Die Weinheimer Altstadt hat gebrodelt
Rund 40 000 Menschen an den ersten drei Kerwetagen, ein heißes Wochenende, weitgehend friedlich und ohne schlimmere Zwischenfälle – der neue Weinheimer Oberbürgermeister Michael Möslang konnte mit seiner ersten erlebten Weinheimer Kerwe glücklich und zufrieden sein.
Bis Montagabend werden wieder rund 50 000 Menschen das größte Sommervolksfest der Bergstraße besucht haben. Die Zahl wurde von der Stadt Weinheim und der Feuerwehr sowie von Veranstaltungsleiter und Sicherheitsberater Tim Remark geschätzt.
Am Freitag und am Samstag hielten sich jeweils rund 15 000 Besucher in der Stadt auf, vor allem im Gerberbachviertel, aber auch auf dem Marktplatz und rund ums Schloss.
Vor allem die Idee, die traditionsreiche Schlosspark-Illumination am Samstagabend komplett auf LED-Leuchten umzustellen, um die Illumination trotz Trockenheit möglich zu machen, kam bei den Besuchern sehr gut an. „Es war fantastisch und gar kein Unterschied zu sehen“, freute sich Kerwevereinsvorsitzender Martin Schmitt, der im Vorfeld der Kerwe gemeinsam mit OB Möslang die Entscheidung getroffen hatte. Der Kerweverein war in der Lage, innerhalb weniger Tage die Umstellung zu organisieren. Zwischen 3000 und 5000 Besucher kamen am Samstag in den Schlosspark. Auch für das Kerwehaus und die anderen Straußwirtschaften konnte er berichten: „Eine tolle Kerwe.“
Vor allem wegen der heißen Temperaturen und der Menschenmengen hatten die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes alle Hände voll tun. „Etwa 70 medizinische Hilfeleistungen“, meldete DRK-Einsatzleiter Kevin Stiller am Sonntagnachmittag. Vier Personen mussten vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden. Zwei Polizeieinsätze gab es jeweils am späten Abend, einmal in der Grundelbachstraße, dann am Samstagabend im Schlosshof. Da kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Kerwebesuchern. Aber ernsthaft verletzt wurde niemand. „Für ein Fest dieser Größenordnung nicht außergewöhnlich“, hieß es seitens der Weinheimer Polizei. Diesen Eindruck bestätigten auch Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach und Veranstaltungsleiter Tim Remark. „Insgesamt wurde fröhlich und friedlich gefeiert“, so Remark, der das Sicherheitskonzept mit Zufahrtssperren und Security-Personal entwickelt hat.
Ärgerlich: Unbekannte Randalierer zerstörten am Samstagabend mutwillig die vom TÜV abgenommenen Rutschsperren der Kerwerutsche, so dass spontan noch ein Sicherheitsdienst zur Nachtwache an der Rutsche beauftragt werden musste.
Nicht reibungslos funktionierte in den Nachstunden der Kerwebus den die Stadt beim Buslinienbetreiber DB-Regiobus bestellt hatte. Es gab vor allem bei den letzten Fahrten nach Hohensachsen und Lützelsachsen Lücken. Der Busbetreiber hatte die Stadt über Ausfälle nicht informiert. Am Samstagabend entschied OB Möslang spontan, über die Stadt ein privates Taxi-Unternehmen zu engagieren, um die wartenden Kerwegäste in die südlichen Ortsteile zu bringen.
Am Montag mündet die Kerwe in den „Woinemer Kerwemontag“, einer Art Feiertag.
Der Kerwemontag ist nun vor allem für die Weinheimerinnen und Weinheimer ein Feiertag. Viele Geschäfte und auch die Stadtverwaltung haben geschlossen, alle feiern gemeinsam das Kerwefinale. Im Mittelpunkt steht für die Kinder die Gerberbachregatta, nachmittags begrüßt der neue Rathauschef erstmals die Kolleginnen und Kollegen der Region zum Bürgermeister-Rundgang. Alle Straußwirtschaften sowie der Rummel haben nochmals bis nachts geöffnet.

