Punktlandung für moderne Mobilität
Mobilität hat ja auch immer etwas mit Pünktlichkeit zu tun. Insofern passte das Datum ideal, an dem jetzt die externen Begleiter der Weinheimer Mobilitätsplanung in Vertretung der Bürgerschaft den „Nachhaltigen Mobilitätsplan 2040 für Weinheim“ an die Weinheimer Verwaltungsspitze übergaben und damit den weiteren Umsetzungsprozess in die Hände der Kommunalpolitik legten.
Oberbürgermeister Michael Möslang und Bürgermeister Andreas Buske nahmen den mit 180 Seiten Papier gefüllten Ordner und die 30-seitige Zusammenfassung stellvertretend am Morgen des Weinheimer Herbstes am Sonntag auf dem Dürreplatz entgegen, wo das Amt für Stadtentwicklung noch einmal einen Info-Stand aufgebaut hatte.
Weinheim als Modellstadt gefördert
Drei Tage später – am Mittwoch, 16. September, 17.30 Uhr – wird der Mobilitätsplan bereits öffentlich im Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung (Schloss/Großer Sitzungssaal) beraten. „Damit ist eine Punktlandung gelungen, die zu diesem Projekt passt“, freute sich Bürgermeister Andreas Buske. Gemeinsam mit den Verkehrsplanern des Rathauses überreichten Kommunikationsexperte Thomas Erler und Verkehrsplaner Sebastian Hofherr die Papiere. Mit ihren Büros hatten sie den Bürgerbeteiligungsprozess der vergangenen zwei Jahre eng begleitet, Weinheim, seine Bürger und seine Verkehrswege kennengelernt wie ihre Westentasche. Der Prozess wurde vollständig durch Fördermittel von Bund und Land finanziert, betonte Buske. Weinheim sei also Modellstadt für eine moderne Mobilität.
Erler und Hofherr blickten auf ein großes Interesse der Weinheimer Bevölkerung zurück. „Die positive Stimmung und die konstruktive Atmosphäre hat mich beeindruckt“, so Erler. Und Verkehrsexperte Hofherr bescheinigte: „Rein formal ist Weinheim ja eine Mittelstadt, aber in vielen Bereichen einfach größer.“ Unter anderem seien die „unterschiedlichen Stadträume“ eine Herausforderung, denn die Weinheimer Innenstadt gelte es ja ebenso zu betrachten wie die Ortsteile.“ Schmunzelnd übergab Hofherr den Ordner mit den Worten: „Wir haben extra den Ordner zum Abheften gewählt, damit weitere Blätter dazukommen können“.
Möslang: „Ein strategisches Konzept“
Die Verkehrsplaner betonten ebenso wie Möslang und Buske, dass der Mobilitätsplan nun eine Leitlinie vorgebe, einen „Kompass“, wie es der OB formulierte; ein „strategisches Konzept“. An die 300 Personen hatten sich aktiv in den Prozess eingebracht, entweder als sachverständige Interessensvertreter oder als „Zufallsbürger“ ausgewählt. In zwei Online-Befragungen wurden außerdem von rund 250 Mitwirkenden etwa 1800 Stimmen, Kommentare und Vorschläge eingebracht – unterm Strich wurden in den Prozess etwa 5000 Meinungen und Einschätzungen bewertet. „Es war ein heterogener Auszug aus der Weinheimer Stadtgesellschaft“, beschrieb Buske. Nun sei es wichtig, im Dialog zu bleiben.
Michael Möslang sprach von einem Zeitraum von „etwa 15 Jahren, einer halben Generation“, die man zur Umsetzung des Planes anstrebe. Einige Maßnahmen seien schon in Planung oder Arbeit, andere noch eine Idee oder eine Vision.
ATUS dann Gemeinderat
Der ATUS soll am Mittwoch dem Gemeinderat vorschlagen, den Mobilitätsplan und ein dazu gehörendes Umsetzungskonzept fortzuschreiben. Zu den konkreten und nächsten Maßnahmen der Planung gehören unter anderen die Neugestaltung der Sommergasse (Planung abgeschlossen, Bau ab 2026), die Radschnellverbindung (Planung läuft inkl. Bebauungsplan, Bau ab 2028), die Optimierung der Ampelschaltung in 2027, eine Neuausschreibung für den Stadtbusverkehr, der barrierefreie Ausbau der OEG-Haltestellen in der Weststadt mit Umfeldmaßnahmen, die Planung der Radverbindung Oberflockenbach – Großsachsen (Planungsvereinbarung Land,
Beauftragung Machbarkeitsstudie 2026), sowie die Planung und Umsetzung kleiner Maßnahmen im Bereich des Fuß- und Radverkehr mit dem Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit Schulwegsicherheit.
Der Gemeinderat berät das Thema dann ebenfalls öffentlich am Mittwoch, 23. September.
Mehr Infos zum Nachhaltigen Mobilitätsplan und der Befassung der politischen Gremien hier: https://weinheim-sitzungsdienst.komm.one/bi/si0057.asp?__ksinr=3301
