Feuerwehr rückte zum Bauhof aus
Die Hitzewelle sorgt auch bei der Feuerwehr Weinheim für außergewöhnliche Einsätze. Am Mittwochnachmittag hatte auf dem Bauhof der Stadt in der Viernheimer Straße wegen der hohen Temperaturen eine chemische Substanz reagiert und eine Rauchwolke verursacht. Es handelte sich nach Angaben von Bauhofleiter Kay Zimmer, um ein Pulver auf der Basis der Chemikalie Dibenzoylperoxid, das beim Flicken von Straßen eingesetzt wird. Zu Schaden kam niemand, dank des beherzten Eingreifens der Feuerwehr.
Die Feuerwehr Weinheim sicherte umgehend den Gefahrenbereich, sperrte das Umfeld ab und begann mit umfangreichen Erkundungsmaßnahmen. Ein Atemschutztrupp kontrollierte den betroffenen Bereich mit einer Wärmebildkamera.
Wegen der anfangs unsicheren Gefahrenlage und einer möglichen Emissionsgefahr ging die Feuerwehr auf Nummer sicher. Die Einsatzleitung forderte zusätzliche Spezialkräfte nach. Unterstützung kam von der Werkfeuerwehr Freudenberg, die mit ihrer Gefahrgutkomponente und speziellen Abrollbehältern anrückte. Ebenso wurden Messeinheiten der Feuerwehren Ladenburg und Leimen alarmiert. Die Kreisbrandmeisterin des Rhein-Neckar-Kreises, Stefanie Heck, sowie Chemiefachberater unterstützten die Einsatzleitung bei der Bewertung der Lage und der Festlegung der weiteren Maßnahmen.
Parallel dazu führten Messtrupps umfangreiche Messungen im Umfeld der Einsatzstelle durch. Ziel war es festzustellen, ob gefährliche Stoffe über das Betriebsgelände hinaus gelangt waren. Die Messergebnisse zeigten jedoch schnell, dass sich der Gefahrenbereich auf den unmittelbaren Bereich des Baubetriebshofs beschränkte. Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr.
Eine Mitarbeiterin und zwei Mitarbeiter des Bauhofs, die dem Rauch ausgesetzt waren, begaben sich vorsorglich zu einer ärztlichen Untersuchung; es wurden aber keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt.
Für die Bergung des reagierten Stoffes mussten speziell ausgebildete Einsatzkräfte unter Chemikalienschutzanzügen und Atemschutz vorgehen. Kommandant Ralf Mittelbach betont und zollt den Einsatzkräften großes Lob: „Unter den extremen Wetterbedingungen bedeutete dies eine erhebliche körperliche Belastung.“
Er verwies darauf, dass solche Einsätze verdeutlichen, wie vielfältig die Auswirkungen langanhaltender Hitzeperioden sein können. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Brand wirkte, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem anspruchsvollen Gefahrguteinsatz mit umfangreicher Spezialtechnik, besonderer Schutzausrüstung und der Zusammenarbeit zahlreicher Fachkräfte aus Weinheim und der Region.
Der Gefahrstoff wurde gesichert, in geeignete Behälter umgefüllt und für die weitere Entsorgung vorbereitet. In die Maßnahmen eingebunden waren außerdem die Polizei Weinheim sowie die Untere Wasserbehörde.
