Wenn die Wildsau im Garten grunzt
Ein Waschbär auf dem Dachboden, ein Marder unter den Ziegeln, ein Fuchs im Garten oder Wildschweine am Rand eines Wohngebiets: Wildtiere machen vor der Stadtgrenze nicht halt. Was auf den ersten Blick idyllisch und naturnah erscheint, wird oft zum Problem. Denn manchmal entstehen Schäden, bisweilen fühlen sich Menschen sogar bedroht. Für solche Fälle gibt es in Weinheim jetzt drei besondere Ansprechpartner: Seit dem 1. Oktober setzt die Stadt drei sogenannte Stadtjäger ein. Die Gesetzeslage räumt dies seit einiger Zeit ein.
Die drei Stadtjäger sind Karsten Fath, Dennis Hasselbring und Thomas Helfinger. Jeder von ihnen ist für einen bestimmten Teil des Stadtgebiets zuständig. Bei Abwesenheit vertreten sie sich gegenseitig. Alle drei Waidmänner haben jetzt mit der Stadt, vertreten durch Muris Spahovic vom Ordnungsamt und Steffen Bengs von der Liegenschaftsabteilung sogar einen Vertrag über Rechte und Pflichten abgeschlossen.
Ihre Aufgabe ist es, Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren möglichst friedlich zu lösen. Dabei steht nicht die Jagd im Vordergrund, sondern die Beratung. Denn häufig lässt sich schon mit einfachen Mitteln verhindern, dass sich unerwünschte tierische Gäste dauerhaft einnisten.
Wie schützt man seinen Dachboden vor Waschbären? Wie lassen sich Mülltonnen sichern, damit Wildtiere nicht angelockt werden? Was tun, wenn ein Marder im Haus sein Unwesen treibt? Die Stadtjäger wissen Rat. Sie können auch eingreifen, wenn vorbeugende Maßnahmen nicht ausreichen. Dann kommen beispielsweise Lebendfallen zum Einsatz. Die klassische Jagd und der Gebrauch von Schusswaffen bleiben absolute Ausnahmefälle, betonen Fath, Hasselbring und Helfinger.
Spezialisten mit besonderer Qualifikation
Stadtjäger sind keine gewöhnlichen Jäger. Sie sind speziell für den Umgang mit Wildtieren in bebauten Gebieten ausgebildet. Dort gelten besondere Regeln. In den sogenannten „befriedeten Bezirken“ ist die reguläre Jagd grundsätzlich nicht erlaubt. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg ermöglicht aber den Einsatz besonders qualifizierter Fachleute.
Der Weg zum Stadtjäger ist anspruchsvoll. Die Bewerber müssen eine klassische Jagdausbildung besitzen. Danach folgt die Weiterbildung zum Wildtierschützer beim Landesjagdverband Baden-Württemberg. Erst dann können sie den staatlich anerkannten Lehrgang zum Stadtjäger besuchen, der ebenfalls mit einer Prüfung endet. Alle drei Weinheimer Stadtjäger haben diese Qualifizierungen durchlaufen.
Drei Ansprechpartner für das Stadtgebiet
Weinheim hat die Zuständigkeiten aufgeteilt. Karsten Fath kümmert sich um Sulzbach und die Kernstadt. Dennis Hasselbring ist für Weinheim-West, Lützelsachsen und Hohensachsen zuständig. Thomas Helfinger betreut die Weinheimer Odenwald-Ortsteile.
Wer die Hilfe eines Stadtjägers benötigt, kann sich direkt an den zuständigen Ansprechpartner wenden. Die Stadtjäger arbeiten auf eigene Rechnung. Die Kosten für einen Einsatz werden deshalb unmittelbar zwischen dem Auftraggeber und dem jeweiligen Stadtjäger abgerechnet. Mit dem neuen Angebot will die Stadt den Umgang mit Wildtieren im Siedlungsraum erleichtern. Denn Waschbär, Fuchs und Marder gehören längst auch zum städtischen Alltag. Die Jäger verstehen sich dabei auch als Konfliktlöser.
Die Weinheimer Stadtjäger sind:
Sulzbach und Kernstadt
Karsten Fath
Telefon: 06201 493033 (Anrufbeantworter kann besprochen werden)
Mobil: 0176 97478911
E-Mail: Wildschutzdienst.Fath@Vodafonemail.de
Weinheim-West, Lützelsachsen und Hohensachsen
Dennis Hasselbring
Mobil: 0151 11102310
E-Mail: D.Hasselbring@gmx.de
Weinheimer Odenwald-Ortsteile
Thomas Helfinger
Mobil: 0172 9765921
E-Mail: Stadtjaeger.Weinheim@gmail.com
