Ein Kompass für städtische Gebäude

Schulen stehen bei der Gebäudebewertung besonders im Fokus

Wie gut sind Weinheims Schulen, Kindergärten und andere öffentliche Gebäude in Schuss? Wo muss die Stadt zuerst handeln? Und was wird das kosten? Darauf soll eine strukturelle Gebäudezustandsbewertung Antworten geben. Einen ersten Zwischenstand hat das Amt für Immobilienwirtschaft jetzt dem Gemeinderat vorgelegt. Die Aufgabe ist anspruchsvoll.

Der Stadt gehören 155 Liegenschaften mit 266 Gebäuden und Gebäudeteilen. 232 davon werden derzeit systematisch untersucht und bewertet. Am Ende soll die Stadt wissen, wo sie investieren muss – und vor allem: wo zuerst. Für Bürgermeister Andreas Buske ist die Gebäudezustandsbewertung, wie er in der Sitzung betonte, ein wichtiger Kompass, um Gebäudeunterhaltung und – investitionen in den nächsten Jahren strukturiert zu steuern.
Bei Schulen und Kindergärten sind die Fachleute schon weit. Alle elf Schulen wurden begangen, ebenso neun von zehn Kindertagesstätten. Andere Gebäude und vor allem die Wohngebäude folgen. Die Fachleute prüfen Fassaden, Fenster und technische Anlagen, aber auch Brandschutz und Barrierefreiheit. Hinzu kommt die Frage, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht. Aus jedem Befund soll eine konkrete Maßnahme werden – mit Kosten und einem Zeitplan. Besonders bei den Schulen gibt es Arbeit. Zehn von 17 untersuchten Schulgebäuden und Sporthallen weisen einen hohen technischen Handlungs- oder Austauschbedarf auf. Bei den Kindergärten sind es zwei von neun Gebäuden.
 
Auch Brandschutz wirkt berücksichtigt
 
Wie verschieden die Probleme sind, zeigen zwei Schulen. Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule besitzt eine solide Grundsubstanz und steht energetisch bereits gut da. Doch am Dach gibt es erhebliche Feuchteschäden. Auch beim Brandschutz besteht Handlungsbedarf. Teile der Gebäudetechnik sind längst nicht mehr auf neuestem Stand.
Deutlich größer ist der Sanierungsbedarf an der Theodor-Heuss-Grundschule. Gebäudehülle und Leitungsnetze müssen umfassend saniert werden, technische Anlagen sind überaltert. Bei Elektrik und Dach besteht Handlungsbedarf. Die Untersuchungen fördern auch Mängel zutage, die im Alltag kaum auffallen: veraltete Elektroverteilungen, fehlender Berührungsschutz, überfällige Prüfungen oder Probleme mit Trinkwasseranlagen. An anderer Stelle arbeiten Heizungen mit weit mehr Leistung, als tatsächlich gebraucht wird. Das kostet Energie und Geld.
Für die bisher untersuchten Gebäude zeichnet sich ein Investitionsbedarf- und Unterhaltungsbedarf von rund 46,6 Millionen Euro für die nächsten ungefähr 20 Jahre ab. Rund 13,6 Millionen Euro entfallen auf Maßnahmen der nächsten drei Jahre, weitere 15,2 Millionen auf die folgenden vier bis sieben Jahre und knapp 17,8 Millionen auf die Zeit danach. Doch die 46,6 Millionen sind noch keine belastbare Endabrechnung, betonte Andreas Könnecke, der Leiter des Amtes für Immobilenwirtschaft. Es handelt sich um eine erste Schätzung, netto und ohne Baunebenkosten. Die mögliche Abweichung liegt bei 30 Prozent nach oben oder unten. Auch künftige Preissteigerungen sind noch nicht eingerechnet.
Einige Sofortmaßnahmen laufen bereits. Weitere sollen, soweit die Planungen reichen, 2027 in den Haushalt einfließen. Die Stadt will Ergebnisse, Fotos, Maßnahmen und Termine in ihr digitales Gebäudemanagement übernehmen. Das System soll künftig auch an Prüfungen und Wartungen erinnern und Aufträge auslösen können.
 

(Erstellt am 24. September 2026)

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