Und in der Mitte steht der Frieden

Es ist fast 2.50 Meter hoch und 500 Kilo schwer, symbolisch steht es für Frieden auf der Welt:  Das Kunstwerk „Calling for peace“. Kugelrund wie die Erde, edelstahlglitzernd - und schlicht beeindruckend. Seit Anfang der Woche ist die Skulptur schon fest an ihrem Standort in der Rosenanlage an der Freudenbergstraße installiert. Künstlerin Stefanie Welk war ebenso persönlich vor Ort und steuerte den Aufbau ihres Werkes wie Gudrun Aisenbrey und Jürgen Osuchowski, die Vorstände der Bürgerstiftung Weinheim.

Seit rund einem Jahr arbeitet Stefanie Welk im Auftrag der Bürgerstiftung an dem Friedenskunstwerk, das die Bürgerstiftung in einem Kontext zu weiteren Aktivitäten zum Thema Frieden sieht. „Calling for peace“ ist unter Mitwirkung von Weinheimer Schülerinnen und Schüler entwickelt worden und entstanden. Die Fundamentarbeiten hat die Stadt Weinheim beigetragen.
Am Freitag, 23. Oktober, 15 Uhr, wird die Skulptur im Beisein von Jugendlichen und Lehrkräften sowie mit Gästen aus Politik und Gesellschaft eingeweiht, Oberbürgermeister Michael Möslang wird eine Ansprache halten, passende Musikbeiträge sind geplant. Gäste sind herzlich willkommen. Die Künstlerin selbst wird ihr Werk vorstellen.

„Calling for peace“ wurde aus Edelstahl-Schriftbändern geformt, die scheinbar schwebend über dem Rasen kreisen. Das Wort Frieden sieht in geschwungenen Buchstaben in der Mitte der Weltkugel. Die Texte auf den Schriftbändern stammen überwiegend von Weinheimer Schülerinnen und Schülern.
Im Sommer fand im Werner-Heisenberg-Gymnasium eine Sichtung und Auswahl statt. Im Unterricht bei Deutschlehrerin Christina Peter-Brutscher wurden Gedanken, Hoffnungen und Gefühle in Worte gefasst. Eine Auswahl daraus wurde auf dem Metall verewigt. Gerade in Zeiten, in denen Frieden auf der Welt ein seltenes und kostbares Gut ist, sei es ein beruhigendes Gefühl, wenn sich junge Menschen so intensiv mit dem Thema befassen, betonten damals schon Gudrun Aisenbrey und Jürgen Osuchowski.
„Calling for peace“ soll ein Kunstwerk sein, das die Stadtgesellschaft weiter voranbringt.
Entstanden sind Gedichte und kleine literarische Arbeiten. Denkwürdige Sätze wurden dabei formuliert: „Frieden beginnt, wenn die Welt nicht mehr weint“, so heißt es zum Beispiel. Oder auf den Punkt gebracht die wortspielerische Aufforderung: „Krieger denk mal an Krieger!“ Ebenso bewegend sind Aussagen wie: „Frieden beginnt mit einer Handvoll Liebe.“ oder: „Wo Frieden herrscht, da wächst die Hoffnung.“
 
Aber nicht nur aus dem Deutschunterricht brachten die Schülerinnen und Schüler Ideen und Projekte für die Skulptur ein. Im Musikunterricht bei Magdalena Rentrop hatten die Schülerinnen und Schüler Musikstücke zum Frieden komponiert – auch elektronisch. Im Kunstunterricht bei Anke Krause wurden Malereien und Fotografien hergestellt. Die Friedrich-Realschule mit ihrer Lehrerin Ulla Büxenstein begleitet das Projekt mit einer Video-Dokumentation.
So konnte Stefanie Welk in den zurückliegenden Wochen ihre Arbeit am Kunstwerk vollenden. Sie versicherte, dass auch alle weiteren Beiträge, die nicht sichtbar angebracht werden können, auf einer Homepage veröffentlicht werden, so dass kein Engagement verloren geht. Nach der Einweihung der Skulptur ist nun nochmals eine öffentliche Präsentation aller begleitenden Schulprojekte geplant, kündigten Gudrun Aisenbrey und Jürgen Osuchowski an.
„Calling for peace“ soll jedoch mehr als ein Kunstwerk sein. Später soll es in einen größeren Zusammenhang gehören. Es könnte Startpunkt sein für einen „Pfad der Erinnerung“, der zu geschichtsträchtigen Orten in der Stadt führt, die an Kriege und deren Folgen erinnern, wie zum Beispiel das Mahnmal im Stadtgarten oder auch das Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße oder auch die Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter.
„Das Kunstwerk soll ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass Weinheim für Frieden, Miteinander und Verantwortung steht“,“ fasst Gudrun Aisenbrey die Idee des Projekts zusammen.
 
 
 

(Erstellt am 20. Oktober 2026)

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