Noch mehr Leben in der Schule
OB Michael Möslang besucht jetzt die Weinheimer Schulen – Spannende Entwicklung in Lützelsachsen
An der Wand im Rektorat von Petra Waible hängt ein längliches Poster. Mit Buntstiften ist darauf ein Zeitstrahl gemalt – ganz „old school“ – der auf den September 2027 zuläuft. In diesem Monat nach den großen Ferien fängt für die Hans-Joachim-Gelberg-Grundschule im Weinheimer Bergstraßen-Ortsteil Lützelsachsen eine neue Zeitrechnung an: sie wird zu einer verbindlichen Ganztagsschule ab Klasse 1. Konkret heißt das, die Grundschulkinder der 1. Klasse werden an drei Tagen in der Woche bis mittags um 15 Uhr von Lehrkräften begleitet, unterrichtet und betreut. Es gibt Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung, zwischendurch Sport und individuelle Lerneinheiten, Vereine machen Angebote, die Musikschule – ein Schultag ist kind – und altersgerecht eingeteilt.In den kommenden Schuljahren wird der Ganztagsbetrieb immer weiter ausgebaut, bis alle Kinder im Schuljahr 2030/31 im Ganztag sind. Bewusst habe man sich in Lützelsachsen für die Verbindliche Form der Ganztagesschule entschieden, denn nur dabei sei eine Struktur herzustellen, die für alle Schüler und Familien Verlässlichkeit und Chancengleichheit garantiert. „Qualität ist dabei für uns das Schlüsselwort“, beschrieb Petra Waible. 75 Prozent der Kinder werden an der Schule heute schon ganztags betreut. Der Bedarf sei also klar erkennbar. Der Weinheimer Gemeinderat hat die erforderlichen Beschlüsse gefasst. „Wir freuen uns sehr darauf“, erklärte Schulleiterin Petra Waible.Jetzt zu ihrem Besuch: Das war Weinheims Oberbürgermeister Michael Möslang, der nach dem Kennenlernen seiner Rathaus-Ämter und ersten Vereinen und Organisationen nun auch den Schulen einen persönlichen Besuch abstattet.„Weinheim ist ein starker Bildungsstandort“, beschriebt Möslang, „wo man vor allem das Thema Bildungsgerechtigkeit nicht aus dem Blick verliert“. Dieser Bildungsstandort lebe vor allem durch seine engagierten Lehrkräfte und Schulleitungen und sei ein wichtiger Bestandteil der hohen Lebensqualität.Die Visite in der Lützelsachsener Grundschule war nicht zufällig sein erster, denn Petra Waible ist außerdem gewählte Geschäftsführende Schulleiterin der Weinheimer Schulen – und damit die Sprecherin des „Netzwerkes Schule“. Insgesamt gibt es in Weinheim 22 Schulen, davon 16 in kommunaler Trägerschaft, zehn davon sind Grundschulen. „Wer die Schulen kennt, der lernt auch Familien kennen“, beschreibt Möslang, der von einer Schulklasse im Flur freudig mit „Guten Morgen, Herr Oberbürgermeister“, begrüßt wurde.Sie betonte, dass in Weinheim das Verhältnis zwischen den Schulleiterinnen und Schulleitern im Staatsdienst mit dem Fachamt des Schulträgers traditionell ein gutes und konstruktives Verhältnis pflegen – einmal im Jahr begibt man sich sogar gemeinsam auf Schulleiter-Fahrt.Die Schulleiterin und ihre Konrektorin Daniela Treiber führten den Gast aus dem Rathaus durch das Schulhaus, das vor zehn Jahren erweitert und vor 5 Jahren saniert worden ist. Für die Ganztagesschule muss in den nächsten Wochen die alte Aula unter der Turnhalle in eine neue und moderne Mensa umgebaut werden. In den Herbstferien soll Baubeginn sein, dann kann der Klebepunkt auf dem Zeitstrahl im Rektorat wieder ein Stück weiter nach vorne rücken. Im zweiten Stock hatte sich eine vierte Klasse gewünscht, der Herr Oberbürgermeister möge sie einmal besuchen. Ihr Wunsch wurde erfüllt. Die Klasse 4a schrieb Herrn Möslang zur gewonnen Wahl Briefe und wollten ihn jetzt endlich persönlich kennenlernen. Michael Möslang beteiligte sich spontan am Heimatkunde-Unterricht, dann setzte er seine Schulbesuche im Nachbarort Hohensachsen fort, wo die Schule nach Ehrenbürger Sepp Herberger benannt ist.
