Der Hitze auf der Spur
36 Grad und es wird noch heißer. Die Temperaturen der vergangenen Wochen haben es gezeigt: Die Hitze wird ein Problem. Kommunen, aber auch Träger von Kranken- und Pflegeeinrichtungen überlegen im Moment, wie sie künftig kühle Orte schaffen und andere, an denen sich Menschen aufhalten müssen, zumindest erträglich machen können. Bevor Maßnahmen als sinnvoll und zielführend eingestuft werden können, ist eine belastbare Datengrundlage erforderlich, finden die Gebäude- und Klimaexperten bei der Stadt Weinheim. Das Amt für Immobilienwirtschaft und die Stabsstelle Klimaschutz sind daher seit Anfang der großen Ferien unterwegs, um mit Hilfe von speziellen Datenloggern die Temperaturen an den Schulen und KiTa-Gebäuden zu ermitteln und auszuwerten.
„Ziel ist es“, beschreibt Bürgermeister Andreas Buske, „eine Datengrundlage zu schaffen, auf deren Basis künftig bedarfsgerechte und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz entwickelt werden können“.
Die Stadt nutzte schon in den zurückliegenden Tagen die anhaltend hohen Sommertemperaturen, um das Temperaturverhalten kommunaler Schul- und Kindertagesstätten objektiv zu untersuchen.
Hierfür wurden in ausgewählten Gebäuden spezielle Langzeit-Datenlogger installiert, die Innenraumtemperaturen unabhängig vom Nutzerverhalten kontinuierlich erfassen. Gleichzeitig werden die Außentemperaturen dokumentiert. Die Messungen erfolgen während der Sommerferien und damit unter vergleichbaren Rahmenbedingungen, ohne dass der Schul- oder Kitabetrieb die Ergebnisse beeinflusst.
Buske beschreibt: „Um ein möglichst vollständiges Bild des Gebäudeverhaltens zu erhalten, wurden pro Gebäude mehrere Messgeräte auf unterschiedlichen Etagen sowie in verschieden ausgerichteten und spezifisch genutzten Räumen – beispielsweise auf der Süd- und Nordseite – installiert. So lassen sich Unterschiede innerhalb der Gebäude systematisch erfassen.“
Eingebunden ist auch Annika Stremmer, die bei der Stabstelle Klimaschutz für das Thema Klimaanpassung zuständig ist. Sie erklärt: „Die aktuelle Wetterlage bietet hierfür besonders geeignete Voraussetzungen. Die außergewöhnlich hohen Außentemperaturen ermöglichen es, das Verhalten der Gebäude unter einer hohen thermischen Belastung zu beobachten und belastbare Erkenntnisse über ihre sommerliche Leistungsfähigkeit zu gewinnen.“
Die Auswertung der Messdaten, so Bürgermeister Buske, wird zeigen, in welchen Gebäuden Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen im jeweiligen Einzelfall sinnvoll, technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar sind. Je nach Gebäude können sich daraus organisatorische, bauliche oder technische Lösungen ergeben. Gerade aufgrund des unterschiedlichen Alters und der Bauweise des kommunalen Gebäudebestandes sei eine objektive Bewertung die Voraussetzung für zielgerichtete Entscheidungen.
Nach Abschluss der Messungen werden die Datenlogger wieder ausgelesen und die Ergebnisse fachlich ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden anschließend die Grundlage für die weitere Priorisierung und Planung möglicher Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz.
