Von der Rutsche zum Hotel am Bahnhof
Wenn am Mittwoch,16. September, der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung (ATUS) als erstes gesamtstädtisches Gremium aus der Sommerpause in den großen Sitzungssaal des Rathauses zurückkehrt (öffentlich ab 17.30 Uhr), steht ein großes Pensum auf der Tagesordnung der Sitzung, die erstmals vom neuen Oberbürgermeister Michael Möslang geleitet wird. Der neue Rathauschef startet also gleich mit Volldampf in die Politik.
Der Hotelneubau an der Mannheimer Straße, die Neugestaltung des Spielplatzes Katzenlauf und die Zukunft der Kita Waid gehören zu den wichtigsten Themen Sitzung. Außerdem beschäftigt sich das Gremium erneut mit dem Bauvorhaben auf dem ehemaligen „Hexenstübchen“-Grundstück in der Bergstraße 147.
Hampton by Hildon
Beim Hotelprojekt an der Mannheimer Straße soll das Bebauungsplanverfahren einen entscheidenden Schritt weiterkommen. Geplant ist der Neubau auf dem heutigen Freudenberg-Parkplatz. Das benachbarte städtische Grundstücke bleibt in ihrer bisherigen Funktion als öffentliche Parkplätze erhalten. Der Vorhabenträger und der Grundstückseigentümer haben bereits einen Kaufvertrag geschlossen. Nachdem die frühzeitige Beteiligung Ende 2025 und Anfang 2026 stattgefunden hat, soll nun der überarbeitete Bebauungsplanentwurf gebilligt und die formelle Offenlage beschlossen werden. Geplant an dieser Stelle in direkter Bahnhofsnähe ist ein „Hildon by Hampton“ geplant, das auf fünf oberirdischen Geschossen (davon ein Staffelgeschoss) sowie einem Untergeschoss 113 Hotelzimmer bietet. Davon sind 103 Standardzimmer und acht Longstay- Zimmer. Weitere Räume beinhalten etwa Fitness-Studio, Backroom-Office und Seminar-Bereiche.
Rutschen am Schlosspark
Ein großes Thema ist der Spielplatz Katzenlauf am Eingang zum Exotenwald. Seine markante Hangrutsche musste im April dieses Jahres wegen technischer Mängel abgebaut werden. Nun soll der gesamte Spielplatz neu konzipiert werden. Bei einer Befragung von Kindern zweier nahe gelegener Grundschulen standen Klettergerüst, eine möglichst lange oder als Tunnel ausgeführte Rutsche, Seilbahn, Trampolin und Schaukel besonders hoch im Kurs. Wegen der Waldnähe, des Baumbestands und der besonderen Topografie ist eine naturnahe Gestaltung vorgesehen. Eine Umsetzung soll 2027 erfolgen.
Eine der vorgelegten Varianten sieht einen „Rutschenspielplatz“ mit neuer Tunnelrutsche vor. Kletterrampen, eine Treppe, Kletterfelsen und ein neues Klettergerät sollen das Angebot ergänzen. Für diese Variante werden Baukosten von rund 367 000 Euro und Planungskosten von etwa 75 000 Euro veranschlagt – insgesamt also rund 442 000 Euro. Die Verwaltung hatte zuletzt eine größere Variante ins Spielgebracht, bei der der Spielplatz als „Zweiburgenspielplatz“ das Burgen- Motto der Stadt aufgenommen hätte – der ATUS hatte aber eine günstigere Variante gewünscht.
Neue Kita Waid
Auch bei der Kita Waid im Hammerweg steht eine wichtige Weichenstellung an. Das rund 60 Jahre alte Gebäude ist stark sanierungsbedürftig, wird aber weiterhin von rund 40 Kindern in zwei Gruppen genutzt. Eine Machbarkeitsstudie hat verschiedene Möglichkeiten für einen Neubau untersucht. Erschwert wird das Vorhaben durch problematische Bodenverhältnisse: Wegen wenig tragfähiger Schichten wird eine Tiefgründung mit Pfählen empfohlen.
Eine der Varianten sieht einen eingeschossigen, knapp 1000 Quadratmeter großen Neubau vor. Die ebenerdige Lösung soll eine kindgerechte und barrierefreie Nutzung ermöglichen. Zwei prägende Großbäume könnten erhalten und in das Konzept integriert werden. Auch Räumlichkeiten für die IG Waid sollen mit einem separaten Zugang berücksichtigt werden.
Neubau am Standort „Hexenstübchen“
Bewegung gibt es schließlich auch beim Neubau eines Mehrfamilienhauses auf dem früheren Standort des „Hexenstübchens“. Dort will die BauART GmbH ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen errichten. Nach mehreren Verzögerungen haben die Bauarbeiten inzwischen begonnen; die Baufreigabe bis zur Erdgeschossdecke liegt vor. Der Rohbau einschließlich Dach und Fenstern soll innerhalb von fünf Monaten fertiggestellt werden. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die im Durchführungsvertrag festgelegte Fertigstellungsfrist bis Ende 2027 zu verlängern.
Darüber hinaus stehen in der öffentlichen Sitzung die Genehmigung eines Neubaus in der Erfurter Straße nach dem sogenannten „Bau-Turbo“ sowie Mehrkosten von rund 42.000 Euro für die energetische Sanierung der Turnhalle der Pestalozzi-Grundschule auf der Tagesordnung. Ebenso die erste Beschlussfassung über den „Nachhaltigen Mobilitätsplan 2040“ im Grundsatz.
Zur Tagesordnung mit Details: https://weinheim-sitzungsdienst.komm.one/bi/si0057.asp?__ksinr=3301


