Der Schlosspark wird zur Zauberwiese

Ein großer Käfig steht auf der Bühne, mit rostigen Metallstäben gesichert, derb und kantig. Ein Mensch schwingt darin seinen Körper, fletscht die Zähne, gibt animalische Laute von sich. Spannend und furchteinflößend zugleich ist dieses Bild. Man kann sich gut vorstellen, wie dieses mystische Theaterbild in der Dämmerung aussieht, am Freitag und am Samstag auf der Wiese vor der uralten Schlosspark-Eiche, bespielt vom Berliner Theater ANU im Weinheimer Schlosspark.

Am Mittwoch verwandelte sich die Weinheimer Schlossparkwiese wieder in eine verzauberte Theaterkulisse. Das Ensemble kam am Dienstag an der Bergstraße an, packte Utensilen und Requisiten aus, baute die Wiese vor dem Schloss zum Schauplatz eines animalisch angehauchten, erotischen Zaubertheaters um. Stefan und Bille Behr, die Köpfe des Traumtheaters, verfolgten genau, wo die Kulissen stehen, gaben Anweisungen, packten selbst mit an, begrüßten Schauspieler, begannen erste Proben. Es ist wieder ANU-Zeit in Weinheim. Für Stefan und Bille Behr und die anderen fast schon ein Heimspiel; seit rund 20 Jahren bieten sie in Weinheim Gastspiele.
Jetzt war das Theater ANU aus Berlin (mit Bergsträßer Wurzeln) mit seinem Poetischen Theater schon so oft in Weinheim – und immer wieder passt der mystische Stoff auf wundersame Weise zur Stadt, ihren Geschichten und ihren Orten. Auch diesmal wieder, wenn die Truppe am Freitag, 21. und am Samstag, 22. August, jeweils ab 21 Uhr die Schlossparkwiese zur Theaterbühne macht.
Darum geht es in dem aktuellen Stück „Dreamer“,übrigens in Blickweite zum alten Wehrturm Blauer Hut, der im Mittelalter als Gefängnis gedient hat. In einem Dorf wird seit Generationen etwas Wildes in einem Turm gefangen gehalten. Wer oder was ist es? Als ein Feuer das Dorf in Asche legt, stürzt der Turm ein, die „Bestie“ kann sich befreien. Es kommt zur Treibjagd, um das Wilde wieder einzufangen.
Das Publikum wird Teil der Jagdgesellschaft, gemeinsam mit den Spielern. Doch es geschehen seltsame Dinge: Durch ein Zauberspiel wird eine Hasenplage ausgelöst, den Dorfbewohnern wachsen lange Tierschwänze, und ein starkes Beben erschüttert das Land. Alles scheint aus den Fugen geraten und alle Versuche, die Zusammenhänge zu verstehen und die eigene Welt wieder beherrschbar zu machen, scheitern. Was ist das Geheimnis?
Ein typisch geheimnisvolles ANU-Werk, ein bisschen gespenstisch, erotisch und mit viel Interaktion des Publikums. Der Eintritt kostet zwischen 18 und 32 Euro. Tickets im Vorverkauf gibt es online unter: www.theater-anu.tickets.
Für Kulturpass-Inhaber wird ein Kontingent an Tickets kostenfrei zur Verfügung gestellt. Tickets müssen vor der Veranstaltung per E-Mail bei kulturbuero@weinheim.de bestellt werden. Hierbei sind folgende Angaben zu machen: Name, Vorname, Telefonnummer und Stichwort "Kulturpass".

(Erstellt am 19. August 2026)

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