Die großen Projekte in einem Rutsch
Der Finanzkrise zum Trotz: Weinheim hat im Moment einige richtig große Bau- und Infrastrukturprojekte vor der Brust – oder schon in der Umsetzung. Das Amt für Immobilienwirtschaft will über den aktuellen Stand der größten „Brocken“ jetzt am Mittwoch, 8. Juli, im Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung berichten. Der ATUS tagt ab 18 Uhr öffentlich im Großen Sitzungssaal, es geht aber auch um einen Startschuss und die Fortführung weiterer Projekte im Bereich von Sport, Bildung und Freizeit: Auftragsverteilungen für den ersten Abschnitt der Sanierung des Sportzentrums und für die Umsetzung der Umgestaltung des Katzenlauf-Spielplatzes am Schlosspark stehen auf der Tagesordnung.
Die Hochbauabteilung im Amt für Immobilienwirtschaft hat die Schreibtische voller Arbeit. Einiges kommt zusammen. Die beiden größten Maßnahmen des Neubaus der Kita Kuhweid mit Mehrgenerationenhaus und des Victor-Dulger-Hallenbades sind am Laufen; beide Projekte erreichen schon eine Größenordnung von rund 27 Millionen Euro. Aber es geht auch um Erweiterungen von Schulgebäuden, um ab dem kommenden Schuljahr dem Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden, um einen Neubau einer Anschlussunterbringung in Sulzbach und die Sanierung des Martin-Luther-Hauses zum selben Zweck, desweiteren um energetische Sanierungsmaßnahmen, etwa eine PV-Anlage und die Erneuerung alter Leuchten in den Schulen durch LED-Technik.
Im Stadion geht’s 2027 los
Das sind „nur“ die Hochbaumaßnahmen. Gegenstand der umfangreichen Tagesordnung ist auch die Planung des ersten Moduls der geplanten Sanierung des Sepp-Herberger-Stadions. Losgehen soll es im nächsten Jahr mit dem Leichtathletik-Bereich. Die Sanierung der Leichtathletikanlage umfasst den Umbau der gesamten Kunststoffflächen, die an Ort und Stelle angebaut und wiederhergestellt werden sollen. Herzustellen sind sechs Rundlaufbahnen, acht Kurzstreckenlaufbahnen, die Anlagen für Speerwurf, Diskuswurf, Weit- und Dreisprung innerhalb des Rasenspielfeldes, Hochsprung, Stabhochsprung und ein separates Kleinspielfeld mit drei Sprunggruben. Die planmäßige Umsetzung und Inbetriebnahme der Leichtathletikanlage soll bis Ende 2027 realisiert werden können. Der ATUS soll am Mittwoch die Vergabe von Objektplanungsleistungen vergeben: Voraussichtliche Honorarsumme 254 000 Euro.
Der Ausschuss soll am Mittwoch ebenso dem Gemeinderat empfehlen, in seiner Sitzung am 15. Juli den Auftrag für die Erneuerung und Umgestaltung der Sommergasse in Lützelsachsen zwischen „Am Mönchgarten“ und „Weinheimer Straße“ zu vergeben - als gemeinsamen Ausschreibung mit den Stadtwerken Weinheim. Die Maßnahme soll schon im August beginnen, eine grundhafte Sanierung von Kanal und Straße wird etwa 3,3 Millionen Euro kosten; der Lützelsachsener Ortschaftsrat hat darüber auch schon beraten und die Planung begrüßt.
„Zweiburgenideen“ für den Spielplatz am Katzenlauf
Ein weiterer ATUS-Punkt ist die umfassende Umgestaltung des Spielplatzes „Katzenlauf“ am Schlosspark. Der Entwurf nimmt Bezug auf Weinheim als „Zweiburgenstadt“ und sieht eine umfassende Neugestaltung vor. Die Planung stellt gegenüber dem heutigen Bestand eine deutliche qualitative Aufwertung dar und schafft ein vielfältiges sowie identitätsstiftendes Spielangebot, so die Beschreibung der städtischen Grünflächenabteilung.
Kreativ: Die vorhandene, halbrunde Bruchsteinmauer im Bereich des bisherigen Rutscheneinstiegs wird nun zu einer Burgruine umgestaltet. Auf der unteren Ebene entsteht ein neuer Burgturm aus Holz mit einer etwa vier Meter hohen Anbaurutsche. Die Burgruine wird mit dem Burgturm mittels einer Seilnetzbrücke verbunden. Die Spielgeräteausstattung wird mit einem differenzierten Bewegungsangebot ergänzt. Vorgesehen sind insbesondere eine neue Drehscheibe aus Holz, ein neuer Kletterparcours mit Pfosten, Kletternetzen, Seilen und Balancierelementen, die Integration vorhandener Balancierstämme aus naturbelassenem Holz sowie der Erhalt der bestehenden Doppelschaukel. Die reinen Baukosten wurden mit 440 000 Euro geschätzt. Wenn der ATUS zustimmt, gibt die Stadt die Planung in Auftrag beantragt für 2027 weitere 320 000 Euro für den Haushalt.
Weiter stehen „Bauturbo-Anträge“ auf der Tagesordnung, ein Bebauungsplan in Rippenweier und Anfragen.


