 12.00 Uhr
Mo. - Mi. 14.00 - 16.00 Uhr
Do. 14.00 - 18:00 Uhr