Weinheims Denkmäler wecken Neugier

Weinheim von oben – der Blick vom Schlossturm auf die Dächer der Stadt und in die Ferne, je nach Himmelsrichtung in den Odenwald oder die Rheinebene, ist ein Erlebnis. Seit Sonntag sind rund 160 Personen um diese Erfahrung reicher – so viele nahmen am „Tag des offenen Denkmals“ an einer Führung hinauf auf den rund 40 Meter hohen Schlossturm teil.

Zwei Mitarbeiterinnen des Weinheimer Amtes für Baurecht und Denkmalschutz unternahmen ein besonderes Sonntags-Sportprogramm und begleiteten die Besucher auf den Turm – jeweils rund 150 Stufen bis ganz nach oben.
Der diesjährige europaweite „Tag des offenen Denkmals“, an dem sich Weinheim als Stadt mit wichtigen und vielen Denkmälern, traditionell engagiert beteiligt, hat wieder einmal bewiesen: Das Interesse der Menschen ist jeweils sehr groß. Einige Hundert Besucherinnen und Besucher wurden wieder von einem der Angebote angelockt. Neben der Stadt selbst öffneten die Evangelische Kirchengemeinde die Peterskirche und die Katholische Pfarrei die St. Laurentiuskirche am Marktplatz ihre Portale. Die Bewohner-Gemeinschaft des Historischen Templerhauses in der Altstadt gab ebenso Einblicke über das Wohnen in einem Denkmal. Auch sie hätten mehr Menschen empfangen können als es die Kapazitäten für Führungen nach den Anmeldungen zuließen. Bei 60 Besuchern musste die Anmeldung geschlossen werden.
Ähnlich war es im Schloss, indem Stadtarchivarin Andrea Rößler bei drei Führungen ihr profundes Wissen zur Geschichte des Schlosses und damit zur Adelsgeschichte Weinheims weitergab. Auch diese Führungen waren schon vor dem Sonntag ausgebucht. Andrea Rößler berichtete hinterher: „Viele Teilnehmer waren überrascht, wieviel Schloss noch vorhanden ist und wie viele unterschiedliche Stile aus verschiedenen Epochen aufeinandertreffen.“  Im Trauzimmer erzählte sie die Geschichte von Lady Jane. Auf großes Interesse stieß wieder das Ölgemälde von Karl Ludwig Nagel nach dem Stich von Merian, weil viele Gebäude Weinheims darauf noch heute zu erkennen sind. Die Archivarin wies auch auf die Anforderungen hin, die sich ergeben, wenn moderne Verwaltung auf mittelalterliche Architektur und Bausubstanz trifft.
Ein gutes Beispiel hierfür war ein Besuch des OB-Dienstzimmers, bei dem nicht nur verschiedene Bau-und Einrichtungsstile aufeinandertreffen, sondern auch moderne Büro- und Kommunikationsausstattung auf altes Gemäuer. Oberbürgermeister Michael Möslang begrüßte die Gäste in seinem Büro am Nachmittag dann auch persönlich. Was zum Beispiel auch in der prächtigen und geschmackvollen Peterskirche auffiel: Der Tag des offenen Denkmals, der weit über die Region hinaus beworben wird, lockt jedes Jahr wieder Besucherinnen und Besucher auch von weit her nach Weinheim. Auch das Gotteshaus an der Weschnitz verzeichnete an dem Sonntag rund 160 Besucherinnen und Besucher.
 

(Erstellt am 14. September 2026)

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