Wo die Zukunft der Kinder beginnt

So eine Baustelle kann ganz schön beeindruckend sein. Vor allem, wenn man noch klein ist. Mit großen Augen und viel Staunen verfolgten zahlreiche Kinder am Freitag das Richtfest für die neue Kita Kuhweid und das benachbarte Mehrgenerationenhaus in der Weinheimer Weststadt. Viele von ihnen werden schon im kommenden Jahr hier spielen, lachen und ihre ersten Freundschaften schließen. Jetzt durften sie schon einmal einen Blick auf ihre künftige Umgebung werfen.

Und erleben, wie Zimmermann Janis Wiedemann von der Firma WM Holzbau aus Heddesheim hoch oben den traditionellen Richtspruch hielt.
Es war ein Richtfest mit einem besonderen Blick in die Zukunft. Denn hier entstehen nicht einfach zwei neue Gebäude. Hier wächst ein Ort, an dem Kinder aufwachsen, Familien Unterstützung finden und Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen sollen.
Wie viel Verantwortung in einem solchen Bauvorhaben steckt, machte Architekt Lars Reichart vom Heidelberger Architekturbüro AAg in seiner Ansprache deutlich. „Wenn wir für Kinder bauen, gestalten wir nicht nur Räume für die Gegenwart. Wir prägen Lebenswelten, die ihre Entwicklung begleiten und ihre Wahrnehmung von Umwelt und Gesellschaft beeinflussen“, erklärte er.
 
Freiräume für die Neugier öffnen
 
Reichart stellte einen Gedanken in den Mittelpunkt, der auch die Architektur der neuen Kita prägt: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Gute Architektur müsse Kindern Geborgenheit und Sicherheit bieten, ihnen aber gleichzeitig Freiräume eröffnen, um neugierig zu sein, Dinge auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Genau diesem Anspruch folge der Entwurf für die Kita Kuhweid. Offenheit und Schutz sollen sich ergänzen, Räume Rückzug ermöglichen und Begegnungen fördern. Natürliche Materialien und eine warme Atmosphäre sollen dafür sorgen, dass sich Kinder und ihre Begleiter wohlfühlen. „Wir möchten, dass die Kinder hier nicht einfach untergebracht sind, sondern sich zuhause fühlen“, sagte Reichart. Jedes Kind solle seinen Lieblingsplatz finden können, spielen, lachen, entdecken und jeden Tag etwas Neues erleben.
Auch die Außenanlagen seien deshalb weit mehr als eine Ergänzung der Gebäude. Sie sollen Raum für Bewegung und Abenteuer bieten, für kleine Entdeckungen und große Ideen, für gemeinsames Spiel ebenso wie für Ruhe und Rückzug.
 
Nachhaltigkeit beginnt beim Bauen
 
„Wir bauen heute in einer Zeit, in der der Klimawandel längst Realität ist“, erinnerte Reichart. Die Ressourcen seien begrenzt, die Entscheidungen von heute beeinflussten unmittelbar die Lebensbedingungen der Zukunft.
Die neue Kita und das Mehrgenerationenhaus sollen deshalb auch baulich Zeichen setzen. Die Holzbauweise nutzt einen nachwachsenden Rohstoff und ermöglicht eine ressourcenschonende Konstruktion. Begrünte Dachflächen verbessern das Mikroklima, eine Photovoltaikanlage mit rund 300 Elementen soll Sonnenenergie direkt vor Ort nutzbar machen.
Doch Nachhaltigkeit, so Reichart, sei mehr als eine Frage technischer Kennwerte und energetischer Standards. Es gehe um eine Haltung, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und um Gebäude, die langfristig funktionieren. Gerade eine Kita könne Kindern Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich vermitteln: durch Materialien, die sie berühren, durch die Natur, die sie erleben, und durch die Räume, in denen sie aufwachsen.
Reichart brachte diesen Anspruch auf einen prägnanten Satz: „Wir können unseren Kindern nicht einfach eine nachhaltige Zukunft versprechen. Wir müssen heute anfangen, sie zu bauen.“
 
Zwei Häuser, eine gemeinsame Idee
 
Oberbürgermeister Michael Möslang griff diesen Gedanken auf und stellte die gesellschaftliche Bedeutung des Bauprojekts heraus. „Wir feiern heute nicht einfach zwei neue Gebäude. Wir feiern die Möglichkeit, in Weinheim einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, sich begegnen und Gemeinschaft erleben können“, sagte er.
Die Kita werde Kindern einen guten Start in die Gesellschaft ermöglichen. Denn verlässliche Kinderbetreuung sei eine wesentliche Voraussetzung, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Das benachbarte Mehrgenerationenhaus gebe dem Standort eine weitere Dimension. In einer Zeit, in der Familien oft weit auseinanderlebten, Menschen beruflich stark eingebunden seien oder allein lebten, brauche es Orte für Begegnungen. Hier könnten Jung und Alt voneinander lernen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen.
„Wir bauen nicht um des Bauens willen“, erklärte der Oberbürgermeister. „Wir investieren nicht einfach in Quadratmeter oder in Gebäude. Wir investieren in die Voraussetzungen dafür, dass Menschen in Weinheim gut leben können.“
 
Ein neues Stück Weststadt wächst
 
Mit einem Kostenrahmen von derzeit rund 17,25 Millionen Euro gehört das Vorhaben zu den größten Bildungsinvestitionen der Stadt Weinheim seit dem Bau der Zweiburgenschule. Auf dem rund 11 000 Quadratmeter großen Gelände entsteht ein neues Zentrum für Kinder, Familien und das Zusammenleben im Stadtteil.
Die beiden Gebäude werden durch eine Brücke im Obergeschoss miteinander verbunden. Auch die Freiflächen sollen zum Begegnungsort werden. Eine mehr als 100 Jahre alte Eiche bleibt als prägendes Element erhalten. Das Mehrgenerationenhaus soll früher fertig werden, die neue Kita ist für einen Bezug im September 2027 vorgesehen.
Architekt Reichart formulierte zum Abschluss einen Wunsch, der wohl allen Beteiligten aus dem Herzen sprach: „Ich wünsche mir, dass dieses Haus bald voller Kinderlachen ist und die Kita Kuhweid sowie das Mehrgenerationenhaus zu einem lebendigen Mittelpunkt von Weinheim werden.“ Denn, so Reichart: „Die Zukunft unserer Kinder beginnt nicht irgendwann, sie hat schon begonnen.“
 

(Erstellt am 06. November 2026)

Anschrift

Stadt Weinheim
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Obertorstraße 9
69469 Weinheim

Tel.: 06201 / 82 - 390
Fax: 06201 / 82 - 473
Mobil: 0171 / 33 444 27
e-mail

Hier finden Sie uns:
Rathaus Schloss
Eingang A, 1. OG
Zimmer 202 A

Anfahrtsplan (511 KB)

Öffnungszeiten und Termine nach Vereinbarung.

Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Sprechzeiten der einzelnen Ämter und Dienststellen.
Wir haben gleitende Arbeitszeit. Sie erreichen uns telefonisch:

Mo. - Fr. 08.00 - 12.00 Uhr
Mo. - Mi. 14.00 - 16.00 Uhr
Do. 14.00 - 18:00 Uhr